Greg „Ghostcrawler“ Street gab als Leitender Designer und Sprachrohr von Blizzard einige Jahre lang die Richtung von World of Warcraft vor. Jetzt sprach er über „Ghost“ und mit welcher Philosophie sein Team die Aktivitäten des MMORPGs entwirft. Wie Twink-freundlich, zeitintensiv und repetitiv soll es werden?
Was hat Greg „Ghostcrawler“ Street verraten? Der ehemalige WoW-Entwickler erklärte in diversen Tweets auf X:
Die Inhalte von „Ghost“ sollen nicht eure gesamte Freizeit ausfüllen. Wer sich auf den Fortschritt konzentriert, kann sein Ziel erreichen, lange bevor das nächste Kapitel erscheint. Dann könnt ihr wahlweise spaßige oder optionale Aktivitäten angehen, oder ihr legt eine Pause ein.
Diese spaßigen oder optionalen Inhalte sollen jedoch nicht daraus bestehen, dass ihr zum 50-mal die gleiche Raid-Instanz besucht.
Twinks – also Nebencharaktere, die ihr neben eurem Haupthelden spielt – sollen zwar ein wichtiger Teil von „Ghost“ sein, doch gilt auch hier: Auszeiten sind wichtig und gesund. Sobald man mit einem Charakter durch ist, muss man den Grind nicht mit allen Twinks wiederholen.
Derzeit planen die Entwickler, dass es Fraktionen geben wird, die mit verschiedenen Klassen verbunden sind. Wer also alle (optionalen) Fraktionsinhalte erleben will, muss mehrere Charaktere spielen, die verschiedene Klassen ausüben. Es soll sich aber nicht wie eine Strafe anfühlen, wenn ihr euch auf nur einen Charakter voll konzentriert und daher diese optionalen Inhalte nicht bestreiten könnt.
Ein Teil der Aktivitäten soll dabei auch durch die Interaktion der Spieler untereinander entstehen. Erwartet aber keinen Editor wie bei Starcraft oder Roblox, um Inhalte für euch und andere zu kreieren. Als Beispiel nennt der Entwickler PvP-Inhalte, die tief und spaßig genug sind, um Spieler auch ohne Belohnungskarotte vor der Nase langfristig zu begeistern.
Das Team plant weiterhin mit einem Buy2Play-Bezahlmodell ohne Mikrotransaktionen. Greg Street ist kein Fan davon, mit hübsch designten, kosmetischen Items aus dem Shop die Alternativen zu entwerten, die man sich als Beute erspielt.
Das neue Studio von Greg „Ghostcrawler“ Street im Vorstellungs-Trailer:
Autoplay
Evolution oder Revolution für das MMORPG-Genre?
Was ist noch zu „Ghost“ bekannt? Als die Entwickler das Projekt im November 2023 erstmals vorstellten, befanden sie sich selbst noch in der Konzeptphase, entsprechend früh befinden wir uns in der Entwicklung des MMORPGs.
Das Ziel dieser ungewöhnlichen Strategie: Durch den kontinuierlichen Austausch mit der Community möchte man diese so früh wie möglich mit in die Entwicklung des Spiels einbeziehen. Dass diese Art der Zusammenarbeit enorm wertvoll sein kann, zeigen erfolgreiche Early-Access-Titel wie Baldur’s Gate 3.
Was die Ausrichtung von „Ghost“ angeht:
Das Spiel soll sich grundsätzlich an funktionierenden Genre-Standards halten, diese jedoch um eigene Kniffe erweitern.
Der Himmel der Spielwelt ist bedeckt von fliegenden Landmassen. Die gibt’s in zwei Varianten. Die roten Zonen erinnern an traditionelle Gebiete aus MMORPGs wie Dungeons und Raids, mit aggressiven Monstern, Weltbossen und fremden Spielern. Blaue Zonen funktionieren indes eher wie eine Sandbox. Dort sollen dynamische Events stattfinden, jeder Besuch ist anders. Diese Zonen könnten sogar als privater Bereich für euch und eure Freunde fungieren, mit der Möglichkeit, eigene Regeln zu definieren oder euer Areal zu verbessern und zu individualisieren (Stichwort: Housing).
Als mögliche Klassen nannten die Entwickler Ideen wie den Kanonier, einen Gunsmoke-Ronin, einen Gatling-Gunner oder auch einen Axtwerfer. Es soll die üblichen Rollen wie Tanks, Heiler und Schadensausteiler geben, jedoch mit kleinen Besonderheiten.
Das Kampfsystem soll sich irgendwo zwischen New World und Black Desert einerseits beziehungsweise WoW und Final Fantasy XIV andererseits einpendeln. Controller-Support ist neben der üblichen PC-Steuerung via Maus und Tastatur geplant.
Die Perspektive soll Third-Person sein, also wie bei WoW und Konsorten. Community-Addons sollen nur dann unterstützt werden, wenn sie den Komfort oder die Zugänglichkeit erhöhen oder das Interface verändern. Nicht erlaubt sind Mods für den Kampf.
Das Spiel entsteht in Unreal Engine 5 und die Devs legen von Anfang an eine hohe Priorität auf die Integrität des Clients sowie den Schutz vor Exploits und Bots.
Falls ihr bereits einen ersten Blick auf den aktuellen Prototypen von „Ghost“ werfen möchtet, könnt ihr das übrigens tun! Beachtet jedoch, dass es sich dabei um eine sehr frühe Version aus Platzhaltern handelt. Die tatsächlichen Assets müssen erst entwickelt werden: Ehemaliger WoW-Lead zeigt sein neues MMORPG nach nur 4 Monaten Entwicklung
Der Beitrag Das neue MMORPG Ghost vom ehemaligen Boss von WoW soll eure Zeit wertschätzen und Pausen ermöglichen erschien zuerst auf Mein-MMO.de.
