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Wer sich auf PS5 in packende Luftkämpfe stürzen will, spielt entweder den Free-to-Play-Koloss War Thunder von Gaijin Entertainment oder das abwärtskompatible Ace Combat 7 von Bandai Namco. Weitere, wirklich brauchbare Alternativen gab es bis dato nicht. Diese Lücke möchte das ebenfalls von Gaijin entwickelte Aces of Thunder nun füllen – mit Zweiter-Weltkrieg-Setting, voller VR-Unterstützung, zwei Dutzend historischen Flugzeugen und mehreren Spielmodi.
Solisten knöpfen sich zunächst die umfassende ”War Tales”-Kampagne vor und beschützen darin unter anderem eine wichtige Radaranlage vor der Küste von Dover vor deutschen Bombern oder verteidigen das brennende Pearl Harbor vor einer weiteren Angriffswelle. Die neun Einsätze haben fair gesetzte Checkpoints und können durchaus einige Zeit unterhalten, wirken aber erzählerisch zusammenhangslos und lassen die dramatische Inszenierung der Ace Combat-Konkurrenz vermissen. Dazu gesellen sich 14 Einzelspieler-Aufträge an unterschiedlichen Schauplätzen sowie ein Editor, mit dem Ihr durch das Anpassen von Parametern wie Tageszeit, Wetter, Missionsziel, Gegnerstärke, Ausgangsressourcen etc. beliebig viele weitere Aufträge erstellt. Herzstück bleibt jedoch der Mehrspieler-Modus inklusive Bots, die nicht besetzte Slots auffüllen. Technisch kann sich Aces of Thunder in allen Modi sehen lassen und punktet mit detaillierten Cockpits (teils sogar inklusive Rückspiegel, um Verfolger im Blick zu behalten), einer konstanten VR-Bildrate von 90 fps, einer gelungenen Soundkulisse und schicken Flugzeugmodellen, die dank ausgefeilter Physik glaubhaft auf Schäden und waghalsige Manöver reagieren.
Meinung
Sönke Siemens meint: Aces of Thunder hätte so fantastisch werden können. Doch die Entwickler verschenken immens viel Potenzial, indem sie Must-have-Features einfach weglassen. Ein Tutorial, das an die Grundlagen heranführt? Gibt es nicht! Eine für das PS5-Pad optimierte Steuerung? Nur wenn Ihr essenzielle Dinge im Menü manuell einer Pad-Taste zuweist. Eine Karte der Umgebung, um sich zu orientieren? Ist vorhanden, aber viel zu klein und extrem ungünstig platziert. Feedback von meinen Wingmen? Praktisch nicht vorhanden! Wer sich mit diesen Kritikpunkten arrangiert, erlebt aber trotzdem viele spannende Luftkampf-Momente.
Wertung
VR-Faktor: Piloten mit schwachem Magen lassen die Macher im Regen stehen. Vor allem die Tatsache, dass man keine Vignette zuschalten kann, sorgt in hektischen Situationen schnell für Unwohlsein. Auch weitere VR-typische Komfortfunktionen fehlen.
Ambitionierte Luftkampf-Simulation leider ohne Kernelemente wie Tutorial und Zugänglichkeitsoptionen.
Singleplayer63MultiplayerGrafikSound
