Der „Architekt von WoWs Zerstörung“ erklärt Blizzard jetzt, wie es besser geht, spricht von Reset, WoW 2 und Lichkönig

Nach dem fehlerverseuchten Patch 12.0.5 meldet sich ein ehemaliger Blizzard-Chef zu Wort, um zu erklären, wie man WoW retten kann. Dabei sieht ein Teil der Community ihn als Mitverantwortlichen für die schlechtesten Phasen des MMORPGs.

Was ist die Ausgangslage? Die Freude an der aktuellen WoW-Erweiterung Midnight leidet, weil sich mit dem jüngsten Patch 12.0.5 eine ganze Reihe von Fehlern nach Azeroth geschlichen hat. Ganze Spielmodi und Systeme waren zeitweise nicht nutzbar. Die Probleme waren derart tiefgreifend, dass sich Blizzard bei den Spielern entschuldigen musste.

Der ehemalige Blizzard-Chef Mike Ybarra nahm jetzt einen Bericht über die Probleme des aktuellen WoW-Patches zum Anlass, um seine Einschätzung der Lage zu geben. Auf X erklärt er: „Bedauerlich. WoW braucht einen Reset, und das Engagement muss klar und fest sein, sonst wird der Abstieg weitergehen.“ Auf Nachfrage, was er mit einem Reset meinen würde und was er denn getan hätte, als er Blizzard geführt hat, ergänzt Ybarra:

Bei WoW muss es um KRIEG gehen – Konflikt, Kampf, Risiko, Belohnung, Erfolg. Das ist es, was WoW im Kern ausmacht.

‚Es muss immer einen Lichkönig geben.‘ Ich wollte eine Erweiterung, die zurückkehrt und thematisiert, warum es immer einen Lichkönig geben muss, und diese Geschichte viel weiter führt. Da gibt es noch so viel mehr zu erzählen!

Viel mehr Zeit in Raids und neue Ideen für die CORE-Gaming-Zielgruppe investieren, anstatt in die Casual-Spieler.

Und schließlich: WoW 2, anstatt immer wieder dieselben WoW-1-Erweiterungen im neuen Gewand aufzuwärmen.

Seit etwa 10 Jahren ist das Team dafür einfach nicht mehr vorhanden. Seit den Tagen von Kaplan und den anderen hat es sich zu sehr verändert.

Mike Ybarra auf X

Laut Mike Ybarra muss sich das WoW-Team also neu aufstellen. Der Fokus sollte seiner Meinung nach auf einer neuen Version von World of Warcraft liegen, in der man ikonische Bösewichte wie den Lichkönig erneut ins Rampenlicht stellen kann.


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WoW Midnight: Arators Licht und der Feuerbrand

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Einer der „Architekten von WoWs Zerstörung“

Wie reagiert die Community darauf? Mike Ybarra hat sich nach außen hin zwar immer als ambitionierten Gamer dargestellt, der Raids und hochstufige Mythic-Plus-Dungeons rockt, doch gilt er auch als Wegbereiter der Übernahme von Activision durch Microsoft und der dadurch ausgelösten Entlassungswelle, die Anfang 2024 fast 2.000 Leuten den Job gekostet hat (Ybarra eingeschlossen).

Es verwundert daher wohl nicht, dass seine Ansichten auf wenig Gegenliebe stoßen.

Pugnadeus EU schreibt auf X: „Als Präsident von Blizzard hast du dich über Asmongold lustiggemacht, weil er keine heroischen oder mythischen Raids absolvierte, während du die Casual-Erfahrung zerstört und WoW auf die World-First-Community zugeschnitten hast. Du bist einer der Architekten für die Zerstörung von WoW. Du hast das Spiel zerstört, das ich geliebt habe. Das nehme ich dir übel.“

DatCoopGuy fragt Ybarra auf X: „Warst du nicht derjenige, der gleich nach Weihnachten 1.900 Leute entlassen hat, vor allem aus der Qualitätssicherung?“

Pingu26 sieht das auf Reddit ähnlich: „Der Mann, der die Feuerwache aufgelöst hat, beschwert sich darüber, dass niemand das Feuer löscht.“

FrodoFraggins hat eine klare Meinung auf Reddit: „Er war der schlechteste Präsident, den Blizzard jemals hatte.“

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Wie schätzt MeinMMO-Redakteur Karsten Scholz die Kritik von Ybarra ein? Diplomatisch und wohlerzogen, wie man mich kennt, muss ich sagen, dass der ehemalige Blizzard-Chef ganz schön viel Blödsinn verzapft. Also versteht mich nicht falsch. Die theoretische Idee von einem WoW 2 finde ich seit Jahren extrem spannend, und ich hätte auch nix gegen die Rückkehr zum Fraktionskrieg oder ein Comeback vom Lichkönig.

Blödsinn ist es aber, aus einem schlechten Patch den Untergang von WoW herauszulesen. Nach den stark kritisierten Addons Battle for Azeroth und Shadowlands entwickelt sich World of Warcraft seit Jahren in eine positive Richtung. Ist aktuell alles perfekt? Sicherlich nicht. Dennoch macht Blizzard auch mit Midnight viel richtig. Neuerungen wie das Housing oder das Comeback vom modernisierten Silbermond kommen sehr gut an.

Was Ybarra ebenfalls unter den Tisch fallen lässt: Es gibt mittlerweile diverse WoW-Versionen, die ganz unterschiedliche Spielertypen ansprechen und die Spaß genug machen, um beispielsweise erfolgreichen Hardcore-Events wie Sauercrowd eine Heimat zu bieten.

Wenn man nicht nur die verschiedenen WoW-Versionen hier im Westen nimmt, sondern auch den chinesischen Markt mit einbezieht, kommt man derzeit wahrscheinlich auf eine zweistellige Millionenanzahl von regelmäßigen Spielern. Für solche Zahlen würden andere MMORPG-Betreiber jeden Morgen einen Gnom opfern. Blizzard hat also gar keinen Grund, sein erfolgreiches MMORPG durch ein WoW 2 zu kannibalisieren. Mehr dazu: Wie viele Spieler hat WoW? Neue Daten sagen: mehr als jemals zuvor

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