Ein Umstand zerstört in World of Warcraft seit Monaten Gruppen. Dabei wäre er sehr leicht zu beheben, wenn man denn will.
Ein einziger Fehltritt kann in World of Warcraft darüber entscheiden, ob man einen Dungeon innerhalb der vorgegebenen Zeit bewältigt oder vier Gruppenmitglieder ein bisschen angefressen darüber sind, warum man denn der Fähigkeit des Bosses nicht ausgewichen ist und nun die Zeit aller vergeudet hat.
Eine unangenehme Situation, in der jeder und jede wohl schon einmal war, doch in der man sicher nicht mehrfach sein möchte.
Umso ärgerlicher, wenn man Bossfähigkeiten gar nicht klar als solche erkennen kann, weil etwa klare Begrenzungen fehlen. Ein Ärgernis, das Blizzard eigentlich behoben hatte – aber in Midnight dann doch wieder davon abgewichen ist.
WoW Midnight: Arators Licht und der Feuerbrand
Autoplay
Swirly-Effekte sind gut, Frontals sind ein Graus
Was ist das Problem? Während World of Warcraft in vielen Bereichen bereits recht klare visuelle Effekte benutzt, um etwa den Einschlag von kreisrunden Bossfähigkeiten zu markieren (den sog. „Swirlies“), ist das bei einer anderen Art von Fähigkeit nicht der Fall, den „Frontals“. Das sind zumeist kegelförmige Angriffe, die vom Gesicht des Bosses (der „Front“, daher der Name) ausgehen.
Diese Fähigkeiten haben oft keine klar erkennbaren Animationen, die den Trefferbereich markieren. Die Darstellung ist ohne scharfe Kanten, sodass man nur schwer erkennen kann, ob man bereits in Sicherheit steht oder doch im nächsten Moment den Flammenatem kassiert.
Welche Fähigkeiten sind davon betroffen? Die Kollegen von wowhead haben eine Reihe von Fähigkeiten aufgelistet, bei denen die Problematik besonders drastisch auftritt und die sicher schon die eine oder andere Gruppe gesprengt haben dürften:
Lichtedikt und Leerenedikt beim Raidboss Belo’ren (Marsch auf Quel’danas).
Entsetzlicher Atem bei Vael’gor und Ezzorak (Die Leerenspitze).
Luzifarns Leuchtfeuer von Beständiges Abbild (Nexuspunkt Xenas).
Die Lichtkegel bei Araknath (Himmelsnadel).
Feueratem bei Dämmerglut (Turm der Windläufer).
Was ist die Lösung? Die Lösung für das Problem ist erstaunlich simpel, denn Blizzard hatte sie selbst schon in „The War Within“ eingeführt. Damals hatte sich die Community beschwert, dass man häufig gar nicht so klar erkennt, wo Fähigkeiten eigentlich einschlagen und der eigene Charakter dann sicher ist. In Konsequenz darauf hat man in den letzten Saisons der vorangegangenen Erweiterung massiv darauf geachtet, dass alle Fähigkeiten klar leuchtende Begrenzungen haben. Etwas, das von der Community ausdrücklich gelobt wurde.
Warum das in Midnight nicht mehr der Fall ist, darüber lässt sich nur spekulieren. Es ist aber möglich, dass an Midnight ein anderes Team gearbeitet hat – und sogar sehr wahrscheinlich. Denn in mehreren Interviews wurde bereits bestätigt, dass unterschiedliche Teams an mehreren Erweiterungen arbeiten. Daher scheint es naheliegend, dass nicht alle Erkenntnisse einer Erweiterung auch automatisch in die nächste mit einfließen.
Cortyn meint: Ehrlich gesagt finde ich es ziemlich kurios, dass ein so offensichtlicher Fehler im Spiel-Design auch nach über 3 Monaten noch im Spiel vorhanden ist und nicht in den ersten Updates angepasst wurde. Immerhin war es das erklärte Ziel der Entwickler, dass Fähigkeiten optisch klar erkennbar sein sollten, damit es eben nicht mehr zu diesen frustrierenden Momenten kommt, in denen man glaubt, einer Fähigkeit zu entgehen, nur um dann doch direkt davon getroffen zu werden.
Gerade in einem Zeitalter von World of Warcraft, in dem „Mythisch+“ ein Kernpfeiler des Endgames ist und ein einziger Fehler dieser Art bereits zum Scheitern des Dungeons führen kann, sollte so ein Problem schnell behoben werden. Ich kann daher nur hoffen, dass die Entwickler sich der Sache bis zum Patch 12.1 annehmen werden – denn im kommenden Update 12.0.7 ist es bisher noch nicht behoben.
Der Beitrag WoW macht einen Schritt vor und zwei zurück – bringt alte Probleme im neuen Content erschien zuerst auf Mein-MMO.
