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Allzu begeistert ist Nia nicht: Weil ihre Eltern beruflich für ein Jahr aufs entlegene Seashell Island müssen, sitzt das rothaarige Mädchen jetzt auch dort fest. Aber für Langeweile ist keine Zeit: Schnell schließt sie Freundschaft mit der sympathischen Avocado und prompt finden die beiden heraus, dass die in Wahrheit künstliche Insel im Meer zu versinken droht – außer es gelingt den beiden, vier Zahnräder aufzustöbern, um eine komplexe Maschine zu reparieren. Auch ein praktisches Hilfsmittel darf Nia direkt einsacken: Weil das legendäre Schwert gerade verliehen ist, muss sie mit einem ähnlich durchschlagenden Hockeyschläger vorliebnehmen. Mit dem und zahlreichen anderen Werkzeugen, die sie im Verlauf der Geschichte so entdeckt, erkundet sie nun alle Ecken und Winkel der Insel, sucht nach Hinweisen zum Verbleib der Zahnräder und absolviert dann auch manch kniffligen Dungeon samt originellen Bosskämpfen. Dabei orientiert sich der deutsche Entwickler Slime King Games spielerisch und grafisch deutlich an Nintendos The Legend of Zelda-Klassikern A Link to the Past und Link’s Awakening. Ihr erkundet die Welt aus der leicht versetzten Vogelperspektive, schwingt den Hockeyschläger in einem weiten Bogen, senst Gras und Büsche weg und mit einer wohlplatzierten Bombe wird manch geheimer Eingang freigelegt.
Under the Island ist allerdings kein schnöder Abklatsch, sondern bietet jede Menge eigene Ideen und auch ein sympathisches Setting. Vor allem aber ist das Spiel randvoll mit großen und kleinen Puzzles, versteckten Geheimnissen und cleveren Aha-Momenten. Wer sich abseits des Weges etwas umschaut, der entdeckt viele nützliche Gegenstände, witzige Dialoge und charmante Anspielungen.
Meinung & Wertung
Thomas Nickel meint: Spiele im pixeligen The Legend of Zelda-Stil sind im Indie-Bereich wahrlich keine Seltenheit, aber Under the Island spielt locker eine Liga höher als die meisten seiner Genrekollegen. Mit ebenso farbenfroher wie niedlicher 2D-Grafik sammelt das Insel-Abenteuer sofort Pluspunkte und noch dazu kommt das Spiel herrlich schnell zur Sache. Anstatt sich durch endlose Exposition zu kämpfen, schwingt man nach kurzer Zeit den Hockeyschläger und macht sich auf die Suche nach dem ersten Dungeon. Und schnell schlägt auch die Entdeckerfreude zu: An allen Ecken und Enden erwarten Euch interessante Orte und Geheimnisse!
Bunt, clever und sympathisch: Freunde klassischer Abenteuerkost im 16-Bit-Stil fühlen sich hier wie zu Hause.
Singleplayer85MultiplayerGrafikSound
