MeinMMO-Redakteur Dariusz Müller hat die Beta von The Expanse: Osiris Reborn gespielt und erkennt bereits das große Potenzial des Spiels – aber um ein Hit zu werden, muss es dafür ein schwerwiegendes Problem bis zum Release in den Griff bekommen.
Ab dem 22. April 2026 habt ihr die Möglichkeit, bei einer Closed-Beta einen Blick auf The Expanse: Osiris Reborn zu werfen und die zweite Mission der Kampagne zu spielen, wenn ihr „Miller’s Pack“ oder die Sammler-Edition des Spiels erworben habt.
Ich habe die Beta bereits im Vorfeld gespielt und mir unter anderem einen Eindruck vom Dialog-System, dem Shooter-Combat und dem Bewegen in der Schwerelosigkeit verschafft. Ich konnte auch schon sehen, dass meine Auswahl in den Gesprächen mit verschiedenen NPCs Auswirkungen hat, die ich jedoch erst viel später im fertigen Spiel spüren würde.
Fans vom „The Expanse“-Universum bekommen zudem direkt zu Beginn der Beta etwas Lore geboten. Schon in den ersten 5 Minuten hörte ich im Hintergrund eine Nachrichtensprecherin über James Holden sprechen – dem Protagonisten der TV-Serie und der Bücher. Als Fan des ursprünglichen Werkes liebe ich solche Details.
Dynamische Kämpfe statt „Hau den Lukas“
Während der Beta können wir zwischen einem männlichen Charakter von der Erde oder einem weiblichen Charakter aus dem Asteroidengürtel und einer Spezialisierung auf Offiziers- oder Hacker-Fähigkeiten wählen.
Ich habe zwei Durchläufe der Beta gespielt, einmal mit einem weiblichen Offizier vom Gürtel und einmal mit einem männlichen Hacker von der Erde. Während der Offizier beispielsweise mit Granaten und Brandmunition Chaos stiftet, schockt der Hacker seine Gegner mit Stromschlägen und hetzt ihnen einen Roboter-Bienenschwarm auf den Hals, der Schaden verursacht.
Gekämpft wird in der 3rd-Person-Perspektive, wobei ihr euch in jedem Gefecht dringend Deckung suchen solltet. The Expanse: Osiris Reborn ist spielerisch nämlich in erster Linie ein Deckungs-Shooter. Der Skilltree deutet allerdings an, dass es im späteren Verlauf des Spiels auch einen Build geben könnte, mit dem ihr den Rambo-Style etwas stärker ausleben könnt.
The Expanse: Osiris Reborn zeigt das Gameplay des Rollenspiels im Trailer
Autoplay
Passend dazu zeigt euch das Spiel recht schnell, dass ihr nicht stundenlang regungslos hinter einer Deckung sitzen und warten könnt – eure Gegner werden diese nämlich oftmals nach einigen Sekunden zerstören. Dadurch wird das Gameplay etwas dynamischer und verhindert, dass eine Schießerei zu „Hau den Lukas“ wird und alle nur darauf warten, dass der Gegner aus der Deckung luchert.
Da ich sehr ungeduldig bin, habe ich zudem viel Gebrauch von meinen Fähigkeiten und meinem Begleiter gemacht. Dieser kann euren Widersachern etwa ein explosives Präsent vor die Füße schmeißen. Damit ihr beim Koordinieren der Angriffe nicht in Panik verfallt, könnt ihr per Knopfdruck kurzzeitig die Zeit verlangsamen, während ihr den gewünschten Befehl für euren Begleiter raussucht.
Das war in der Beta mit nur einem Companion selten notwendig, aber kann im fertigen Spiel mit mehreren Begleitern ein sehr nützliches Feature sein. Habt ihr den Dreh hinter dem Kampfsystem erstmal raus, geht das Erteilen von Befehlen auch schnell und flüssig von der Hand. So habe ich den zweiten Durchgang der Beta in knapp 30 Minuten durchgespielt.
Viel Action mit einem besonderen Highlight: Schwerelosigkeit
Insgesamt verschaffte mir die Beta einen guten ersten Eindruck. Es gab viel Action, denn gleich an mehreren Punkten innerhalb der Mission wurden wir in einen neuen Schusswechsel gerissen. Doch auch zwischen den Schießereien wurde oftmals nicht an Action gespart, denn gleich in mehreren Zwischensequenzen flogen Dinge in die Luft.
