Als MeinMMO-Redakteurin Caro vor 13 Jahren als Teenager auf GTA 5 gestoßen ist, war das ein Erlebnis, an das sie sich bis heute erinnert. Den Release von GTA 6 erwartet sie jedoch mit einer angebrachten Menge Vorsicht, denn eine Sache wird das Spiel seinem Vorgänger nicht nachmachen können.
Seit der ersten Ankündigung von GTA 6 zähle ich mich zu den vielen Leuten, die gespannt Rockstars neuestem Projekt entgegenfiebern. Der Grund dafür, neben dem offensichtlichen generellen Hype: Der vorherige Teil zählt einfach zu den lebhaftesten Erinnerungen meiner Kindheit – auch, wenn ich für das Spiel eigentlich etwas zu jung war.
Um euch zu erklären, wieso mir GTA 5 so viel bedeutet und warum es gleichzeitig der Grund ist, wieso ich mich um meine eigenen Eindrücke in GTA 6 sorge, möchte ich euch auf eine kleine Zeitreise mitnehmen:
Gaming-Experte befürchtet: GTA 6 wird so groß, dass es die gesamte Zeit und das Geld der Gamer frisst
Autoplay
GTA 5 war zu erwachsen für mich, doch das machte es so attraktiv
Es ist 2013, ich bin 13 Jahre alt und ich besuche meine Freundin aus der Nachbarschaft, mit der ich mich regelmäßig verabrede. Als sie mich ins Haus lässt, gehen wir jedoch nicht zu ihrem, sondern zum Zimmer ihres großen Bruders, der gerade unterwegs ist.
Und auf dem Fernsehbildschirm erblickte ich schließlich das Erste von vielen weiteren Malen: Ein Mann mit Waffe, einer mit einem Rottweiler, eine Frau, die uns einen Kuss entgegenwirft – den Ladebildschirm von GTA 5.
Meine Freundin, die aufgrund ihrer Brüder bereits wusste, worum es sich bei GTA handelt, berichtete mir von Dingen, die man in dem Videospiel machen kann, die ich kaum fassen konnte. Meine Welt von Animal Crossing, Pokémon und Die Sims wurde überrollt von verbotenen Dingen: Fahrer aus Autos ziehen, um selbst einzusteigen, dabei möglichst viele Passanten auf dem Bürgersteig zu überfahren und als Zielort den lokalen Stripclub anzusteuern.
Bis zu diesem Moment hatte ich so etwas noch nie für möglich gehalten und als edgy Teenagerin, die von dem Unbekannten und Heimlichen mehr als motiviert war, musste ich es mit meinen eigenen Augen sehen.
Dieses YouTube-Video von jackystone könnte eine Momentaufnahme unserer damaligen Spielerfahrung sein:
Die Story war uns schnuppe, ebenso wie der Ingame-Kontostand, den wir für Paintjobs an den Autos ihres Bruders, zu viele Klamotten und Tattoos sowie freundliche Tänzerinnen verprasselten. Nach den ersten heimlichen Stunden in GTA 5 konnten wir beide es kaum erwarten, wenn ihr Bruder sich woanders mit Freunden verabredete.
Dann würden wir seinen Fernseher mitsamt PlayStation 3 kapern, um in Los Santos unser Unwesen zu treiben. Und wenn es dann schließlich Ärger von ihm gab, nahmen wir es hin. Doch abhalten konnte uns das nicht, das Verbotene machte das Spiel nur noch verlockender.
Als ich eine Weile später schließlich meine eigene PlayStation kaufte, natürlich mitsamt einer persönlichen Ausgabe von GTA 5, konnte ich dann wirklich in das Spiel und die Story eintauchen. Ich verbrachte bis zu meinem Abi in 2018 eine Menge Zeit in dem Spiel und bin seit der Ankündigung von GTA 6 sehr gespannt, ob ich mit dem Nachfolger genauso viel Spaß haben werde.
Doch gerade, weil GTA 5 so eine Gaming-Erleuchtung für mein 13-jähriges Ich war, mach ich mir Sorgen, dass mich GTA 6 wegen falscher Vorstellungen enttäuschen wird.
GTA 6 wird für mich einfach nicht so kicken wie GTA 5, und da kann es gar nichts für
GTA 5 war nicht nur ein spaßiges Spiel, es war für meine eigene Erfahrung mit Videospielen ein Meilenstein. Die vielen Möglichkeiten meines ersten Open-World-Spiels, gemixt mit dessen Themen, waren für mich überwältigend. Sie machten GTA 5 für meine absolut noch nicht abgeschlossene Gehirnentwicklung zum krassesten Ding aller Zeiten, und das unangefochten.
Und da liegt das Problem: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mit meinen jetzt 26 Jahren und weitaus ausgeprägterer Gaming-Erfahrung erneut so geflasht werden kann wie damals.
Allein eins meiner absoluten Lieblingsgames, Cyberpunk 2077, macht genau das, was ich an GTA 5 so liebte: Autos klauen, in der Stadt mein Unwesen treiben und ja, die Jig-Jig-Street gibt es auch. Dinge, für die ich GTA 5 zum Meilenstein erklärt habe, machen immer noch Spaß, sind aber einfach nichts Besonderes mehr.
Rückblickend frage ich mich, ob ich GTA 5 wirklich mochte oder ob ich es einfach cool fand, zu jung ein Spiel ab 18 zu spielen. Allerdings erkenne ich an meinen anderen Games – siehe Cyberpunk 2077 – dass ich auch ohne die gleiche Überwältigung Spaß an GTA 6 finden kann.
Dafür muss es aber extra gut werden, da ich nicht glaube, dass die Erinnerung an meine Kindheit ausreichen wird. Dafür habe ich bereits in zu vielen Spielen genug Leute über die Motorhaube geschleudert.
GTA 5 war damals jedoch nicht das einzige Spiel, das mich noch mehr für Gaming begeisterte. Eines der prägendsten Games, das mir seit meiner Kindheit bis heute unheimlich viel bedeutet, ist The Last of Us. Und nur ein Spiel hat es seitdem geschafft, das gleiche Gefühl einzufangen, das ich damals mit Joel und Ellie erlebte: Seit 13 Jahren hat mir kein Spiel so ein Gefühl gegeben wie ARC Raiders, dabei spiele ich auf die „langweiligste” Art
Der Beitrag Ich habe GTA 5 viel zu früh gespielt, und ich fürchte, es hat mich für GTA 6 ruiniert erschien zuerst auf Mein-MMO.
