MeinMMO-Redakteur Benedikt Schlotmann empfiehlt, die Grafikkarte im PC zu reinigen. Das kostet nur ein paar Euro und benötigt einen Schraubendreher. Dahinter steckt zwar Aufwand, aber es kann sich lohnen. Zumindest dann, wenn man etwas Geschick mitbringt. Denn bei der feinen Technik kann man einiges kaputtmachen, wenn man nicht aufpasst.
Wenn die Leistung des Computers nicht mehr ausreicht, wird oft ans Aufrüsten gedacht. Denn damit lässt sich oft das beste Ergebnis erzielen.
In einigen Fällen kann es aber bereits ausreichen, wenn man seine Grafikkarte nach vielen Jahren Gebrauch einmal gründlich reinigt und die Wärmeleitpaste erneuert. Das kann am Ende für eine bessere Performance ausreichen. Denn dreckige Hardware überhitzt schnell, drosselt die Leistung oder lässt den PC gleich richtig abstürzen.
Wir übernehmen keine Haftung für Schäden an eurer Hardware, die ihr selbst verursacht.
Grafikkarte reinigen lohnt sich, aber man sollte Fingerspitzengefühl mitbringen
Was man dazu braucht: In der Regel benötigt ihr einen passenden Schraubendreher und passende Wärmeleitpaste. Ich kaufe meistens die von ARCTIC. Diese kostet euch zwischen 5 und 8 Euro auf Amazon oder bei anderen Händlern.
Wer besonders vorsichtig sein will, kann auch einen Schraubendreher aus Keramik oder Kunststoff nehmen. Ebenfalls praktisch: Isopropylalkohol zum Reinigen der Grafikkarte, der Preis liegt zwischen 3 und 5 Euro für eine Flasche und bekommt ihr auch im örtlichen Baumarkt.
Eine antistatische Unterlage oder ein entsprechendes Armband sind praktisch, aber in der Regel eher optional. Ihr könnt euch auch an einer Heizung erden. Für so ein optionales Armband zahlt ihr zwischen 5 und 10 Euro, ihr benötigt es aber nicht unbedingt.
Wie reinigt man die Grafkkarte? Normalerweise ist das Reinigen nicht schwer, erfordert aber Geschick und Feingefühl. Grundsätzlich gilt, dass jede Grafikkarte etwas anders aufgebaut ist. Der verbaute Chip ist in der Regel bei einer GPU-Reihe identisch, aber Details wie Aufbau, Lüfter oder Größe können je nach Hersteller variieren.
Zuerst zerlegt ihr die Grafikkarte vorsichtig, indem ihr die Schrauben auf der Rückseite der GPU entfernt. Einige teure Modelle haben noch eine Backplate, die ebenfalls mit Schrauben befestigt ist.
Anschließend kann man vorsichtig den Lüfter abnehmen. Genau hier muss man dann aufpassen, da der Lüfter oft mit einem dünnen Kabel mit der Platine verbunden ist.
Im nächsten Schritt kann man die alte Wärmeleitpaste entfernen, die Grafikkarte reinigen und sie wieder verschrauben. In einigen Fällen verbauen Hersteller auch Wärmepads, die man ebenfalls tauschen kann. Auch das ist bei jedem Hersteller anders.
Abschließend solltet ihr bei einem Test die Temperaturen prüfen, ob alles funktioniert.
Mein zusätzlicher Tipp: Nehmt euch für die Reinigung als Puffer mehrere Stunden Zeit, denn unter Stress passieren schnell unschöne Fehler. Insbesondere, wenn man mit empfindlicher Hardware arbeitet.
Lohnt sich der Aufwand? Ja, eine gründliche Reinigung und Neuauftragung der Wärmeleitpaste kann für eine deutlich bessere Temperatur eurer Grafikkarte sorgen. Das hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen bleibt die Grafikkarte kühler und die Lüfter drehen nicht mehr so schnell auf. Zum anderen bleibt die Leistung konstant und wird nicht bei zu hoher Temperatur gedrosselt. Bei meiner alten Grafikkarte war das ein Gewinn zwischen 5 und 10 Grad Celsius und das wiederum sorgte für eine geringe Lautstärke.
Besitzt man etwas handwerkliches Geschick, kann man seine Grafikkarte problemlos selbst reinigen. Spätestens dann, wenn die Garantie bei eurer Grafikkarte abgelaufen ist und ihr sie schon seit einigen Jahren verwendet habt, lohnt sich das. Denn Staub und Schmutz sammelt sich sehr schnell in einzelnen Komponenten des PCs. Ich selbst empfehle, wenn man Haustiere im Haus hat, seinen PC regelmäßig zu reinigen.
Der Beitrag Mit 6 Euro und einem Schraubendreher könnt ihr das Leben eurer Grafikkarte deutlich verlängern erschien zuerst auf Mein-MMO.
