Turtle WoW machen weiter, wollen mit neuem Studio das MMORPG ihrer Träume bauen

Nach der Einstellung des größten Privat-Servers für World of Warcraft Classic Plus hat das Team von Turtle WoW nun verraten, wie es in Zukunft weiter gehen soll.

Was plant Turtle WoW? Als am 15. Mai 2026 die Server des Privat-Servers von Turtle WoW offline gingen, endete eine mehr als 8 Jahre andauernde Reise. Die Betreiber hatten das Kunststück geschaffen und eine Classic-Plus-Variante von World of Warcraft umgesetzt, die viele Fans begeistern konnte und für die sogar eine umfangreiche Erweiterung erschienen ist.

Doch nicht nur das. Nebenbei arbeitete das Team seit einiger Zeit schon an Turtle WoW 2.0, eine moderne WoW-Version in Unreal Engine 5. Die Ambitionen waren mit Blick auf die vergleichsweise geringen Mittel also schon immer riesig. Durch den Druck von Blizzard ist all das jetzt jedoch Geschichte.

Jetzt ist aber klar, dass das nicht das Ende des Teams hinter Turtle WoW sein soll. Auf dem offiziellen Discord-Kanal (via Reddit) kündigten die Verantwortlichen jetzt an, weitermachen zu wollen, und zwar als Teil des frisch gegründeten Entwicklerstudios Moonwhisper Games. In der Ankündigung heißt es:

Wir werden etwas völlig von Grund auf neu aufbauen: unsere eigene Geschichte, unsere eigene Welt und unsere eigene IP.

Lange Zeit haben wir darüber debattiert, was für ein Spiel wir machen wollen … was realistisch ist und was nicht. Aber nachdem wir den Abschied gesehen haben, den ihr unseren Welten bereitet habt, wurde uns klar, was für ein Spiel wir wirklich erschaffen wollen: eine Welt, in der wir euch eines Tages alle wiedersehen können.

Ein Spiel, das wir selbst spielen wollen würden, und ein Spiel, dessen Entwicklung uns Spaß machen würde – ungeachtet der Zeit, der Risiken und der damit verbundenen Kosten. Deshalb haben wir uns entschieden, mit der Arbeit an unserem eigenen MMO zu beginnen!


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„Ein gewaltiges Unterfangen“

Was verrät Turtle WoW noch? Das Team räumt ein, dass man mit einem komplett neuen MMO „ein gewaltiges Unterfangen“ umsetzen möchte. Man starte jedoch nicht bei null. Mit Turtle WoW habe man „Jahre damit verbracht, MMO-Erfahrungen aufzubauen, Communitys zu managen, Inhalte zu erstellen und sowohl die Stärken als auch die Schwächen des Genres kennenzulernen.“

Derzeit fokussiere man sich darauf, „das Fundament zu legen: die Welt aufzubauen, ihre Hintergrundgeschichte (Lore) und Historie zu entwickeln, die Kernsäulen des Gameplays zu definieren und die Basis zu schaffen, auf der alles andere aufgebaut wird.“

Zudem baut man derzeit den offiziellen Discord um, damit er in Zukunft die erste Anlaufstelle von Moonwhisper Games wird. Eine neue Webseite für das Studio soll folgen.

Wie reagiert die Community? Auf dem Discord und auf Reddit gibt’s einige Fans, die sich freuen, dass das Team von Turtle WoW seine Erfahrungen und die angesammelte Expertise nutzen möchte, um ein neues MMO zu entwickeln.

Metalwell schreibt etwa: „Ich glaube, das ist ein Sieg für ein Genre, das verloren und vergessen ist. Ich hoffe, dass sie etwas Ähnliches wie WoW entwickeln, aber mit moderneren Funktionen.“

–clapped– fügt hinzu: „Ich habe mehr Vertrauen in diese Leute, was die Entwicklung eines MMOs angeht, als in die meisten anderen. Das heißt: Falls ich nicht schon an Altersschwäche gestorben bin, bevor es überhaupt in die Alpha-Phase kommt. Ich bin zwar erst 23, aber wir reden hier von MMO-Entwicklung.“

Diverse andere erinnern daran, dass es immer wieder Scam-Vorwürfe aus der Community in Richtung der Macher von Turtle WoW gab und dass es in all den Jahren kaum ein Crowdfunding-MMO erfolgreich bis zum finalen Release geschafft hat (inklusive Anspielungen an Ashes of Creation).

TheElusiveFox lästert: „Also befinden wir uns drei Tage, bevor sie eine Kickstarter-Kampagne starten, um die Community um Geld zu bitten, und zehn Jahre, bevor jemand einen wütenden Beitrag darüber schreibt, dass das Spiel, obwohl man Zehntausende von Dollar bezahlt hat, niemals erscheinen wird und jemand aus ihrer Fan-Gemeinde dann darüber wirklich überrascht ist …“

Climaxbruno1988 tauft das neue Projekt um: „Ashes of Turtle“

UrGirlsBoytoy kritisiert: „Immer noch von Shenna geleitet. Immer noch ein gut durchdachter Betrug. Keine Ahnung, wie oft die Leute davor noch warnen müssen. Wow, die Spieler bestehen nur aus Stockholm-Syndrom und Mountain Dew.“

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Wie bewertet MeinMMO-Redakteur Karsten Scholz das Projekt? In einer Zeit, in der es Branchen-Urgesteinen wie Jack Emmert unmöglich scheint, eine Finanzierung für ihr Wunsch-MMORPG zu erhalten (und das trotz einer gerade unfassbar beliebten Marke wie Warhammer), wirkt es fast schon irrsinnig, als ehemaliger Privat-Server-Betreiber so ein MMO-Projekt angehen zu wollen.

Andererseits bin ich froh um jeden Genre-Enthusiasten, der es dennoch versuchen möchte, solch ein MMO-Projekt umzusetzen und dafür Jahre seines Lebens zu investieren.

Ich kann nur jedem, der auch nur ein wenig aufs Geld schauen muss, raten, auf eine finanzielle Unterstützung in jedweder Form zu verzichten, bis der finale Release ansteht und man selbst ausgiebig reinspielen konnte. Zu oft haben sich vielversprechende Crowdfunding-Projekte in den vergangenen Dekaden bereits als Desaster herausgestellt. Mit den vielen Millionen, die Fans regelrecht verbrannt haben, hätte man ein richtig gutes Online-Rollenspiel bauen können – hier seht ihr die frustrierende Bilanz der bisherigen Kickstarter-MMOs aus 14 Jahren

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