Die Welt von Cyberpunk 2077 hat viele verschiedene Geschichten und Figuren zu bieten. Ein Charakter war für MeinMMO-Redakteur Niko lange Zeit ziemlich vergessenswert, doch eine Nebenmission hat ihn zu seinem Favoriten gemacht, weil sie so gut ist.
Um welchen Charakter geht es? In der Nebenmission I fought the Law soll V für Elizabeth Peralez herausfinden, ob der tote Bürgermeister Lucius Rhyne wirklich natürlich gestorben ist oder getötet wurde. Dafür bekommt ihr früh die Unterstützung von River Ward.
Er ist das Klischee eines Detektivs bei der Polizei. River spricht nach außen wie ein harter Typ, der schon einiges gesehen hat, doch im Kern ist er ein guter Mensch, der alles für Gerechtigkeit tun möchte. Das merkt man auch am Ende der Mission, nachdem man erfährt, dass Han, sein Partner beim NCPD, den Fall vertuscht hat.
Diese Nebenmission fand ich ziemlich vergessenswert. River als Figur wirkte recht langweilig, und schnell vergaß ich, dass er überhaupt existiert. Doch dann rief er wieder an und es startete die beste Nebenmission in Cyberpunk 2077, die ein eigenes Spiel verdient hätte.
Autoplay
Eine verdammt gute Detektiv-Geschichte
Irgendwann nach I Fought the Law bekam ich einen Anruf von River. River braucht meine Hilfe, um seinen Neffen Randy Kutcher wiederzufinden, der von Anthony Harris entführt wurde. Er steckt hinter den Peter Pan-Entführungen. Die Nebenmission The Hunt beginnt.
Harris ist zwar gefangen, aber im Koma. Es folgen Ermittlungen mit BDs und das Untersuchen von Internetseiten. Es eröffnet sich ein schrecklicher Fall, der mich schnell an Serien wie True Detective erinnert hat. Für die Figur River ist das die perfekte Mission.
Er erfüllt nicht nur das Klischee des Detektivs, der suspendiert wurde, weil er gegen Anweisungen verstößt, er hat eine persönliche Beziehung zum Fall. Als V hatte ich direkt eine andere Motivation, ihm zu helfen.
Durch die emotionale Verbindung zum Fall agiert River auch impulsiver und emotionaler, wodurch die Dynamik in den Dialogen mit V stark ist. V ist hier nicht der Protagonist, sondern ein Außenstehender, der helfen möchte.
Als Duo passt man damit wunderbar zum Detektiv-Genre. V, der Söldner, und River, der Detektiv. Zusätzlich zu den Figuren ist der Fall selbst einfach spannend und wirklich gruselig.
Wie aus einem düsteren Thriller
Die Mission ist schon vor der Prämisse ziemlich düster. Ein Peter Pan-Serienkiller, der Jugendliche entführt. Doch im Verlauf der Mission ergeben sich weitere Informationen, die alles schlimmer werden lassen. Man sorgt sich um den Neffen von River und hofft einfach, dass er noch lebt.
Dabei entwickelt sich eine gute Spannungskurve. Die Mission hat eine schöne Balance aus Story, Dialog und Ermittlung. Den Höhepunkt hat die Mission dann auf der Farm. Die Thematik und visuelle Umsetzung gehören zu den düstersten Thriller-Geschichten, die ich so kenne, und den Moment, als einem ein verstörender Cartoon abgespielt wird, werde ich wohl niemals vergessen. Ich meine, schaut euch das an:
Obwohl ich River nicht als Romance-Option gewählt habe, hat die Mission aber auch ein schönes Ende. In der Nebenmission Following the River wird man von ihm zum Grillen eingeladen. Dort spielt man mit seinem anderen Neffen und seiner Nichte ein Videospiel, isst zusammen, und am Ende gibt es einen guten Buddy-Moment.
Das ist ein schönes Kontrastprogramm zu den verstörenden Momenten in der vorherigen Mission, und als Spieler bekommt man ein besseres Gefühl dafür, warum er seinen Neffen unbedingt retten wollte.
Die Nebenmission hat alle Elemente, um für sich selbst zu stehen, aber gleichzeitig zur Welt zu passen:
Im Großen und Ganzen ist es eine storytechnisch kleine Mission.
Die emotionale Ebene wird für den Spieler verständlich.
Es gibt nicht nur einen roten Faden, sondern eine schöne Spannungskurve und ein gutes Ende (wenn man alles richtig macht)
Auch wenn River im Gesamtkontext von Cyberpunk 2077 etwas unscheinbar und oft auch irrelevant wirkt, gehört er zu meinen Lieblingsfiguren, weil er nicht nur thematisch eine starke Thriller-Geschichte erzählt, er steht für sich und für einen kleinen Teil in einer Welt, in der man manchmal auch einfach das Gute tun muss.
Aber wie sieht es bei euch aus? Mögt ihr die Mission oder habt ihr einen anderen Favoriten? Schreibt uns eure Erfahrung gerne in die Kommentare. Als Romance-Option ist River bei Teilen der Community aber nicht sonderlich beliebt: In Cyberpunk 2077 hat eine Spielerin Mitleid mit einem NPC, findet selbst heraus, warum er von der Community nicht gemocht wird
Der Beitrag Einen Charakter in Cyberpunk 2077 habe ich fast völlig vergessen, doch mit einer einzigen Nebenmission hat er mein Herz erobert erschien zuerst auf Mein-MMO.
