Ich habe Subnautica 2 wie ein Horror-Spiel und wie ein Cozy Game gespielt und musste lernen, dass es keins von beidem ist

Subnautica 2 ist das meistgewünschte Spiel auf Steam. MeinMMO-Redakteurin Lydia ist in den neuen Survival-Titel abgetaucht. Dabei spielte sie ihn zunächst völlig falsch.

Oh, was ist denn da hinten? Das seh ich mir mal a- SAUERSTOFFMANGEL! Puh, gerade noch rechtzeitig an die Oberfläche gescha- BISSWUNDE! DU WIRST GEJAGT! Okay, dann bleibe ich erstmal in der Nähe meiner Rettungskapsel und sammle Ressourcen… NEIN! DU HAST DURST, DU BRAUCHST WASSER-SCHNECKEN!

Ungefähr so liefen meine ersten Schwimmversuche in Subnautica 2 ab. Dabei hatte ich eigentlich einen Plan. Fasziniert davon, dass die Spiele trotz des Horror-Tags auf Steam so oft als Cozy Game empfohlen werden, wollte ich den neuen Teil auf zwei unterschiedliche Arten spielen.


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Subnautica 2: Der erste Gameplay-Trailer zum Survival-Hit auf Steam

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Ich wollte die magische Unterwasserwelt erkunden, doch sie ließ mich nicht

Tatsächlich fand ich den ersten Sprung ins tiefschwarze Wasser ziemlich gruselig. Doch nach den initialen Schreckmomenten, der Flucht ins Pause-Menü und den unvermeidlichen Ertrinkungstoden wich der Gruselfaktor schnell Frustration. Subnautica 2 hielt mir ständig eine saftige Karotte vor die Nase, und bestrafte mich dann dafür, dass ich sie mir angeln wollte.

Ich meine – ihr könnt mir doch nicht so einen riesigen Baum ins Sichtfeld setzen, und erwarten, dass ich nicht sofort hinschwimmen will, oder?

Mit einem neuen Pionier und im Creative-Mode ohne Hunger oder Gefahr konnte ich die Unterwasserwelt zum ersten Mal genießen. Vom Bestaunen der nächtlichen Biolumineszenz zur ersten Morgenröte über den Wellen: Subnautica 2 sieht einfach fantastisch aus.

Von den ständigen Alarmen befreit, begann ich, frei zu erkunden. Ich schwamm in jede Himmelsrichtung, scannte alles, was mir vor die Flinte kam, und begann, mir eine schicke Basis einzurichten.

Hier zeigte sich eine neue Stärke von Subnautica 2. Denn die zahlreichen Lebewesen führen eine Art Eigenleben, das sich nicht ausschließlich um mich als Spieler dreht. Die Kreaturen warten nicht nur darauf, dass ich in ihr Sichtfeld trete, sondern interagieren mit ihrer Umgebung und miteinander.

Die Hammerköpfe knallen gerne gegen Korallen oder einander. Das klingt gruselig, doch sie interessieren sich kaum für mich.

Die kleinen Schnecken sind essenziell für die frühe Wasserversorgung. Die Krabben sehen einfach lustig aus.

Unterwasser herrscht reges Treiben.

Die Quallen wirken nicht aggressiv, doch verletzen können sie mich dennoch.

Die Nibbler-Mangos jagen in Gruppen… und die Beute bin ich.

So richtig zufrieden war ich mit meiner Cozy-Erfahrung aber auch nicht. Durch das völlige Fehlen von Beschränkungen konnte ich das Spiel komplett Sequence-breaken. Plötzlich fand ich mich in Bereichen wieder, die ich ganz offensichtlich erst nach einigen Stunden und vielen mühsamen Upgrades hätte sehen sollen. Die durchaus interessante Story konnte ich so nicht mehr wirklich erleben.

Eine gemütliche Stimmung wollte sich jenseits des bunt-leuchtenden Startgebiets ohnehin nicht so richtig einstellen.

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Back to the Basics

Der Creative-Modus half mir allerdings, in Ruhe und ohne dauernde Angst die Basics zu lernen. Hier musste ich mir eingestehen: Subnautica 2 ist eben weder Horror- noch Cozy Game, sondern in erster Linie ein Survival-Spiel.

Und siehe da: Kaum fing ich an, es auch als solches zu behandeln, machte es Klick. Ich wechselte zurück zu meinem Survival-Spielstand, ging es diesmal aber anders an. Kein Bruteforcen in Bereiche, in denen mich das Spiel offensichtlich (noch) nicht haben wollte.

Stattdessen blieb ich in der Nähe meiner Rettungskapsel, machte kurze Tauch-Trips, sammelte Ressourcen und sicherte mir meine erste genetische Anpassung.

