Das neue Endgame von Diablo 4 klang richtig lahm, aber je mehr ich es spiele, desto besser wird’s

Diablo 4 hat mit Lord of Hatred ein neues Endgame spendiert bekommen. Über Kriegspläne sollen sich Spieler selbst aussuchen, wo sie wie viel grinden möchten – und sogar anpassen, wie sich die Aktivitäten spielen. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus fand die Umsetzung erst lahm. Jetzt kriegt er kaum genug davon.

Im Moment spiele ich so viel Diablo wie seit vielen Monaten nicht mehr. Ich gehe sogar noch ein Stück weiter: So intensiv wie jetzt habe ich Diablo 4 noch nie gespielt. Herausforderungen wie die Pinnacle-Bosse waren nie meine Ambition. Jetzt grase ich absolut alles ab.

Das liegt nicht nur an den neuen Inhalten von Lord of Hatred, auch wenn ich mit dem Hexenmeister richtig viel Spaß habe. Mein Haupt-Antrieb ist das neue Endgame und die Spirale aus Besserwerden, Loot finden und größere Herausforderungen bestreiten – also genau das, was Spiele wie Diablo schließlich ausmacht.

Allerdings hatte ich hier erst Bedenken, denn: schon im Vorab-Test fand ich die Kriegspläne eher… öde. Jetzt weiß ich, dass ich das ganze Feature komplett unterschätzt habe.


Video starten

Der offizielle Launch-Trailer zu Diablo 4: Lord of Hatred

Autoplay

Je weiter ich komme, desto mehr Spaß macht die Sache

Für alle, die Lord of Hatred noch nicht gespielt haben: Kriegspläne sind das neue Endgame-Feature, in dem ihr einen Ablauf an verschiedenen Aktivitäten zusammenstellt, so Fortschritt sammelt und besondere „Perks“ für den jeweiligen Content freischaltet. In Horten können zusätzliche Bosse auftauchen, in der Unterstadt Goblins, in Alptraum-Dungeons horadrische Altäre etc.

Die Idee war auf dem Papier cool: selbst aussuchen, welchen Content man macht und dafür belohnt werden. In der Praxis sah das dann aber so aus, dass ich nur begrenzt auswählen durfte, wo ich grinde.

Nach Erreichen von Stufe 70 habe ich die Kriegspläne erst einmal nur als Kompass genutzt – und natürlich für mehr Beute gratis dazu, wenn ich ja sowieso schon grinde. Als ich mich dann aber stärker damit befasst habe, wollte ich gar nicht mehr aufhören.

Mit den ersten Skillpunkten in den Talentbäumen der Kriegspläne habe ich etwa freigeschaltet, dass mich in Höllenfluten dämonische Ratten angreifen. Die geben mehr Glut, also schneller mehr Loot, also will ich das natürlich ausprobieren.

Links: eine mögliche Route der Kriegspläne. Rechts: einer der Skilltrees.

Nur noch ein Warplan vorm Bett…

Aus: „Ich probiere mal schnell noch diesen neuen Perk aus“, wurde dann schnell: „Oh, das nächste sieht auch spannend aus, da grinde ich noch hin.“ Dass ich dabei mit Loot überhäuft werde, sorgt natürlich zusätzlich für Dopamin, schließlich kann im nächsten Drop der God-Roll für meinen Build liegen.

Die Kriegspläne halten mich aktiv im Spiel und das nicht durch nervigen Grind, sondern durch Ziele. Ich mache mehr, weil ich weiter kommen will, weil ich sehen will, was noch geht. Es dauert lange, den ganzen Kram zu leveln, aber der ganze Weg dorthin ist gepflastert mit Belohnungen:

In der Grube muss ich sowieso meine Glyphen leveln und werde damit stärker.

Bosse in Horten geben mir bestimmte Items, die ich für meinen Build brauche.

In Alptraumdungeons oder der Unterstadt bekomme ich am Gold und Materialien, die ich fürs neue Crafting en masse brauche.

