Crimson Desert kommt von den Machern von Black Desert und sollte ursprünglich ein MMORPG werden. Jetzt fragen sich viele Spieler: Merkt man das? Wie viel MMO-Genre steckt drin? MeinMMO verrät es euch.
Warum stellt sich die MMO-Frage überhaupt? Crimson Desert kommt nicht nur von den erfahrenen MMORPG-Entwicklern bei Pear Abyss (Black Desert), es wurde ursprünglich sogar als MMORPG angekündigt.
Später war dann nur noch von einem wahrscheinlich optionalen Multiplayer die Rede. Mittlerweile ist Crimson Desert ein reines Singleplayer-Abenteuer, ohne irgendeine Form von Mehrspieler- oder Koop-Modus.
Solch ein Genre-Wechsel hinterlässt normalerweise seine Spuren. Denkt nur mal an New World, das vom Survival-Sandbox-PvP-MMO zum Themenpark wurde und damit über Jahre zu kämpfen hatte. Eine aktuelle Frage vieler Spieler vor dem Release am 19. März 2026 ist also: Merkt man Crimson Desert seine MMO-Wurzeln noch an?
Autoplay
Singleplayer-Spiel mit MMO-Umfang
Um das noch einmal ganz klar zu machen: Crimson Desert besitzt beim Release keine Inhalte oder Optionen, die Multiplayer oder Koop ermöglichen. Am meisten Geselligkeit kommt beim Spielen auf, wenn ihr die insgesamt 3 spielbaren Charaktere freigeschaltet habt und mit diesen gemeinsam die Welt erkundet – dabei steuert ihr einen Kämpfer und die beiden anderen folgen euch.
Wenn etwas an die MMO-Wurzeln des Spiels erinnert, dann sind das vor allem die Größe der Spielwelt sowie die schiere Zahl an Features, Systemen und Inhalten. Marketing-Chef Will Powers erklärte in einem Interview, dass dieser Umfang nur möglich sei, weil die Entwickler von Pearl Abyss in MMO-Größen denken würden und Crimson Desert zuerst als MMO konzipiert haben.
Eine Ahnung von der tatsächlichen Größe des Spiels geben die Statistiken aus dem Wissens-Bereich des Spiels. 75 Bosse, die sich über 573 Territorien aufteilen sollen? 28 unterschiedliche Mounts und 150 sammelbare Ressourcen? Das sind normalerweise Zahlen, die man im MMO-Genre findet.
GameStar-Kollege Michael Obermeier durfte Crimson Desert beim Preview-Event mehrere Stunden spielen und verrät seinen Ersteindruck:
Was ist mit Storys und Quests?
Wenn man die gespielten Inhalte aus dem jüngsten Preview-Event betrachtet, kann man natürlich noch kein finales Urteil zur Geschichte von Crimson Desert oder der Qualität der meisten Quests treffen. Der Ersteindruck sieht aktuell aber wie folgt aus:
Die Haupthandlung rund um Kliff und seinen Clan ist aufwendig inszeniert, die Dialoge wurden von erfahrenen Synchronsprechern aufgenommen. Überhaupt sind fast alle Dialogzeilen im Spiel vertont (leider nicht auf Deutsch, aber es gibt deutsche Untertitel).
Zwar startet das Abenteuer von Kliff dramatisch, doch konnten die Story-Ereignisse der ersten Stunden die meisten Preview-Spieler noch nicht begeistern – der stoische Kliff bleibt als Hauptfigur recht blass.
Die Aufgaben der Quests sind abwechslungsreich, doch bauen diese innerhalb von Auftragsreihen nicht immer logisch aufeinander auf: Plötzlich soll man nach Erledigung von Aufgabe A weiter mit dem neuen Ziel B machen, obwohl es durch Dialoge oder Dokumente keinen Hinweis darauf gab.
Mit den Kopfgeld-Aufträgen gibt es mindestens einen Inhalt, der sich schnell recht repetitiv anfühlen könnte: den entsprechenden NPC aufspüren, überwältigen, potenzielle Beweise aus dem Verbrecher herausprügeln und dann zum Knast bringen.
Noch gibt es aber keinen Hinweis darauf, dass der Großteil der Quests aus reinen Kill- oder Sammelaufgaben bestehen würde, wie man sie aus vielen MMORPGs kennt.
Wie viel Black Desert steckt noch in Crimson Desert?
Wer das MMORPG von Pearl Abyss gespielt hat, dürfte bei jedem Trailer von Crimson Desert sofort Black-Desert-Vibes bekommen. Die klar westlich geprägte, um fantastische Elemente erweiterte Mittelalter-Spielwelt, der Grafik-Stil der BlackSpace-Engine, die wuchtigen, actionreichen Kämpfe – sofort springen einem die großen Gemeinsamkeiten ins Auge.
Aber auch im Detail lassen sich jede Menge Bereiche aus Crimson Desert erkennen, die klar von Black Desert geprägt worden sind. In beiden Spielen gibt es beispielsweise
ein Parcours-System, das die Spielfiguren so ziemlich alle Objekte in der Spielwelt überwinden oder erklettern lässt (sogar große Gegner)
Wildpferde, die sich zähmen lassen
Pets, die Loot aufsammeln
eine Auswahl an Life-Skills wie Angeln, Kochen, Crafting
NPCs, denen man Aufgaben zuweisen kann
Housing
In diversen anderen Bereichen distanziert sich Crimson Desert aber auch klar vom MMO. Im neuen Singleplayer-Abenteuer von Pearl Abyss erwartet euch etwa kein mächtiger Charakterbaukasten, kein langwieriger XP-Monster-Grind, keine aggressive Service-Monetarisierung und auch keine PvP-Inhalte.
Unterm Strich ist das für eine reine Singleplayer-Erfahrung ein so spannender Mix (auch wenn wir die Charaktererstellung vermissen, dafür kann man Rüstungen einfärben!), dass die Vorfreude auf den Release bei uns in der MeinMMO-Redaktion groß ist: Aufgrund eines MMORPGs ist Crimson Desert das Spiel, auf das ich mich 2026 am meisten freue
Der Beitrag Crimson Desert: Wie viel MMO steckt im neuen Open-World-Blockbuster für PS5 und Steam? erschien zuerst auf Mein-MMO.
