Mortal Kombat: Legacy Kollection – im Test (PS5)

Seite 1

Spiel:Mortal Kombat Legacy KollectionPublisher:AtariDeveloper:Digital EclipseGenre:Retro-SammlungGetestet für:PS5Erhältlich für:PS4, PS5, Switch, Switch 2, XOne, XSXUSK:18Erschienen in:12 / 2025

In den 1990ern war ”ortal Kombat der Schrecken deutscher Jugendschützer – so ziemlich jede neue Episode des blutigen Street Fighter-Konkurrenten hatte hierzulande quasi eine dauerhafte Platzreservierung auf der Index-Liste der Bundesprüfstelle. 2025 nimmt man das alles entspannter: Zwar prangt auch auf der Mortal ­Kombat: Legacy Kollection das rote USK-18-Logo, aber dicke Blutlachen und lustig baumelnde Pixel-Wirbelsäulen wirken im Vergleich zu den Fatality-Exzessen moderner Episoden fast schon betulich.

Die Sammlung enthält die vier Arcade-Episoden bis Teil 4, inklusive diverser Heimkonsolen- und Handheld-Konvertierungen sowie Adaptionen. Obendrein gibt es die storylastigen PSone-Ableger-Abenteuer und drei Episoden für den GBA, die ihrerseits bereits auf den Prügeleien der PS2-Ära ­basieren.

Mindestens so wichtig wie die Spiele selbst ist aber das extrem umfangreiche Dokumentationsmaterial. Ähnlich wie bei Atari 50 und den bislang drei Teilen der Gold Master-Reihe hat ­Digital Eclipse jede Menge Infos zusammengetragen und Specials produziert, die die Games in Kontext setzen, deren Entstehung und deren Rezeption betrachten und so ein umfassendes Bild der ­Seriengeschichte zeichnen. Nicht nur eingefleischte Fans wühlen sich interessiert durch die liebevoll gestalteten Timelines. Aber auch inhaltlich wird Mortal Kombat aufgedröselt: Umfangreiche Charakterporträts und ­Vitas erklären Euch genau, warum ­Scorpion und Sub-Zero Beef haben oder was eigentlich aus ­Fiesling Kano wurde.

Wollt Ihr nach der Geschichtsstunde wieder die Fäuste schwingen, dann könnt Ihr das online wie offline tun, denn viele der ­verfügbaren Spiele bieten Online-Modi mit modernem Rollback-Netcode. In den Optionen entscheidet Ihr derweil selbst, ob Ihr die diversen Geheimnisse direkt zugänglich machen wollt. Und wer nach all den Jahren etwas eingerostet ist, freut sich über die komfortablen Übungsangebote – mit ein wenig Fatality-Training könnt Ihr Euren Gegnern stilvoll den Rest geben.

Meinung

Thomas Nickel meint: In Sachen Aufmachung und Dokumentation spielt Digital Eclipse erneut souverän seine Stärken aus – oft fühlt sich die Legacy Kollection wie ein spannendes digitales Museum an, in dem selbst Mortal Kombat-Kenner noch viel Neues lernen. Nicht ganz so rund ist allerdings die Emulation der Spiele: Ausgerechnet die Arcade-Originale, das spielerische Herzstück der Sammlung, leiden oft unter leicht ruckeligem Scrolling. Schuld sind die sehr unorthodoxen Bildraten der Automaten-Hardware – was auf einem Röhrenfernseher vor gut 30 Jahren kein Problem war, macht modernen HD-Displays heute etwas zu schaffen. Schade, dass hier nicht mit Grafikop­tionen oder VRR-Unterstützung gearbeitet wurde. Lob gibt es dafür für die Bildmodi: Die Scanline- und Röhrenfilter sehen oft toll aus und sind häufig beeindruckend nah an echter Hardware. Trotz kleiner Technikschwächen führt für Serienfans wie für Prügel-Historiker kein Weg an der Legacy Kollection vorbei.

Wertung

11 Titel in meist mehreren Fassungen
Dokumentation mit 3 Stunden Interviews
verpackt für PS5, Switch & Switch 2

Jede Menge ”Mortal Kombat” in zahllosen Varianten plus herausragendem Drumherum – ein herrlich blutiges Paket für Klopper und Historiker.

Singleplayer81MultiplayerGrafikSound

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *