Eine Truppe zu Dungeons & Dragons nutzt in ihren gestreamten Sessions eine Art Aufwärmprogramm, um zum Start besser ins Rollenspiel eintauchen zu können. Diese Methode offenbart nicht nur mehr zu ihren Charakteren, sie kann auch euch zu besseren Rollenspielern machen.
Die Streaming-Truppe „Bards of New York” ist, ähnlich wie Critical Role, eine Gruppe von Schauspielern und Künstlern, die ihre D&D-Kampagnen live vor ihren Fans übertragen. Die Gruppe legt aufgrund ihres künstlerischen Hintergrunds großen Wert auf gemeinsames Rollenspiel, die Narrative und die gefundenen Familien ihrer Charaktere, die sie in den Kampagnen verkörpert.
Deswegen haben sie zum Beginn ihrer Sessions eine Methode eingeführt, die ihnen hilft, besser in ihre Rolle zu schlüpfen. Eine Art „Rollenspiel-Aufwärmprogramm”, wie sie es nennen. Dabei stellt eine Spielerin aus der Gruppe eine Frage, die man bezüglich des eigenen Charakters beantworten soll.
Das hilft nicht nur, am Anfang einer Session in den besagten Charakter einzutauchen. Man gibt der Heldin oder dem Helden auch mehr Tiefe, kleine Eigenschaften, die sonst nicht zur Geltung kommen, und erlaubt seinen Mitspielern einen Einblick in die innere Gefühlswelt.
In diesem Clip auf YouTube könnt ihr sehen, wie so ein typisches Rollenspiel-Aufwärmprogramm aussieht:
Die Frage „Was ist der Gegenstand oder das Objekt mit dem größten sentimentalen Wert, den deine Figur besitzt oder besaß” ist nur eine von vielen verschiedenen Beispielen, die Spieler sofort in die Denkweise des Charakters hineinversetzen. Eine Methode, die nicht nur die Bards of New York zum Nachdenken anregen kann, sondern sämtliche D&D-Gruppen, wie auch eure. Und dafür bietet die Gruppe bereits eine Menge Material.
Charakterentwicklung kann mit schweren, aber auch leichten Fragen stattfinden
In den verschiedenen Sessions der Bards of New York wurden bereits eine Menge Fragen benutzt, die man selbst für eigene Sessions mit Freunden nutzen kann, um eure Charaktere zu vertiefen und ins Rollenspiel einzusteigen. Und selbst, wenn ihr keinen allzugroßen Wert auf gemeinsames Rollenspiel untereinander legt, können sie euch helfen, eurem Charakter mehr Persönlichkeit zu geben.
Hier ein paar Beispiele, die ihr direkt übernehmen könnt und die zeigen, wie ernst oder albern diese sein können:
Wie riecht dein Charakter?
Was wollte dein Charakter werden, als er noch klein war?
Erzähl einen Witz aus der Perspektive deines Charakters.
Welche der sieben Todsünden verkörpert dein Charakter am meisten?
Wie drückt dein Charakter Liebe aus und wie empfindet er sie?
Ist dein Charakter eifersüchtig auf eine andere Person in der Gruppe, und worauf bezieht sich diese Eifersucht?
Was ist die Morgenroutine deines Charakters?
Welche Eigenschaft oder Schwäche fürchtet dein Charakter am meisten, dass man sie ihm zuschreibt?
Wenn sich dein Charakter ein Tattoo stechen lassen würde, was würde er sich stechen lassen und wo würde er es sich stechen lassen?
Nenne etwas, das dein Charakter an jedem der anderen Charaktere am Tisch bewundert.
Auf der offiziellen Fandom-Seite der Bards of New York gibt es noch viel mehr Fragen, die allesamt die Länge des Artikels sprengen würden. Hier könnt ihr jedoch noch weitere Beispiele finden.
Autoplay
Der Appeal von Rollenspiel
Neben den „mechanischeren” Aspekten von Dungeons & Dragons, wie der Auswahl des Volks und der Klasse, dem Leveln und dem Kämpfen, ist für viele Spieler das Rollenspiel eine Sache, die man gerne besser etablieren will, aber nicht immer leicht fällt.
Vor allem bei Neulingen könnte eine gewisse Scham das befreiende Gefühl hemmen, das bei einem starken Hin und Her zwischen Charakteren entsteht.
Auch MeinMMO-Redakteurin kennt das Gefühl gut:
Rollenspiel in Dungeons & Dragons ist das, was mich letztendlich zu D&D geführt hat. Ich bin auf Critical Role gestoßen, auf die tollen Charakterdynamiken und emotionalen Momente, und dachte mir: Das will ich auch machen!
Die Erkenntnis ist nur: Ich bin weder eine ausgebildete Synchronsprecherin noch Schauspielerin, und genauso wenig ist das der Rest meiner Gruppe. Wir waren zum Start beinahe alle Neulinge und was wir uns unter starkem Rollenspiel vorstellen, spiegelte einfach nicht unsere Realität wieder.
Mit der Zeit haben wir jedoch erkannt, wie viel Spaß man haben kann, wenn man sich traut, wirklich in den eigenen Charakter zu schlüpfen. Oft benötigt es die Initiative eines Spielers, die dem Rest des Tisches vermittelt: Okay, hier kann ich einsteigen und mitreden!
Ich persönlich habe das Privileg, mit Freunden zu spielen, denen ich vertraue, was mir ungemein bei den ersten kläglichen Rollenspielversuchen geholfen hat. Allerdings kann sich so etwas auch mit der Zeit entwickeln.
Auch wenn wir bereits grandiose Kämpfe bewältigt haben, sind es vor allem die gemeinsamen Momente zwischen den Charakteren, die mir lange in Erinnerung bleiben. Mehr dazu habe ich auch in meinem Artikel zu meiner klischeehaften Hexenmeisterin geschrieben.
Mit dem Aufwärmprogramm der Bards of New York können auch müde Rollenspielfans aufwachen und in ihre Rolle schlüpfen. Habt ihr selbst eine Methode, die euch zum besseren Rollenspiel verhilft? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!
Wenn ihr bezüglich anderer Dinge zum Start in Dungeons & Dragons noch ein paar Tipps benötigt, haben wir hier auf MeinMMO vorgesorgt. MeinMMO-Redakteurin Caro spielt nun seit 2 Jahren und schaut auf die Dinge zurück, die sie sich für das Rollenspiel gekauft hat: 7 Dinge, die ich zum Start in D&D gekauft habe, und welche ich nach 2 Jahren wirklich nutze
Der Beitrag Mit einem Trick von Experten werdet ihr direkt zum Start jeder D&D-Session zu besseren Rollenspielern erschien zuerst auf Mein-MMO.
