Romeo is a Dead Man – im Test (PS5)

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Spiel:Romeo is a Dead ManPublisher:Grasshopper ManufactureDeveloper:Grasshopper ManufactureGenre:Action-AdventureGetestet für:PS5Erhältlich für:PS5, XSXUSK:18Erschienen in:3 / 2026

Romeo arbeitet als Cop, als auf der ­Landstraße ein lebloser Körper auftaucht. Kurz darauf frisst ein weißer Dämon sein Gesicht, doch glücklicherweise kommt Opa aus der Zukunft angerauscht, der ihn in letzter Minute mit einer Spritze ins Auge rettet. Plötzlich seid Ihr Mitglied der Raumzeit-Polizei, tragt den dauerquatschenden Großvater als digitales Abbild auf Eurer Jacke herum und macht Jagd auf Juliet, deren monströse Doppelgänger-Versionen durch die Zeit springen. Klingt alles ein bisschen verrückt, doch da dieses Spiel aus der Feder von Goichi Suda (Suda51) kommt, könnt Ihr Euch hier wie üblich auf viel ­Unsinn und Style einstellen.

Konzentriert man sich nur auf den spielerischen Kern, erinnert hier vieles an die PS3-/Xbox-360-Ära mit minimalen Souls-Einflüssen wie an Checkpoints regenerierbaren Heiltränken. Mit jeweils vier levelbaren Nah- und Fernkampfwaffen prügelt und schießt Ihr Euch in linearen 3D-Hub-Levels durch Horden von Zombies, um vier Schlüssel aufzutreiben, die Euch Einlass zum Boss gewähren. Zwischendurch müsst Ihr immer wieder durch eine Art virtuelle Realität reisen, was jedoch ziemlich banal ist, da hier keine Gegner auftauchen und man die Rätsel kaum als solche bezeichnen kann.

Während die Bosskämpfe dank diverser Angriffsmuster immer wieder Highlights sind, enttäuscht das sonstige Geprügel. Im Gegensatz zu früheren Werken wie Lollipop Chainsaw schaltet Ihr keine weiteren Combo-Moves frei. Stattdessen pflanzt Ihr im Garten Eures Pixel-Raumschiffs gefundene Zombie-Samen ein, die Ihr dann als Spezialfähigkeit ausrüsten könnt. Auf Knopfdruck schickt Ihr so zum Beispiel ­eigene Untote aufs Schlachtfeld, die sich in die Luft jagen, ein Heilfeld erstellen oder als Kanonier fungieren. Da Eure Spezial-Zombies unterbrochen werden können, kommt zudem etwas Taktik beim Einsatz ins Spiel.

Auch wenn der realistische Grafikstil nicht so recht zu der futuristischen Anime-Story passen mag und die Levels eher austauschbar wirken, statt Zeitreise-Flair zu versprühen, haben die Entwickler zumindest wieder interessante Leveldesign-Ideen im Gepäck wie eine Schleichpassage in einem Irrenhaus. Solche Ideen mögen spielerisch wenig Tiefgang bieten, sorgen aber dafür, dass Ihr Euch ständig überrascht fühlt. Selbst das eigentlich öde Auf­leveln von Statuswerten ist spaßig umgesetzt, da Ihr hierfür durch ein 2D-Retro-Pac-Man-Labyrinth fliegt. Wer solche kreativen Einfälle mag, wird Romeo is a Dead Man lieben.

Meinung & Wertung

Steffen Heller meint: Als Suda-Fan habe ich genau das bekommen, was ich erhofft hatte: einen halbwegs ordentlichen Hack’n’Slash-Kern, ummantelt von reichlich Style und abgedrehten Ideen, die das Medium Videospiel vollumfänglich ausschöpfen. Hier treffen zudem zahlreiche visuelle Stile von Comicbuch bis hin zu Retro-Pixeln aufeinander und die erzählerische Mischung aus Anime, Marvel (”Loki”) sowie Shakespeare findet man so nicht in westlichen Spielen. Ich werde Romeo is a Dead Man sicher nicht wegen seiner passablen Actionpassagen in Erinnerung behalten, aber für all die Dinge, die andere Entwickler vielleicht als überflüssig sehen. Den Weltraum per Pong-Minispiel scannen? Unnötig. Spezial-Zombies pflanzen und per Slot Machine einen Namen und Eigenschaften zuweisen? Braucht niemand. Doch diese und andere Dinge sind es, die mir als Spieler das Gefühl geben, dass die Entwickler einer Vision – oder jeder Schnapsidee – folgten, statt nur das Nötigste abliefern zu wollen.

Sudas Style macht aus einem passablen Slasher ein kreatives Kunstwerk, das in Erinnerung bleibt.

Singleplayer74MultiplayerGrafikSound

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