MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes dachte, Pokopia ist einfach nur ein Animal Crossing mit Pokémon, doch er wurde nach kurzer Zeit überrascht. Es erinnert ihn an Planet der Affen und bietet eine spannende Geschichte.
Als Pokémon Pokopia zum ersten Mal angekündigt wurde, hat mich das ziemlich kaltgelassen. Cozy-Games sind ohnehin nicht meins und da hätte wohl auch Pokémon nichts dran ändern können. Bis zum Release am 05. März 2026 erschienen dann neue Bilder, Trailer oder Informationen.
Langsam wuchs mein Interesse dann doch, vor allem, weil Pokopia visuell spannende Ideen hatte. Für MeinMMO habe ich mir das Spiel dann doch angeschaut und war begeistert, aber vor allem wegen der Story. Es hat die beste Story der Reihe, weil sie mich an Planet der Affen erinnert.
Autoplay
Eine Welt wie in Planet der Affen
In Pokopia gibt es scheinbar keine Menschen. Ihre Überreste sieht man zwar in den Ruinen, doch selbst die Pokémon wissen nicht wirklich, wohin die Menschen verschwunden sind. Als Ditto versucht man, Habitate und Orte wiederaufzubauen und belebt die Umgebung dabei mit verschiedenen Pokémon wieder.
Allein visuell erzählt das Spiel schon eine Geschichte. Man sieht Ruinen von Pokémon-Centern, verlassenen Gebäuden, aber auch mal kaputten Brücken. Die Natur hat sich dabei einiges zurückgeholt und die Überwucherung der Pflanzen zeigt, dass die Menschen schon eine Weile weg sein müssen.
Schon dieses visuelle Detail erinnert mich an Planet der Affen: New Kingdom aus dem Jahre 2024. Auch dort haben sich die Natur und eben die Affen die Erde zurückgeholt und eigene Communitys gebildet. Genau das passiert auch in Pokopia. Man erschafft in den verschiedenen Gebieten eigene Gesellschaften mit Pokémon-Bewohnern, die verschiedene Sprechweisen und Persönlichkeiten haben.
Filme wie Planet der Affen oder auch Flow gehören für mich zu den spannendsten Postapokalypsen, weil sie die Menschen nicht ins Zentrum stellen und den Weg der Natur porträtieren. Das ist visuell auch cooler, als Wüsten oder ein leeres Ödland zu zeigen.
Das ist grundsätzlich cool und ein gutes Beispiel für visuelles Storytelling, aber hinzukommen noch Textstücke, die man in der Welt finden kann. Normalerweise finde ich so was in Spielen eine lahme Lösung fürs Worldbuilding, aber in Pokopia passt das ziemlich gut rein.
Die Texte sind meist kurz und erzählen kleine Schnipsel über die Stadt. So erfährt man etwa von einem Picochilla und findet in einer anderen Ruine ein Bild davon. Dabei wird auch von Evakuierungen gesprochen, was die Dramatik zeigt, aber ohne sie explizit anzusprechen. Als Spieler muss ich mir selbst was dabei denken und kann aus einem Puzzle eine eigene Interpretation zusammenbauen.
Anders als die anderen Pokémon-Spiele wird mir die Geschichte nicht zäh vorgekaut, ich kann sie selbst erkunden und theoretisch auch ignorieren.
Doch was mir an Pokopia auch im Vergleich zu Planet der Affen besonders gefällt, ist die Hoffnung und auch gute Laune, die bei den Pokémon immer mitschwimmt.
Egal, wie schlimm die Ruinen sind, es besteht immer Hoffnung
Wenn man etwas in Pokopia hineinlesen möchte, dann kann man Implikationen zum Klimawandel oder zur Umweltverschmutzung sehen. Als Ditto und zusammen mit seinen Pokémon stellt man alles wieder her, manipuliert teilweise sogar das Wetter.
Es wäre einfach, hier eine traurige Geschichte zu erzählen, doch Pokopia bleibt stets positiv. Klar, Pokémon ist meist positiv, aber im Kontext der Habitate, die man wieder aufbaut, und der Ruinen, die man repariert, entsteht eine Atmosphäre von Hoffnung, ohne die Menschen als etwas Böses darzustellen.
Die Pokémon vermissen die Menschen und erschaffen etwas Eigenes am Beispiel ihrer ehemaligen Trainer. Darin unterscheidet es sich von Planet der Affen, die sich von den Menschen grundsätzlich abgrenzen.
Pokopia zeigt, dass nicht alles verloren ist, egal wie kaputt oder verlassen etwas ist. Man kann es wiederherstellen, auch ohne eine plakative Dramatik, solange man die Hoffnung beibehält und zusammenarbeitet.
In einer Zeit, in der die News gefühlt vollgestopft mit Negativität sind, ist es eine schöne Abwechslung und genau für dieses Potenzial liebe ich das Franchise bis heute. Auch die Pokémon in Pokopia haben interessante Hintergrundgeschichten: Pokopia enthält spezielle Pokémon-Designs, das von Pikachu ist einfach nur traurig
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