Mein Highlight war allerdings der Kampf in der Schwerelosigkeit. An einem Punkt der Beta-Mission kämpfen wir auf der Außenhülle einer Raumstation – und dieser Kampf fühlt sich grundlegend anders an als die Kämpfe innerhalb von Räumlichkeiten:
Schüsse klingen deutlich dumpfer.
Die Bewegungen der Spielfiguren sind ganz anders.
Die Projektile der Schusswaffen fliegen nicht wie im normalen Raum.
Das Beste am Kampf im Weltraum war allerdings der Perspektivenwechsel auf dem Schlachtfeld. Damit wir nicht unkontrolliert in den Weltraum schweben, trägt unsere Spielfigur magnetische Stiefel.
Mit diesen magnetischen Stiefeln können wir auch mal eine Schräge entlanglaufen und erhalten – verglichen zu unserer vorherigen Kampfstellung – quasi eine neue Perspektive auf das immer noch gleiche Schlachtfeld.
Das Gameplay fühlt sich einzigartig an, aber die starren Gesichter stören
Das ist der Eindruck von MeinMMO-Chefredakteurin Leya:
Bei einer Sache muss ich mich Dariusz direkt anschließen: Die Sequenz, bei der ihr ins All hinausgeht und mit Magnetstiefeln auf dem Schiff kämpft, hat mich einfach nur umgehauen! Ich konnte richtig spüren, wie die Stiefel auf dem Metall stampften, sich festsaugten und mein Gang ein Stückchen träger wurde. Das, gepaart mit der rotierenden Perspektive, sorgte bei mir für ein Gefühl, das ich nur schwer mit anderen Spielen vergleichen kann.
Es hilft natürlich, dass ich ein großer Fan von Sci-Fi, Raumschiffen und dem Universum bin, denn das hat Owlcat wirklich umwerfend schön umgesetzt. Man darf es fast nicht schreiben, aber ich war sogar total fasziniert davon, wie meine Gegner durch den Weltraum schwebten, wenn sie den Kampf mit mir nicht überstanden hatten. Die Physik ist klasse – selbst wenn es nur Tücher gewesen wären, die durchs All treiben, hätten sie sehr hübsch ausgesehen.
Für Lore-Fans gibt es ebenfalls einiges zu entdecken. Ich habe mir Zeit gelassen und diverse Tagebucheinträge durchgelesen. Das Universum und auch der Alltag der Menschen dort werden näher beleuchtet. Man bekommt überall große und kleine Geschichten mit, was ich persönlich immer cool finde.
Zu kritisieren habe ich vor allem, dass die Steuerung sich teils noch hölzern anfühlt. Hölzern wirken leider auch die Gesichter der Figuren – was sehr schade ist! Man kann zwar erahnen, dass es im Spiel zu großen Emotionen kommen wird, aber in den Gesichtern erkennt man diese nur schwer.
Alles in allem ist es aus meiner Sicht eine gute Entscheidung von Owlcat, hier eine Beta vor dem Release anzubieten, um auch ein entsprechendes Erwartungsmanagement zu betreiben.
Fazit zur Beta: Viel Potenzial für SciFi- und Expanse-Fans
The Expanse: Osiris Reborn zeigt in der Beta, dass es großes Potenzial hat. Wenn ihr SciFi-Geschichten mögt, vielleicht sogar Fans von The Expanse (der Serie/der Bücher) seid oder gerne Spiele wie Mass Effect zockt, solltet ihr das neue Spiel von Owlcat Games auf jeden Fall im Auge behalten.
Die ersten Schießereien in der Schwerelosigkeit haben mir gut gefallen und das Spiel deutet bereits in den Anfängen an, dass wir interessante Geschichten innerhalb des „The Expanse“-Universums erleben werden.
MeinMMO-Chefredakteurin Leya Jankowski hat im Interview mit Leonid Rastorguev, dem Game-Design-Director von The Expanse: Osiris Reborn, über die Lore des Spiels gesprochen und erfahren, was die Story auszeichnet. Das Interview könnt ihr auf MeinMMO lesen: „Du kannst versuchen, ein politisches Wiesel zu sein“ – Wir tauchen im Interview tief in die Lore zu The Expanse: Osiris Reborn mit dem Game Director ein
Der Beitrag Wir haben die Beta von The Expanse vorab gespielt: Das absolute Highlight ist das Gefühl von Schwerelosigkeit erschien zuerst auf Mein-MMO.
