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Erstaunen in der Redaktion: Hat Namco-Bandai die Lust am hemmungslosen Oldie-Recycling verloren? Denn statt einfach noch eine weitere Wagenladung Arcade-Opas auf eine DVD zu schaufeln, griffen sich die Japaner diesmal ein ’nur’ zwölf Jahre altes PSone-Spiel zur Wiederveröffentlichung. Das hört auf den Namen Klonoa (der frühere Untertitel Door to Phantomile fällt weg) und ist ein putziges 2,5D-Jump’n’Run – soll heißen, Ihr hüpft auf linearen Pfaden, die aber durch eine dreidimensionale Umgebung verlaufen.
Die Entwickler beließen es nicht dabei, den Oldie 1:1 auf dem Wii zum Laufen zu bringen. Die Optik wurde modernisiert: Während auf der PSone Sprites durch Polygonwelten wuselten, wird nun alles in Vektorgrafik illustriert, ohne dass der Charme verloren geht. Sowohl Schlappohrkater Klonoa als auch die putzigen Feinde sind genauso sympathisch wie früher. Ebenfalls neu: Neben der niedlichen Brabbelsprachausgabe ist eine akzeptable Eindeutschung wählbar und der Held entfacht durch Schütteln des Controllers einen Wirbelsturm. Der hat aber spielerisch kaum Nutzen, weshalb ansonsten Steuerkreuz und zwei Knöpfe reichen und uns zwanghafte Remote-Wackler erspart bleiben. Der Kniff der charmanten Hüpferei: Mit einem Ring kann Klonoa Gegner greifen und herumtragen. Schießt sie wieder ab, um andere Feinde aus dem Weg zu räumen oder sie als Trampolin zu nutzen. Einziger Knackpunkt: Das Abenteuer mit einem Dutzend Abschnitten ist wegen des niedrigen Schwierigkeitsgrads in wenigen Stunden bestanden – die lohnen sich für Hüpfspielfreunde aber auf jeden Fall.
Meinung
Ulrich Steppberger meint: Der knuffige Kater und sein kugelrunder Begleiter haben nichts von ihrem Charme verloren: Dank der behutsamen Überarbeitung der kunterbunten Grafik sieht man der friedlichen Hüpferei ihr Alter nicht an. Ich finde es gut, dass Namco fast ganz auf unnötige Neuerungen und Ergänzungen verzichtet hat – der nebensächliche Wirbelangriff stört nicht weiter. Allerdings bleibt der Ausflug somit auch kurz und einfach, sieht man vom knackig-schweren Bonuslevel ab. Klonoa ist ein sympathisches Appetithäppchen, hoffentlich folgt nun eine Umsetzung des umfangreicheren zweiten Teils.
Wertung
spielerisch nahezu unveränderte Umsetzung des PSone-Originals
jetzt auch Charaktere in Polygongrafik
neuer (und irrelevanter) Zusatzangriff
alternative ’Phantomile’-Sprachausgabe
Liebevoll und behutsam aufpoliertes Jump’n’Run-Kleinod, das jedoch recht kurz und leicht ausgefallen ist.
Singleplayer73MultiplayerGrafikSound
