Der coolste Charakter aus The Boys hat in Staffel 5 eine größere Rolle, doch das ist ein Problem

Nach fast 7 Jahren endet die Amazon-Serie The Boys. MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes konnte die ersten 6 der 8 Folgen bereits sehen und ist bisher skeptisch. Der coolste Charakter der Serie zeigt dabei ein großes Problem.

2019 startete The Boys auf Amazon Prime Video und schnell verfestigten sich die Figuren, vor allem aber Homelander, gespielt von Anthony Star, in der Popkultur. Nach nun fast 7 Jahren geht die Serie mit Staffel 5 zu Ende.

Vorab konnte ich bereits 6 der 8 Folgen sehen und ich bin zwiegespalten. Einige Sachen gefallen mir gut, aber es fühlt sich auch stark nach Filler an. Diesen Zwiespalt repräsentieren für mich vor allem 2 Figuren.

Soldier Boy: Zu viel des Guten

In Folge 4 von Staffel 3 bekommt man zum ersten Mal Soldier Boy zu Gesicht, der von Jensen Ackles gespielt wird. Anders als sein Counterpart in den Comics stiehlt Soldier Boy bereits früh jedem anderen Charakter die Show und wird zu einem Fanliebling. Während er in Staffel 4 nur einen kurzen Cameo-Auftritt hat, ist er in Staffel 5, zumindest in den ersten 6 Folgen, eine zentrale Hauptfigur.

Soldier Boy hat nichts von seiner Ausstrahlung verloren und seine coolen Sprüche sind ein Kontrast zum eigentlich unsicheren Homelander, doch in der Geschichte hat seine Rolle für mich nicht ganz funktioniert. Er fügt sich nicht optimal in den roten Faden ein, wie Butcher oder Homelander, obwohl er teilweise sogar mehr Screen-Time hat als die beiden.

Es entsteht das Gefühl, dass er so viel vorkommt, weil er eben so beliebt ist. Versteht mich nicht falsch: Es macht immer noch Spaß, ihm zuzusehen, und einige Aspekte seines Charakters werden weiter ausgearbeitet, aber das Gefühl einer finalen Staffel fehlt. Es fühlt sich an wie Filler.

Das ist ein Problem, das ich über alle 6 Folgen hatte. Der finale Konflikt fühlt sich nicht präsent, sondern verschoben an. Die Boys selbst wirken wie Nebenfiguren in einer Handlung, in der sie die zentralen Akteure sind. Das macht die einzelnen Folgen nicht grundsätzlich schlecht, lässt mich aber vor dem Finale fürchten.

Dennoch wurde ich von einer anderen, eigentlich völlig lahmen Figur überrascht: Firecracker.

Firecracker war die größte Überraschung in der 5. Staffel von The Boys (Bildquelle: Prime Video auf YouTube)

Firecracker: Die bisher größte Überraschung

The Boys hat viele Nebenfiguren, deren Aufgabe es zu sein scheint, sich vor Homelander zu fürchten und ihn zu verehren. Keine Figur repräsentiert das wohl so gut wie Firecracker, die sogar gefährliche Tabletten genommen hat, um Homelander zu gefallen.

In Staffel 5 wird sie zum ersten Mal mehr ergründet, und es war ziemlich erfrischend (auch wenn das nicht ganz zur finalen Staffel passt). Ihre Folge ist bisher sogar mein Favorit der Staffel. Es geht um ihren inneren Konflikt. Nicht nur mit dem labilen Homelander, sondern mit ihrem Glauben und dem Gottkomplex des wohl stärksten Supes der Welt.

Das gibt ihrer Figur Tiefe, die ich nicht erwartet hätte. Immerhin war sie vorher nur für Gags da. Ihre Rolle passt dabei schön zu den Bezügen zur echten Welt. Sie stellt die Frage auf, ob man irgendwann eine Grenze erreicht hat, nach der es keinen Weg mehr zurück gibt.

Hierbei hat mir auch das Schauspiel von Valorie Curry gefallen. Sie stellt den Zwiespalt der Figur glaubwürdig dar und konnte mich tatsächlich bisher am meisten überzeugen. Das hätte ich vorher nie erwartet, da sie für mich immer wie eine Nebenfigur aus der 2. Riege wirkte.

Sie schafft es, den Sprung vom satirischem Gag zu realer Gesellschaftskritik zu machen. Ein Unterfangen, das The Boys leider nicht oft gelingt, was wohl aber auch daran liegt, dass wir in einer Zeit leben, die noch absurder wirkt, als die Serie es darstellen kann.

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Auch wenn es teilweise sehr negativ klingt, sind die einzelnen Folgen der Staffel gut. Sie passen zu The Boys, und wer die Staffeln vorher mochte, wird auch diese Episoden mögen. Es fühlt sich aber nicht wie eine finale Staffel an.

The Boys hat als Serie unglaublich viel Potenzial und das zeigt etwa Firecracker, doch die 5. Staffel wiegt sich zu sehr in Sicherheit, sie traut sich zu wenig, und ich weiß nicht, ob die letzten beiden Folgen das ändern können. Es wird bestimmt nicht so eine Katastrophe wie das Finale von Game of Thrones, aber die Furcht vor einer Enttäuschung habe ich trotzdem. Immerhin ist die Serie besser als die Comics.

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