Mit Lord of Hatred erscheint die zweite Erweiterung für Diablo 4. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus hatte als einer der wenigen Spieler die Möglichkeit, bereits vorab in die Story und Inhalte reinzuschauen und ist überrascht, wie sehr sich Blizzard hier ins Zeug gelegt hat.
Vermutlich kennen das die meisten von euch: irgendwann ist einfach die Luft raus. Zumindest für eine Weile. Da kann das Gameplay noch so gut sein, man braucht einfach einen Tapetenwechsel. Nach fast 10 Seasons war das in Diablo 4 für mich der Fall.
Seit dem Release des Paladins im Dezember 2025 habe ich so gut wie nicht mehr gespielt – weniger, weil Diablo 4 ein schlechtes Spiel wäre, sondern mehr, weil mich andere Spiele mehr begeistern konnten.
An einem Sonntagmittag habe ich mich dann doch schließlich aufgerafft, mir die Review-Version von Lord of Hatred anzuschauen. Hätte mir jemand gesagt, dass ich 10 Stunden am Stück durchzocke, weil ich nicht mehr vom Spiel loskomme, ich hätte ihn für verrückt erklärt.
Der offizielle Launch-Trailer zu Diablo 4: Lord of Hatred
Autoplay
Eine kleine Änderung sorgt direkt für gute Stimmung
Natürlich wusste ich schon vorher, welche Features mit Lord of Hatred ins Spiel kommen würden, aber wie sehr mich die abholen würden, habe ich nicht erwartet. Schon nach wenigen Minuten hat mich eine Neuerung entzückt jauchzen lassen: die transparente Map.
Ja, mit Lord of Hatred erfüllt Blizzard endlich einen simplen, aber langjährigen Wunsch der Community: statt Minimap und großer Weltkarte, die alles versteckt, gibt es jetzt ein transparentes Map-Overlay, mit dem man sich zu Zielen navigieren kann. Endlich nicht mehr nach rechts oben starren.
Etwa eine halbe Stunde später war ich dann komplett in Sanktuario versunken. Es hat einfach alles gepasst:
Die neue Klasse, der Warlock, hat mich direkt gepackt und das mit Builds, die ich eigentlich gar nicht mag.
Features wie der Talisman, mit dem endlich Sets zurückkommen, aber auch das verbesserte Skill-System fühlen sich an wie eine bessere Version von Diablo 4.
Skovos als neues Setting ist nicht nur unverbraucht, sondern auch ein geschichtsträchtiges Gebiet, das ich als Lore-Nerd natürlich erkunden will. Hier ist schließlich die Wiege der Menschheit, der Ursprung der ganzen Welt von Diablo.
Am meisten hat mich jedoch die überraschend tiefe, vor allem aber düstere Story der Kampagne gepackt. Aus einem vorab gezeigten Cinematic dachte ich mir bereits, dass Lilith eine Rolle spielen würde, aber ob und wie Blizzard das umsetzen würde, wusste ich bis dahin noch nicht.
Die Story ist viel besser als in Vessel of Hatred
Leider darf ich nicht allzu sehr auf die Geschehnisse der Story eingehen – zumal ich euch damit auch spoilern würde, und das will ich nicht. Die Kampagne ist es wert, sie selbst zu erfahren und die dramatischen Wendungen unverfälscht erleben zu können.
Zwei Dinge kann und will ich jedoch sagen. Zum einen ist die Kampagne von Lord of Hatred deutlich besser als die des Vorgängers Vessel of Hatred. Statt einer Story rund um Freundschaft und Selbstfindung mit offenem Ende gibt es knallharte Konfrontationen mit dem Bösen und verzweifelte Kämpfe ums Überleben.
Zum anderen ist Lord of Hatred düster. Also so richtig, richtig düster, selbst für Diablo-Verhältnisse. Ich bin ja vieles gewohnt und dank Warhammer weiß ich, was „grimdark“ bedeutet, aber Lord of Hatred hat mich an einigen Stellen schlucken lassen.
Dabei sind die Szenen nicht einmal übertrieben. Sie wirken nicht grundlos brutal oder sinnlos grausam – sie fügen sich in eine Welt, die am Abgrund steht und bei der klar wird: wenn wir jetzt nicht handeln, ist alles vorbei. Einen Vorgeschmack gab es bereits durch eine Cutscene mit der Amazonen-Königin. Mehr Teaser bekommt ihr von mir nicht.
