Luigi’s Mansion 2 HD – im Test (Switch)

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Spiel:Luigi’s Mansion 2 HDPublisher:NintendoDeveloper:Tantalus MediaGenre:Action-AdventureGetestet für:SwitchErhältlich für:SwitchUSK:6Erschienen in:8 / 2024

Der Sommer mag nicht so wirklich die passende Zeit für geistreich-­spukige Unterhaltung sein – aber was muss, das muss eben. Nachdem der grausige König der Buhs den Finstermond zerschlagen hat, drehen die Gespenster im Finstertal komplett durch. Also ruft der lokale Geisterexperte Professor I. Gidd Luigi zu Hilfe. Der ist zwar notorisch ängstlich, aber nach seinen Abenteuern im ersten Luigi’s Mansion, das 2001 als Starttitel für den GameCube erschien, gilt Marios lulatschiger Bruder eben doch als der beste Mann für den Job. Und so erforscht Luigi diverse verwunschene Spukhäuser, knackt Rätsel und saugt Geist um Geist in seinen neuen Schreckweg 09/15.

Wobei, so neu ist das alles nicht, denn wie der Name bereits zart andeutet, ist Luigi’s Mansion 2 HD die ­überarbeitete Neuauf­lage des 2013 für den 3DS erschienenen zweiten Teils. Der entstand damals beim kanadischen Entwickler Next Level Games und beeindruckte mit wunderbar detaillierten Szenarien und einem tollen Diorama-Effekt – kaum ein anderes Spiel nutzte diese Eigenheiten des 3DS derart stimmig.

Damit kann die Switch logischerweise nicht aufwarten. Dafür kommt sie gerade im Vergleich zum guten alten 3DS mit ungleich stärkerer Hardware, höherer Auflösung und nicht zuletzt auch serienmäßig einem zweiten Analogstick daher, sodass Luigi’s Mansion 2 jetzt tatsächlich in ganz neuem grafischen und spielerischen Glanz erstrahlt. Mit der Umsetzung wurde das erfahrene Studio Tantalus aus ­Australien beauftragt, und das war hier gründlich am Werk. Zum einen in Sachen Auflösung: Im TV-Dock liefert das Spiel 1080p, im Handheld-Modus native 720p. Dabei werden die angestrebten 30 Bilder pro Sekunde nahezu fehlerlos gehalten – ein großer Fortschritt zum 3DS-Vorbild, das noch mit offener Bildrate lief. Aber das ist nicht alles, was hier an grafischem Feinschliff geliefert wurde.

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Vor allem die Figuren sind detaillierter als im Original und profitieren enorm von der erhöhten Polygonmenge; Umgebungen behalten dagegen meist die Geometrie der Vorlage bei. Auch die Texturen sind fast durchgehend neu und bedeutend höher aufgelöst. Feinere wie stimmungsvollere Nebel- und Lichteffekte verfehlen ihre Wirkung ebenso nicht wie die stark verbesserten Schatten. Kurzum: eine rundum saubere und vorbildliche Überarbeitung, die dem 3DS-Original gerecht wird.

Diese Aussage lässt sich nahezu exakt auf das eigentliche Spielprinzip übertragen. Das Original setzte 2013 auf eine sehr handheldfreundliche Missionsstruktur und bot fünf thematisch unterschiedliche Geisterhäuser, die Ihr Stück für Stück erkundet. Immer wenn Ihr Teile des Finstermonds entdeckt, zieht sich der Nebel im Tal etwas zurück und neue Orte werden zugänglich. Die erkundet Ihr dann vorsichtig mit der Taschenlampe. Ihr sucht nach Schlüsseln, durchwühlt ­Schränke und Schubladen und löst ­dabei manch cleveres Rätsel.

Euer wichtigstes Werkzeug ist der bereits erwähnte Schreckweg-Sauger, mit dem Ihr ordentlich Chaos stiftet – vor allem wenn Eure übernatürlichen Antagonisten sich die Ehre geben. Denn natürlich verstecken sich überall freche Geister, die Ihr (halbwegs) furchtlos entsorgt. Per Schultertaste werft Ihr den Sauger an, Gespenster nehmt Ihr mit dem rechten Analogstick ins Visier und dann bleibt Ihr dran, bis Ihr die zappelnden Burschen eingesaugt habt – das fühlt sich heute noch richtig gut an und ist nach wie vor eins der charmantesten Elemente der Luigi’s Mansion-Reihe. Aber auch eine andere Eigenheit des 3DS-Vorbilds wurde beibehalten: Das Spiel ist in Missionen mit abschließender Bewertung aufgeteilt – geht Luigis Lebensenergie zur Neige, dann werdet Ihr zurück in Professor I. Gidds Labor versetzt und Ihr müsst den Einsatz von vorne beginnen. Das ­hätte man heutzutage großzügiger handhaben können.

Ganz generell hält sich das Remake bis auf die grafische und technische Überarbeitung sehr nahe an das Original – neue Szenarien, Bosse oder Mechaniken gibt es hier nicht. Schließlich ist auch der spaßige, kooperative Multi­player-Modus mit seinen zufällig generierten Arealen wieder mit von der Partie.

Meinung

Thomas Nickel meint: Das zweite Luigi’s Mansion war auf dem 3DS ein tolles, motivierendes und originelles, aber manchmal auch frustrierendes Spiel – daran ändert sich auch mit dieser Switch-Portierung nichts. Die technische Umsetzung ist stimmig, sauber und lässt das eigentlich komplett auf das Handheld zugeschnittene Abenteuer in neuer Frische erstrahlen. Vor allem die dank rechtem Analogstick griffigere Steuerung ist mehr als willkommen. Im Vergleich zum tollen Luigi’s Mansion 3 wirkt der Vorgänger durch seine Missionsstruktur allerdings fragmentierter – Freiheiten gibt es hier weniger, gewisse Rätsel löst Ihr wirklich erst dann, wenn das Spiel es auch erlaubt. Mit dem feinen dritten Teil kann Luigi’s Mansion 2 HD daher nicht ganz mithalten. Aber wenn dort bereits alle Geister gefangen sind und Ihr Lust auf stimmigen Grusel-Nachschub habt, dann werdet Ihr hiermit bestens versorgt.

Wertung

5 Geisterhäuser
gelungene grafische Überarbeitung
bessere Steuerung dank rechtem Stick

Technisch ist die Neuauflage des Gruselspaßes absolut sauber, spielerisch entspricht sie aber dem ”nur” spaßigen 3DS-Original.

Singleplayer80MultiplayerGrafikSound

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