Ein ehemaliger Entwickler von Destiny 2 spricht über den großen Fehler, den Fans Bungie auch Jahre später nicht verzeihen.
Was war das für ein Fehler? Bungie hat, angefangen mit der Erweiterung „Jenseits des Lichts“ (engl.: „Beyond Light“), Spielinhalte aus Destiny 2 entfernt, für die Fans bezahlt haben.
In Destiny-Kreisen wird dabei meist vom sogenannten „Content-Vault“ gesprochen. Die Spieler meinen damit: Die entfernten Inhalte landeten sozusagen in einem „Tresor“ und wurden weggeschlossen. Zu den entfernten Inhalten zählen etwa die komplette Kampagne von „Die rote Schlacht“, die Erweiterungen „Der Fluch von Osiris“ und „Kriegsgeist“, mehrere Raids sowie die Forsaken-Kampagne.
Jetzt hat Max Nichols, ein ehemaliger Destiny-Entwickler, in einer Art Lebenslauf auf seiner Website über den Prozess des Content-Vaultings und seine Rolle dabei aus Entwicklersicht geschrieben (via maxnicholsdesign).
Autoplay
Wer ist der Entwickler? Max Nichols ist ein erfahrener Entwickler, der über 9 Jahre bei Bungie arbeitete. In dieser Zeit war er neben dem Einstellen und Anlernen neuer Mitarbeiter auch für die Implementierung neuer Missionen und Modi sowie die Aktualisierung alter Inhalte verantwortlich. In seinen Arbeitsbereich fiel mit „Jenseits des Lichts“ auch der sogenannte Content-Vault.
Was sagt der Entwickler zum Content-Vaulting? Nichols erzählt, dass „Jenseits des Lichts“ mit einem großen Engine-Upgrade kam, das inkompatibel mit allen (!) bestehenden Inhalten von Destiny 2 war. Das hatte zur Folge, dass sie alle Inhalte, die dem Spiel erhalten bleiben sollten, neu erstellen mussten.
Nichols schreibt, er habe einige der ersten Inhalte selbst portiert und dabei Notizen erstellt, wie viel Zeit er dafür benötigte und warum. Gemeinsam mit der Produktion habe er dann kalkuliert, wie viele Personenstunden dieses Projekt in Anspruch nehmen würde und wie viele Leute Bungie neu einstellen müsste. Anschließend wurde ihm die Aufgabe übertragen, die Einstellung von zwanzig „Associate Technical Designern“ zu leiten.
Was heißt das für Destiny 2? Die Erzählung von Nichols zeigt, wie viel Arbeitsaufwand mit dem Engine-Upgrade verbunden war. Nicht nur mussten sie über mehrere Monate alte Inhalte, die sie behalten mussten, portieren. Sie mussten auch insgesamt 21 neue Mitarbeiter einstellen, um den damit verbundenen Arbeitsaufwand in einer angemessenen Zeit zu bewältigen.
Fans sind sich sicher: Das hat dem Spiel unwiderruflich geschadet
Das sagt die Destiny-Community dazu: Auch Jahre nach der Entfernung zahlreicher Inhalte können viele Destiny-Spieler dieses Vorgehen von Bungie nicht verzeihen. Auf Reddit finden zwar viele Spieler den Blick hinter die Kulissen interessant, halten das Ganze aber trotzdem für einen riesigen Fehler, der dem Spiel langfristig geschadet hat.
Ein Spieler schreibt etwa: „Das ändert nichts an der Tatsache, dass das ‚Content Vaulting‘ und das ‚Sunsetting‘ den Kurs des Spiels und die Spielerzahlen unwiderruflich verändert haben.“ Ein anderer Spieler ergänzt: „Niemand glaubt, dass sie das einfach so ohne Grund getan haben. Es war dennoch eindeutig die falsche Entscheidung und hat der Integrität des Spiels unwiderruflich geschadet.“
Das Content-Vaulting wird in den Kommentaren hinsichtlich der Erhaltung der Story und der Inhalte des Spiels als komplettes Disaster beschrieben, das dem Spiel irreparablen Schaden zugefügt habe.
Mit der Website und dem ausführlichen Lebenslauf zeigt Max Nichols möglichen Arbeitgebern seine Qualifikationen und Erfahrungen in der Gaming-Branche. Wie kürzlich bekannt wurde, zählt er nämlich zu den 1.000 Mitarbeitern, die Epic Games kürzlich entlassen hat: Epic Games entlässt über 1.000 Mitarbeiter, nachdem man vor wenigen Tagen noch die Preise für V-Bucks in Fortnite erhöht hat
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