Der LoL-Spieler und Coach Saskio führte über Monate Buch über den Hormon-Zyklus seiner Mitspielerinnen in League of Legends. Auf X behauptet er, Auswirkungen auf das Spielverhalten und die Winrate festgestellt zu haben.
Was hat der Coach da getrieben? Der LoL-Spieler und Teilzeit-Coach Tony Chau alias Saskio ging auf X (ehemals Twitter) mit der Behauptung viral, über Monate den Monats-Zyklus seiner Duo-Partnerin dokumentiert zu haben. In einem Post vom 13. April 2026 behauptete er, seine Partnerin Yuulu sei eine völlig andere Spielerin, wenn sie ihre Periode habe.
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Zyklus soll sich auf Spielverhalten und Winrate auswirken
Das will er herausgefunden haben: Saskio behauptet, der Zyklus habe deutliche Auswirkungen auf das Spielverhalten seiner Duo-Partnerinnen. Die Spielerin Yuulu spiele während ihrer Periode deutlich aggressiver. Daher würde er selbst dann den Champ Tristana wählen, und sich mit ihr in die Kämpfe stürzen:
„Ich matche ihr Chaos mit meinem Chaos. Wenn sie nach vorne flasht, flashe ich mit ihr. Wir begehen beide Kriegsverbrechen zur SELBEN ZEIT.“
Außerhalb der Menstruation sähe die Sache jedoch ganz anders aus: Yuulu würde plötzlich methodisch und kalkuliert spielen, und seltener sterben. Dann wähle er Vayne und warte auf gute Gelegenheiten für einen Kampf. Dieses Vorgehen wirke sich auf die Winrate aus: Während der Periode liege sie bei 52 %, außerhalb schieße sie auf 57,5 %.
Saskio sagt dazu: „Die Daten lügen nicht.“ Er habe über 147 Matches erfasst. Seine Vorhersagen seien so genau, dass er Yuulus Periode nun genauer vorhersagen könne, als ihre eigene Tracking-App.
In einem Artikel auf X geht Saskio genauer auf die „Wissenschaft“ hinter seinem Vorgehen ein.
So wird das diskutiert: Die Stimmung in den knapp 250 Kommentaren auf X lässt sich wie folgt zusammenfassen: „Faszinierend … aber verdammt gruselig.“ Nutzer zeigen sich zwar belustigt von der Prämisse und beeindruckt von der Liebe zum Detail, kritisieren aber auch, dass sich Saskio offenbar weder das Einverständnis seiner Mitspielerin einholte, um diese persönlichen Daten zu tracken, noch, um sie mit der Öffentlichkeit zu teilen. Immerhin wurde der Post mittlerweile mehr als 3,5 Millionen Mal gesehen.
Wie wissenschaftlich ist das Ganze? Saskios Vorgehen sollte selbstverständlich nicht mit tatsächlicher wissenschaftlicher Arbeit verwechselt werden. 147 Spiele sind zwar eine Menge, als Stichprobe aber eher klein und haben eine begrenzte statistische Aussagekraft, da es auch noch externe Faktoren wie Tagesform und Mitspieler gibt. Jeder, der jemals ein PvP-Spiel angefasst hat, dürfte sich des Einflusses des Matchmakings schmerzlich bewusst sein.
Dennoch hat die Grundidee eine wissenschaftliche Basis. Eine Studie des University College London aus dem Jahr 2025 legt nahe, dass sich der Hormonzyklus tatsächlich auf die sportliche Performance weiblicher Personen auswirken könnte.
Die Ergebnisse unterscheiden sich jedoch von den Daten des LoL-Coaches: So würden Frauen während des Eisprungs bei kognitiven Tests besonders gut abschneiden, während die Reaktionszeit ausgerechnet während der Periode besonders schnell sei – obwohl die Teilnehmerinnen angaben, sich in dieser Zeit körperlich am schlechtesten zu fühlen.
Auch wenn das Vorgehen des Coaches auf den ersten Blick unterhaltsam wirken mag, sollte nicht vergessen werden, dass Frauen im E-Sport auch ohne Perioden-Tracking bereits mit Stereotypen und Vorurteilen zu kämpfen haben: „Das ist leider Alltag“ – LoL-Spielerin wird wegen ihres Geschlechts abgelehnt, dabei war sie die beste Wahl
Der Beitrag „Die Daten lügen nicht“ – LoL-Coach trackt heimlich die Periode seiner Duo-Partnerin für eine bessere Winrate erschien zuerst auf Mein-MMO.
