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Nach dem familienfreundlichen Action-Abenteuer Star Trek Prodigy: Supernova (2022), dem im Telltale-Stil gehaltenen Star Trek: Resurgence (2022) und dem leider nicht für Konsole veröffentlichten 4X-Strategiespiel Star Trek: Infinite (2023) koordiniert Ihr in diesem Roguelite-Survival-Strategiespiel das Schicksal der USS Voyager. Genau wie in der 172 Folgen umfassenden TV-Serie von 1995 bis 2001 strandet Ihr zu Spielbeginn im Delta-Quadranten – 70.000 Lichtjahre entfernt von der Erde. Um wieder in die Heimat zurückzukehren, müsst Ihr ein Dutzend Sektoren mit einem jeweils prozedural generierten Planetensystem durchqueren.
Doch das ist leichter gesagt als getan, denn ein frühes Ereignis sorgt für massive Schäden an Bord. Um diese zu beheben, zerstörte Schiffsbereiche instand zu setzen und in den Weiten des Alls voranzukommen, sucht Ihr jeden Sektor nach Rohstoffen wie Deuterium (Treibstoff für den Warpantrieb), Duranium und Tritanium (erforderlich für den Bau und Reparaturen), Essen (hält die Moral der Crew hoch) und Forschungspunkten (zum Freischalten neuer Technologien) ab. Parallel dazu treiben sehr gut geschriebene Dialoge und packende, meist mit Außeneinsätzen auf fremden Planeten verknüpfte Multiple-Choice-Situationen den Plot rasant voran. Faszinierendstes Feature: Alle zentralen Crewmitglieder (bis auf Captain Janeway) können unter anderem aufgrund von falschen Entscheidungen sterben, was der Story Spannung verleiht. Ausbügeln lassen sich solche Verluste dann nur, indem Ihr den kompletten Sektor neu startet.
Meinung & Wertung
Sönke Siemens meint: Ich gebe zu: Der ultimative Trekkie bin ich nicht. Dennoch hat es die Herzblut-Produktion von Gamexcite binnen kurzer Zeit geschafft, mich stundenlang ans Pad zu fesseln. Denn der Plot der TV-Serie ist inhaltlich hervorragend aufbereitet und sorgt vor allem mit seinen kniffligen Multiple-Choice-Situationen für Hochspannung und tolle Twists, die nicht nur Serienveteranen emotional aufwühlen. Flankiert wird das Ganze von einem interessanten Schiffsausbau im Stil von Fallout: Shelter, viel Respekt für das Quellmaterial, einer gelungenen Pad-Steuerung und einem guten Flow an Trophäen. Mit spielmechanisch noch reizvolleren und besser ausbalancierten Kämpfen, komplett vertonten Dialogen und aufwendigeren Animationen hätte es sogar für eine höhere Wertung gereicht. Trotzdem: Trekkies kommen an diesem Indie-Geheimtipp nicht vorbei!
Spannende Survival-Strategie, die sich eng an der Vorlage orientiert, aber neue Richtungen erlaubt.
Singleplayer79MultiplayerGrafikSound
