MeinMMO-Asia-Experte Cedric Holmeier hat sich auf die chinesischen Server von Honor of Kings: World begeben und verrät, was man vom großen MMORPG-Spinoff des MOBA-Hits erwarten kann.
Was ist Honor of Kings: World überhaupt? Bevor wir in die Details des Gameplays abtauchen, müssen wir kurz klären, was uns hier eigentlich erwartet. Wer bei Honor of Kings nur an das gigantische Mobile-MOBA von Tencent denkt (das im Oktober 2025 mal eben die Marke von 260 Millionen Spielern geknackt hat), liegt zwar richtig, muss aber für World komplett umdenken.
Wie MeinMMO-Kollege Karsten Scholz bereits treffend analysiert hat: Das wahrscheinlich größte MMORPG des Jahres 2026 ist in Wahrheit gar kein klassisches MMORPG. Vielmehr erwartet euch ein riesiger, wunderschöner Open-World-Hybrid, der sich vom klassischen Themenpark-MMORPG verabschiedet.
Hier sind die wichtigsten Eckdaten, die ihr vorab wissen müsst:
Solo-Fokus: Ihr teilt euch die offene Welt nicht mit hunderten anderen Spielern, die euch die Quest-Monster wegfarmen. Andere Spieler tauchen in eurer Welt meist nur als Schemen auf.
Gezielter Multiplayer: Wenn ihr mit anderen spielen wollt, könnt ihr euch jederzeit für Dungeons, Story-Koop, Housing-Events oder PvP-Modi (1vs1, 4vs4) zusammenschließen. Das Prinzip erinnert stark an Hits wie Where Winds Meet oder Genshin Impact.
Keine Klassen, sondern Champions: Anstatt einen Krieger oder Magier zu erstellen, rüstet ihr euch mit den Fähigkeiten von zwei bekannten MOBA-Helden gleichzeitig aus und kombiniert diese nahtlos im Kampf.
Tencent setzt hier also voll auf eine Singleplayer-Erfahrung mit optionalen, aber tiefgreifenden Multiplayer-Hubs.
Mit welchen Erwartungen und Kenntnissen gehe ich rein? Ich habe zwar schon viele asiatische MMORPGs gespielt, aber mein Interesse an MOBAs hört nach einem ARAM in League of Legends längst wieder auf. Honor of Kings kenne ich entsprechend nur vom Hörensagen und dem, was wohl die meisten wissen:
Großer LoL-Konkurrent
Riesig in China
Preisgelder in Millionen-Höhe
Dass die Entwickler mit Honor of Kings: World ein MMORPG-Spinoff auf den Weg bringen, hat mich erstmal gar nicht so interessiert. Klar, das Unternehmen hat die finanziellen Mittel, um etwas Großes auf die Beine zu stellen, das zeigten sie schon mit dem riesigen Messestand auf der Gamescom. Doch nach Spielen wie Tarisland und Blue Protocol: Star Resonance habe ich von HoKW ehrlich gesagt so gar nichts erwartet – und wurde komplett geflasht.
Hier könnt ihr einen ersten Eindruck vom Spiel gewinnen:
Honor of Kings: World zeigt Setting und Kämpfe im Trailer
Autoplay
Grafik & Inszenierung: Oh Junge!
MMORPGs aus Asien werden oft auch für Mobile entwickelt. Das liegt einfach daran, dass viele der über eine Milliarde Chinesen nie einen Computer besessen haben, dafür aber ein Smartphone nutzen. Entsprechend wenig habe ich auch von der Grafik von HoKW erwartet. Doch, oh Junge: die haut mich um!
Wenn WoW 2.0 so schön aussehen und dazu noch so rund wie Honor of Kings: World laufen würde, dann würde wohl jeder ehemalige Spieler nach Azeroth zurückkehren. Die Grafik ist zwar comichaft, doch die Details der Charaktere, der Umgebung und vor allem die extreme Schärfe im Spiel haben mich wirklich umgehauen. Jede Cutscene ist dazu noch cineastisch umgesetzt und könnte als Titelbild für diesen Artikel herhalten.
Einen Pluspunkt gibt es von mir auch für die Kreativität der Inszenierung. Dank der noch nicht vorhandenen Lokalisierung und den eher mauen, von der Community ermöglichten Englisch-Patches habe ich leider nur bedingt eine Ahnung davon, was in der Welt eigentlich vor sich geht.
Die Cutscenes – gerade dann, wenn wieder eine Geschichte erzählt wird – zeigen jedoch nicht einfach nur Gespräche. Sie wechseln teilweise in voll animierte Anime-Sequenzen, die zwar nicht mit Naruto, Conan und Co. mithalten können, jedoch in der Produktion sicher aufwendiger waren, als einfach nur einen NPC erzählen zu lassen, was irgendwann irgendwo vorgefallen ist.
Die Spielwelt von Honor of Kings: World ist nicht nur optisch ein echter Hingucker, sie ist auch schlichtweg riesig. Es gibt unterschiedlichste Biome zu erkunden. Damit das nicht in einen zähen Lauf-Simulator ausartet, gelangt ihr dank eines schwebenden Surfbretts als Mount ziemlich zügig von A nach B. Alternativ könnt ihr euch aber auch bequem per Schnellreise teleportieren.
Die Welt ist dabei nicht nur eine hübsche Kulisse, sie ist vollgestopft mit Leben: Es gibt reichlich Bosse, Nebenquests und – was mich wirklich überrascht hat – richtig viele Rätsel zu entdecken. Die sind zwar nie extrem schwierig, bringen aber eine großartige Abwechslung in den MMO-Alltag.
Auch in den Dungeons gibt es einiges abseits der Bosskämpfe zu tun. Dort findet ihr beispielsweise Sammelgegenstände, die sich bei einem versteckten Händler gegen kosmetische Items und coole Titel eintauschen lassen.
Das funktioniert vor allem dann hervorragend, wenn man die Dungeons alleine statt in einer wild durchrushenden Gruppe bestreitet und wirklich Spaß am Erkunden hat. Wer sich hingegen nicht so sehr für die Spielwelt an sich faszinieren kann, kommt mit der Schnellreise aber auch wunderbar von Attraktion zu Attraktion – womit wir wieder beim Stichwort „Themenpark“ wären.
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Der Beitrag In China spielen alle gerade das größte neue MMORPG 2026 und ich habe mich für euch auf die Server geschlichen erschien zuerst auf Mein-MMO.
