WoW: Blizzard hat ganz ohne Not dem Volk der Blutelfen die Identität geklaut

Die Blutelfen in World of Warcraft haben ihre Härte verloren. Die neuste Chance hat Blizzard leider nicht genutzt.

Als ich damals zum Launch von World of Warcraft: The Burning Crusade den Server gewechselt habe, bin ich auch zur Horde gegangen. Wie viele meiner Freundinnen und Freunde, wählte ich eine Blutelfe als neuen Charakter. Das Volk hatte mir schon in Warcraft III gut gefallen und das Marketing eines „hübschen Volkes bei der Horde“ hat bei mir voll ins Schwarze getroffen. Dazu mochte ich aber vor allem, dass die Blutelfen eine sehr coole Geschichte hatten.

Ein gutes Beispiel dafür war auch das Video zu Liadrin:


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WoW Cinematic mit Liadrin: Alles, was heilig ist

Autoplay

Blutelfen – Ein cooles Volk, das schon mein Teenager-Ich liebte

Blutelfen waren alt und mächtig. Vertrieben aus ihrer eigentlichen Heimat und Meister im Umgang mit der Magie – zumindest einige. Andere verfielen dieser Sucht nach dem Arkanen, wurden zu Getriebenen. Gleichzeitig gab es politische Machtspielchen, während viele Quests klarmachten: Blutelfen störten sich nicht an Grausamkeit. Sie vergifteten ihre Feinde, erfanden schreckliche Dinge wie die verheerende Manabombe. Sie hatten Blutritter, die ihr Licht aus einem Naaru zogen und es voller Arroganz verwendeten – frei nach dem Motto: Wenn das Licht unser Flehen nicht erhört, dann nehmen wir es uns einfach.

Dazu waren sie ein Volk, das skrupellos war, weil es um das Überleben kämpfte. Silbermond war vernichtet worden, die Geißel hatte die allermeisten Elfen getötet. Man bediente sich nun an geraubter Magie von Naaru und der Teufelsmagie.

Machthungrige Blutelfen waren für manche der große Reiz des Volkes.

Außerdem war Silbermond ein skrupelloser Überwachungsstaat. Wer Gedanken äußerte, die der Regierung nicht gefielen, der wurde kurzerhand abgeführt und von Priestern einer Gehirnwäsche unterzogen, um wieder auf Linie gebracht zu werden.

Das waren meine Blutelfen. Das war, was ich spielen wollte – sowohl innerhalb der World of Warcraft als auch im Rollenspiel. Finster, arrogant, überheblich und trotzdem voller Schmerz aus der Vergangenheit. Ja, das war ziemlich edgy. Aber ich hab’s damals geliebt.

Und für fast zwei Jahre war das gut.

Blutelfen ohne das, was sie zu Blutelfen machte

Dann kam der Patch mit dem Sonnenbrunnenplateau, an dessen Ende der Brunnen geläutert und die Magiesucht der Blutelfen gestillt wurde, weil der Brunnen nun Lichtmagie enthielt, die auch noch die Magiesucht reinigte.

Blutelfen verloren ihre Ecken und Kanten. Blutritter waren jetzt wieder einfache Paladine. Die Magiesucht war irgendwie gestillt und Silbermond kein richtiger Überwachungsstaat mehr.

Die Blutelfen hatten ihren Biss verloren.

Astalor ist einer der letzten “echten” Blutelfen aus einer Ära, in der sie noch skrupellos waren.

Grundsätzlich ist das vollkommen in Ordnung, wenn sich ein Volk weiterentwickelt – immerhin schreitet die Geschichte voran. Doch wenn ein Volk dabei die Kern-Eigenschaften verliert, weswegen man überhaupt angefangen hat, es zu spielen, dann ist das schlecht.

Mit Midnight hatte Blizzard die Möglichkeit, das wieder zu korrigieren. Silbermond rückte erneut in den Fokus der Aufmerksamkeit und mit dem Angriff auf den Sonnenbrunnen war die Option gegeben, dem Volk wieder mehr Härte und eine klarere Identität zu verleihen.

Meine Hoffnung war groß, dass Blutelfen am Ende wieder mehr Ecken und Kanten haben würden, dass sie sich von den anderen Völkern stärker unterscheiden würden.

Story-Abschluss im Turbo-Modus

Doch inzwischen wissen wir, dass das nicht passiert ist. Die Geschichte rund um den Sonnenbrunnen und den Angriff der Leere wurde nicht nur in 4 Wochen in Turbo-Geschwindigkeit abgehandelt, sie haben das Volk der Blutelfen sogar noch weiter entschärft. Denn Lor’themar ist den (berechtigten!) Vorschlägen der Nachtelfen gefolgt und hat den Brunnen nicht erneuert. Er wurde gereinigt, seiner Macht beraubt und ist jetzt nicht mehr als eine Sehenswürdigkeit.

Klar, am Ende will ich nicht sagen, dass ich eine bessere Geschichte erzählen könnte als Blizzard – das glaube ich nicht. Doch glaube ich, dass es durchaus wichtig ist, warum man sich einen Charakter erstellt hat. Für die einen ist es nur die Ästhetik, doch viele verbinden mit den Völkern in Warcraft eben eine Menge.

Wer eine Draenei spielt, spielt eine Angehörige eines Volkes, die Jahrtausende lang durch den Kosmos vor der Legion geflohen ist.

Wer einen Nachtelfen spielt, stammt aus einer matriarchal geprägten Gesellschaft mit eigener Glaubensrichtung zur Mondgöttin und einer Verbindung zur Natur.

Wer einen Blutelfen spielt, hat das getan, weil man aus einem finsteren Umfeld voller Magiesucht und Macht kommt.

Diese Essenz eines Volkes zu verlieren, war schon damals zu The Burning Crusade ein mieses Gefühl und beim zweiten Mal ist es nicht besser.

Dabei glaube ich nicht, dass Blizzard einfach vergessen hat, in welche Art von Blutelfen die Spielerschaft sich damals verliebt hat. Denn es gibt noch immer einige Sin’dorei, die dem alten Ideal entsprechen. Blutelfen, die noch immer etwas „edgy“ sind, hochnäsig auf den Rest der Welt hinabschauen und sich nach mehr Macht sehnen.

Astalor mit den Jagd-Quests ist ein Paradebeispiel dafür. Er wirkt so herrlich arrogant, so herrlich überheblich – aber hat eben auch die Macht und das Wissen, um diese Arroganz überzeugend zu verkörpern. Etwas, von dem sogar Blizzard genau weiß, wie gut es ankam, wenn man diesem kleinen Video Glauben schenken will:

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