Riot ist ein neuer Schlag gegen Cheater in Valorant gelungen, doch die Fans finden, die Methode, die dafür genutzt wurde, geht zu weit.
Wie ist Riot gegen Cheat vorgegangen? Per neuem Anti-Cheat-Update für Vanguard hat Riot die Firmware eines Cheat-Anbieters blockiert. Dabei handelt es sich quasi um einen Hardware-Cheat, den die Person an seinen PC anschließt und das Gerät dort Schreib- und Leserechte erhält.
Die Anti-Cheat-Software von Riot soll die Firmware dieses physischen Bauteils jetzt deaktivieren können. So soll beim Start des PCs ein Check in der „Input-Output Memory Management Unit“ (IOMMU) geben, der dann die Cheating-Hardware erkennt und deren Firmware laut den Aussagen von Nutzern softwareseitig komplett lahmgelegt. IOMMU kontrolliert, welche Geräte angeschlossen sind und macht diese vom System einsetzbar.
Um die Tools wieder verwenden zu können, braucht es laut den Nutzern eine komplette Neuinstallation des Betriebssystems. Wer allerdings den Riot-Anti-Cheat Vanguard wieder installiert, macht sich die eigene Hardware wieder unbrauchbar.
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Ein Schritt zu weit
Wie kommt das an? Riot feiert seinen deftigen Schlag gegen die Cheater lauthals auf X.com mit den Worten: „Herzlichen Glückwunsch an die Besitzer eines brandneuen 6.000-Dollar-Briefbeschwerers!“ und bekommt dafür zum Teil auch Bestätigung von den eigenen Fans.
Gleichzeitig hat der Post auch eine Welle von Empörung ausgelöst. Viele Spieler halten es für falsch, dass Riot Hardware per Anti-Cheat-Update softwareseitig unbrauchbar machen kann, auch wenn es gar nicht für ihre Spiele verwendet wird. Die Hardware bleibt schließlich unnutzbar, auch wenn man alle Riot-Programme vom Computer deinstallieren würde.
Auch das Risiko, dass die Anticheat-Software unschuldige Programme oder Geräte beschädigen könnte, macht Spielern Angst. Denn das genutzte Cheating-Tool fungiert grundsätzlich wie ein externes Gerät. Sollte hier die Firmware einer anderen Festplatte durch einen Bug als Cheating-Software erkannt werden, könnten sogar Datenverluste drohen.
Wie Riot sicherstellen möchte, dass normale Gamer davon unangetastet bleiben, haben wir sie in einer Presseanfrage gefragt auf die noch keine Antwort vorliegt. Sobald Riot sich meldet, ergänzen wir diesen Artikel.
Ist das überhaupt legal? Bei MeinMMO liegt unsere Expertise bei Videospielen und Gaming-Culture, wir sind keine Rechtsexperten, dennoch gibt es in den Kommentaren und den Community-Notes auf X.com hitzige Diskussionen zur rechtlichen Lage.
Denn Riot könnte hier auf einem juristischen Minenfeld wandeln: Grundsätzlich haben Spieler zwar den Nutzungsbedingungen von Vanguard zugestimmt, ein so tiefer Eingriff in das System wirft jedoch Fragen auf.
Ohne explizite und eindeutige Erlaubnis der Spieler darf eine Software die Hardware außerhalb des Spiels nicht einfach modifizieren oder einschränken. In der Community wird daher bereits diskutiert, ob betroffene Nutzer rechtlich gegen Riot vorgehen könnten.
Ob dies rechtlich am Ende wirklich so zutrifft, können wir als Journalisten nicht abschließend klären.
Selbst wenn Riot hier legal handelt, haben sie mit ihrem Schlag gegen Cheater zumindest aufseiten der Fans und Spieler keinen Punkt erzielt. Die fürchten sich mehr als vorher vor der Macht des Anti-Cheats und was Riot da auf Knopfdruck mit den Computern tun kann. Mehr zum Anti-Cheat von LoL erfahrt ihr hier: LoL führt umstrittene Features ein, aber wenn ihr sie seht, hat Riot Games euch bereits im Visier
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