Mit der Zeit wurde ich dann wieder etwas mutiger und begann, die umliegenden Strukturen zu erkunden. So konnte ich meine ersten Werkzeuge craften, und bald auch eine erste Base errichten. Okay, der Blueprint für „Zimmer“ fehlte mir noch, also war sie nur ein Gebilde aus Korridoren – aber das fühlte sich im Gegensatz zu meiner vollverglasten Unterwasser-Villa auf dem anderen Spielstand auch tatsächlich verdient an.


Meine Basis im Creative-Mode hat einen großen Wohnraum, ein ausgestattetes Labor und einen Dock für meine Kaulquappe…
… aber irgendwie fühlt sich dieses Gebilde nach Zuhause an.

Wenn ich nun unterwegs eine neue Blaupause fand, eilte ich aufgeregt zurück zu meiner Basis, um meine Errungenschaft direkt herzustellen. Dann noch schnell Materialien verstauen, und schon stürzte ich mich wieder ins Wasser.

Apropos: Das Schwimmen in Subnautica 2 macht wirklich verdammt viel Spaß. Es fühlt sich großartig an, durch das Wasser zu gleiten, und die Freiheit, sich in jede Richtung zu bewegen, macht aus jedem Erkundungstrip ein Erlebnis.

Dabei sticht vor allem die Vertikalität hervor: In meiner Preview-Version bin ich in Tiefen von mehr als 600 Metern abgetaucht. Gut, soweit unten war dann auch nicht mehr viel los. Doch allein die Tatsache, dass ich es konnte, hat mich erfreut.

Zwischendurch entdeckte ich immer wieder Spuren der Pioniere vor mir. Gebäude-Reste, Blackbox-Aufnahmen, aber auch Überbleibsel ihres Alltags: Poster, Einrichtungsgegenstände, Betten, in denen seit Ewigkeiten niemand geschlafen hat. Und … Überreste einer nicht so menschlichen Zivilisation. Ich sammelte Schnipsel und versuchte, mir zusammenzureimen, was hier geschehen ist.

In den Höhlen warten wertvolle Schätze – doch man sollte seinen Sauerstoff im Blick behalten

Nächte in Subnautica 2 sind gruselig, aber die Biolumineszenz macht sie wunderschön

Den ein oder anderen Bug gibt es natürlich

Die zerstörten Habitate erinnern an die Menschen, die vor uns da waren

Nur noch ein Tauchgang, oder: Warum ist es plötzlich 2 Uhr?

Und nebenbei, ganz unbemerkt, begann ich, mich in Subnautica 2 zu verlieben. Die Mechaniken, an denen ich mich anfangs so gerieben hatte, wurden nun zu einer einfachen Gewohnheit. Und so oft knurrt der Magen meines Pioniers gar nicht.

Ich fand einen regelrecht meditativen Rhythmus. Abtauchen, sammeln, auftauchen. Tagsüber sammle ich Ressourcen für meine nächsten Bau- und Crafting-Vorhaben, und versuche, dem Geheimnis des Planeten auf die Spur zu kommen. Nachts, wenn ich mich nicht allzu weit von meiner Basis entfernen möchte, lese ich mir die Einträge der gescannten Flora und Fauna durch und verarbeite meine gesammelten Materialien.

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Noch immer gibt es ein paar Frust-Momente. Etwa, wenn ich es endlich schaffe, mir die Blaupause für das fehlende Werkzeug zu sichern, mit dem ich die größeren Ressourcen-Brocken abbauen kann – nur, um festzustellen, dass zum Craften genau die Ressourcen benötige, die ich nicht abbauen kann. Aber statt den Controller frustriert zur Seite zu legen, fängt es eben sofort an, zu rattern: Wo hab ich noch nicht nachgesehen? Wenn ich hier nochmal… vielleicht mit dem Gerät…

Dabei zog mich der Gameplay-Loop in einen Sog, den ich sonst eigentlich nur von meinen heißgeliebten Roguelites kenne: Jede Entdeckung lässt mich neues Werkzeug craften, mit dem ich dann Stück für Stück weiter in die Welt vordringen kann. Jedes neue Gebiet verspricht weitere Entdeckungen. Und das fesselt mich so sehr, dass ich immer wieder abtauchen will.

Sogar während ich diesen Anspielbericht schrieb, konnte ich eigentlich nur an eine Ecke denken, die ich gestern nicht mehr ganz erkunden konnte. Und damit entschuldigt mich … meine Kaulquappe wartet, und irgendwo da draußen fehlt mir noch eine halbe Blaupause.

MeinMMO-Freelancerin Johanna freut sich ebenfalls bereits auf den Release von Subnautica 2 – dabei hat sie die Vorgänger gar nicht gespielt. Warum das Survival-Spiel einen besonderen Platz in ihrem Herzen hat, erfahrt ihr hier: Ich habe Subnautica 2 ganz oben auf meiner Wunschliste, obwohl ich Angst vor dem Ozean habe und den 1. Teil nie gezockt habe

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