Es gibt einige Serien-Enden, die Fans bis heute wütend machen. Viele denken wohl direkt an Game of Thrones oder zuletzt Stranger Things. Für MeinMMO-Redakteur gebührt der Titel des schlechtesten Endes einer legendären Comedy-Serie, die er sich nach über 10 Jahren erneut angeschaut hat.
Obwohl ich Filme ungern nochmal schaue, ist das bei Serien anders. Vor allem Comedy-Serien könnte ich immer wieder schauen. An eine Serie habe ich mich aber fast 12 Jahre lang nicht herangetraut: How I Met Your Mother. Das Ende lief erstmals am 27.08.2014 auf ProSieben (Quelle: fernsehserien.de) und hat mir die gesamte Serie verdorben.
Nachdem ich jetzt erneut alle 9 Staffeln geschaut habe, kann ich mit Sicherheit sagen: Die Enden von Game of Thrones, Dexter oder Stranger Things sind nicht so schlecht wie das Ende von How I Met Your Mother, weil es nicht einfach nur um eine schlechte Staffel oder Folge geht.
How I Met Your Mother – Promo-Teaser zur 8. Staffel mit Fokus auf Barney
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Mehr als nur eine schlechte Staffel
Eigentlich fühlte sich der Rewatch von How I Met Your Mother anfangs wohlig an. Viele der Folgen, die ich schon fast vergessen hatte, waren unterhaltsam (auch wenn einige Witze schlecht gealtert sind). Aber je näher ich der 9. Staffel kam, desto frustrierender wurden einige Storylines.
Die Folgen vor der 9. Staffel waren nicht per se schlechter, aber die Entwicklung der Figuren hat mich wütend gemacht, mit dem Ende der Serie im Hinterkopf. Ein Problem sind Barney und Robin.
Im späteren Verlauf der Serie entwickeln sich beide Figuren nicht einfach nur weiter, sie finden zusammen. Zwei Personen, die scheinbar keine normale Beziehung führen können, finden zueinander und geben auch Dinge für den anderen auf. Das ist romantisch und führt letztendlich zur Hochzeit der beiden, der sich die gesamte 9. Staffel widmet.
Die Geschichte zwischen Robin und Barney ist, retrospektiv gesehen, eine große Zeitverschwendung. Im Universum der Serie lassen sich Robin und Barney nach 3 Jahren scheiden. Das wird aber nicht als Teil der Storyline erzählt, sondern nebenbei einfach erwähnt.
Das kann man grundsätzlich als Geschichte erzählen, immerhin ist Robins Karriere immer ein großer Fokus für sie gewesen. Das Problem ist, warum man die Scheidung in der Serie hat, und das alles hängt mit dem Finale der Serie zusammen.
Dieses verdammte Ende
Die Beziehung von Barney und Robin ist nicht das einzige Frustrierende am Ende von How I Met Your Mother. Ganz am Ende der Serie, nachdem man erfährt, dass die Frau von Ted tot ist, sprechen seine Kinder ihn darauf an, dass er ja Tante Robin liebt und er jetzt die Erlaubnis haben möchte. Die bekommt er und am Ende steht er mit dem blauen Horn erneut vor Robins Wohnung. Romantisch, oder?
Nein, das ist alles andere als romantisch, vor allem wenn man dafür eine Frau umbringen und eine Ehe wieder ruinieren muss. Ganz schlimm fand ich beim Rewatch die 16. Folge der 9. Staffel, Wie eure Mutter mich traf. Die Folge als Einzelnes ist gar nicht so schlecht. Man sieht einen Abriss vom Leben der Mutter und wie sie dann zu Ted kam. Das Problem ist der Grundgedanke der Folge: Nachdem ihr Freund gestorben ist, lernt sie wieder, sich einzulassen.
Genau das, was Ted in der letzten Folge macht. Aus der gar nicht so schlechten Folge wird eine Rechtfertigung für Teds späteres Verhalten.
Versteht mich nicht falsch: Man kann eine solche Geschichte erzählen, wie man nach einem Tod mit der Liebe umgeht, aber nicht nur als Element, um damit das Ende anzudeuten. How I Met Your Mother ist in diesem Twist nicht romantisch, sondern respektlos – gegenüber der eigenen Charakterentwicklung und letztendlich auch den Zuschauern.
Das macht auch das alternative Ende nicht besser, das es später auf den DVDs zu Staffel 9 gab. Tracy überlebt und alle sind glücklich, aber in der 9. Staffel wird deutlich gezeigt, dass Ted Robin liebt und das bleibt. Und ganz ehrlich: Er möchte seinen Kindern von seiner Mutter erzählen, erzählt dabei aber größtenteils von Robin und seinen Freunden. Das Ende war irgendwie von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Die größte Stärke von How I Met Your Mother
Auch wenn ich in den vorherigen Abschnitten hauptsächlich negativ bin, war der Rewatch keine pure Qual. Vor allem bis zur 6. Staffel war die Serie immer noch echt spaßig, vor allem weil die Freundschaft der Gruppe immer ein zentrales Thema bleibt. Sie machen Witze übereinander, aber sind trotzdem immer füreinander da. Die Darsteller passen als Gruppe gut zusammen und allgemein ist die dargestellte Freundschaft eine der besten, die ich aus Serien kenne.
Deshalb ist es ja so frustrierend, dass das Ende so schlecht ist, weil es Figuren wie Ted im Nachhinein schlechter macht. Viele Situationen bezieht man bereits vorab auf das Ende, was mir einzelne Folgen vermiest. Die Serie schafft es ja oft sogar, romantisch zu sein, scheitert aber genau damit dann zum Schluss.
Das Ende war bereits 2006 abgefilmt (Quelle: Vulture). Das ist grundsätzlich ein gutes Zeichen, weil man dann darauf hinarbeiten kann und sich nicht plötzlich ein Ende ausdenken muss. Leider fühlt sich aber die 9. Staffel so an, als müsste man die Serie zu Ende bringen.
Und das ist noch schlimmer als die Enden von Dexter oder Game of Thrones. Die sind auch echt nicht gut, aber sie vermiesen mir nicht nachträglich viele andere Staffeln und Folgen. Auch Marshall ist ein Problem in der 9. Staffel: Ein YouTuber erklärt, wie ausgerechnet „Marshall“ die letzte Staffel von How I Met Your Mother ruiniert haben soll
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