Da die meisten Screenshots ebenfalls bereits Spoiler enthalten würden, gibt’s hier nur einen abschätzigen Blick meiner Hexenmeisterin:
Mit dem Warlock hat Blizzard den Vogel komplett abgeschossen
Stattdessen will ich noch auf die eine Sache eingehen, die mich vielleicht am meisten überrascht hat, abgesehen von der Story. Vom Experten Rob wusste ich bereits, dass der Warlock eine komplexe, vielseitige Klasse wird.
Nachdem ich 10 Stunden am Stück den Hexenmeister gespielt habe, weiß ich jetzt nicht nur, dass er Recht hat, sondern auch, dass wir beide bisher höchstens an der Oberfläche gekratzt haben. Die Klasse ist absolut irre:
Beim Leveln bekommt man eine grobe Vorstellung davon, was der Warlock so kann: Dämonen beschwören, dunkle Mächte nutzen, Höllenfeuer auf Gegner regnen lassen.
Das neue Skill-System sorgt dann dafür, dass man einen tieferen Einblick in die Möglichkeiten bekommt, die so möglich sind: Will ich mich selbst in einen Über-Dämonen verwandeln? Will ich die Gegner in meinen eigenen Dämonen ertränken? Oder spiele ich sogar einen „sneaky“ Build?
Im Endgame habe ich dann überhaupt nicht mehr verstanden, was überhaupt noch abgeht. So viele Möglichkeiten, die alle – mehr oder weniger gut – funktionieren… da komme ich mit nur einem Gehirn nicht weiter.
Tatsächlich hat mich die Klasse so sehr gefesselt, dass ich sogar Builds ausprobiert (und die meiste Zeit gespielt) habe, die ich eigentlich wirklich hasse: Summon-Builds mit haufenweise Dämonen, die sich beim Warlock aber „aktiver“ anfühlen als die untoten Armeen des Nekromanten etwa.
Wir hatten die Möglichkeit, uns per Cheats direkt ins Endgame mit allen möglichen Items boosten zu lassen. Da habe ich dann versucht, ein paar mehr Builds zu bauen und war teilweise erfolgreich, aber es gibt einfach zu viele Möglichkeiten und alle klingen irgendwie cool.
Alle Klassen haben Anpassungen bekommen, ich habe jedoch nur den Warlock gespielt und könnte mich selbst beißen, dass ich nicht doch früher (und mehr) gezockt habe. Zu meiner Verteidigung: die Hälfte der Test-Zeit hatte ich noch Urlaub und entsprechend nicht in meine Mails für den Zugang geschaut… zumindest erzähle ich mir das selbst für mein Gewissen.
Ein Kopfnicken in Richtung Diablo 3 und… Kuhlevel?
Neben dem Warlock, der Map und der Story kommt Lord of Hatred mit haufenweise anderen Neuerungen, etwa:
einem neuen Endgame durch die Kriegspläne, das ich jedoch nur so mittelmäßig fand
Kanai’s Würfel, der schon in Diablo 3 für irre Möglichkeiten gesorgt hat und der in Diablo 4 genauso wichtig sein wird
Angeln als neues Feature, in dem ich mich natürlich ebenfalls für eine Weile verloren habe… aber dem ich mich erst mit Release wirklich widmen werde
Als Erweiterungen des Spiels fand ich die Systeme zum größten Teil gelungen, sie dienen aber vor allem dazu, das Core-Gameplay aus Dämonenschlachten abwechslungsreicher zu machen, und das macht Lord of Hatred ohnehin schon gut.
Überraschender fand ich Blizzards direkte Erwähnung des Ku- Kuuu-…. Des Levels, das nicht existiert und das jeder Entwickler dementiert. Schon beim Angeln habe ich eine alte Kuhglocke gefunden und in den Transmog-Vorlagen fand ich die „Krone des Kuh-Königs.“ Macht mit der Info, was ihr wollt.
In der Nacht zum 21. April wurden die Server dann wieder geschlossen, und ich habe von vielen Seiten der Rezensenten gehört, wie begeistert sie sind. Da muss ich mich einreihen und freue mich wirklich auf den 28. April und den Release der Erweiterung.
Dass die Kampagne doch ein gutes Stück länger dauert, als die von Vessel of Hatred liegt zwar zu einem guten Teil an den Aufgaben, die es zu bewältigen gilt, allerdings auch an der schieren Größe von Skovos – die ich leider nicht abbilden darf. Aber das neue Gebiet ist tatsächlich riesig: Spieler vergleichen das neue Gebiet aus Diablo 4: Lord of Hatred mit dem 1. DLC, meinen: Skovos wird 25 % größer als Nahantu
Der Beitrag Nach 5 Monaten Pause in Diablo 4 habe ich die neue Erweiterung gespielt und wollte gar nicht mehr aufhören erschien zuerst auf Mein-MMO.