Das Gefühl, „nur noch kurz einen Kriegsplan“ abzuschließen, bevor man aufhört (wirklich! Nur noch einer!) hallt auch in der Community wider (auf Reddit). Blizzard hat genau den richtigen Sweet Spot zwischen Belohnung und Grind gefunden.

Es ist leichter geworden, sich zu verbessern, ohne dabei trivial zu sein. Erst habe ich mit dem Kopf geschüttelt, als die Entwickler genau die Kriegspläne als ihre große Neuerung gefeiert haben. Jetzt verstehe ich sie – und sehe sogar noch mehr Vorteile.

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema
Ein Gegner aus Diablo 4 wurde zur Lachnummer, ist als Boss plötzlich viel zu hart – Blizzard bringt Patch

von Nicole Wakulczyk

Mehr zum Thema
Neue Klassen in Diablo 4 sind oft OP, aber Spieler finden, der Warlock stinkt gegen die altbewährten ab

von Nicole Wakulczyk

Mehr zum Thema
Diablo 4: Tier List für Season 13 – Die besten Builds im Endgame

von Benedict Grothaus

Kriegspläne bringen Rückkehrern bei, was Diablo alles zu bieten hat

Als jemand, der selbst monatelang nicht aktiv gespielt hat, gingen viele Inhalte an mir vorbei. Die Unterstadt von Kurast, Höllenhorden, Horte … die ganzen Features kenne ich, allein, weil ich sie bearbeite. Aber wirklich verfolgt oder gefarmt habe ich sie nicht.

Die Kriegspläne haben mich anfangs dazu gezwungen, mir alles doch nochmal anzuschauen und zugleich die Möglichkeit gegeben, meine Erfahrung persönlich anzupassen. Insbesondere die Unterstadt, die ich lange Zeit aktiv gemieden habe, ist mittlerweile eine meiner Lieblings-Aktivitäten.

Wer Diablo 4 mit Lord of Hatred (wieder) anfängt, bekommt einen roten Faden an die Hand, der ihn durchs Endgame führt und zeigt, was das Spiel nun alles zu bieten hat.

Alles lohnt sich – nur ein Content nervt des Todes

Durch das ganze Zusammenspiel der Inhalte und vor allem der Möglichkeit, sich über den Horadrimwürfel starke Items selbst zu schmieden, fühlt sich kein Content nach Zeitverschwendung an. Alles bringt mich dem Ziel näher.

Nur eine Sache sticht heraus: Höllenhorden. Vielleicht ist das Meckern auf hohem Niveau, vielleicht sehe ich nur den Vorteil nicht, aber dafür, dass diese Runs ewig dauern, steckt da viel zu viel Zufälligkeit drin. Im Vergleich zu allen anderen Endgame-Inhalten lohnen sich die Horden einfach nicht. Selbst „große Mengen an Monstern platzen lassen“ geht anderswo genauso gut.

Dazu kommt, dass Kriegspläne pro Charakter gelevelt werden, was etwas nervt, aber verkraftbar ist. Ich fange erst jetzt einen zweiten Charakter an, denke aber nicht, dass mich das erneute Leveln der Kriegsplan-Talentbäume allzu sehr nerven wird. Ich mache aber wirklich nur noch einen fertig, bevor ich ins Bett gehe …

Noch mehr als die Kriegspläne überzeugt mich im Übrigen der Horadrimwürfel. Von dem wusste ich schon vorher, dass er ziemlich stark sein wird, aber hätte nie erwartet, wie mächtig er wirklich ist, bis ich mir meinen eigenen God-Roll aus einem weißen Item geschmiedet habe. So etwas überrascht auch andere Spieler immer wieder: Spieler fragt, wie alle in Diablo 4 so schnell an gute Ausrüstung kommen – Das Geheimnis ist der Horadrimwürfel

Der Beitrag Das neue Endgame von Diablo 4 klang richtig lahm, aber je mehr ich es spiele, desto besser wird’s erschien zuerst auf Mein-MMO.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *