Die Spieler von ARC Raiders langweilen sich und suchen deshalb eine neue Beschäftigung. Jetzt jagen sie Streamer, um in Leaderboards aufzusteigen.
Was steckt hinter der Jagd? Seit Wochen klagen die Spieler von ARC Raiders in den sozialen Netzwerken über die spielbaren Inhalte. Vielen geht langsam der Content aus oder fühlt sich zunehmend repetitiv an. Es macht sich Langeweile unter den Spielern breit. Besonders PvP-Fans haben wenig Anreize weiterzuspielen, da es keine Ingame-Leaderboards für Raider-Kills oder Ähnliches gibt.
Die Spieler haben sich jedoch selbst geholfen und ein System erschaffen, das ihnen neue Motivation für PvP-Action liefert: Es gibt eine Website, auf der Spieler Kopfgelder auf andere Raider aussetzen und kassieren können. Es gibt dort auch ein Leaderboard für die Spieler mit den meisten Kopfgeld-Kills. Jeder Kill muss dabei mit einem Screenshot bewiesen werden.
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Streamer werden zu Kopfgeldern
Was hat das mit Streamern zutun? In der Beschreibung von „Speranza Bountys“ auf Discord bezeichnet sich das Community-Projekt als Plattform, um Spieler „zu melden“, die durch hinterlistigen Verrat oder Griefing aufgefallen sind.
Die „Most wanted“-Kopfgelder auf der Website sind jedoch nicht zwangsläufig fiese Griefer, sondern in erster Linie bekannte Streamer wie Nadeshot, Tfue, und TheBurntPeanut – einem VTuber, der als sprechende Erdnuss auftritt. Für Kills an den „Most wanted“-Kopfgeldern soll es zudem besondere Belohnungen wie Blaupausen geben.
Auf der Website werden TheBurntPeanut und Nadeshot beispielsweise als „Voice-Chat-Snake“ markiert. Das heißt, sie sollen sich im Voice-Chat des Spiels als freundlich ausgegeben und dann die anderen Raider betrogen haben.
Eine lustige Idee, die ein großes Problem hat
Das sagt MeinMMO-Redakteur Dariusz zu dem System: In der Theorie ist das Kopfgeld-System eine lustige Idee, um neue Anreize im PvP zu finden. In der Praxis ermutigt es jedoch dazu, anderen Spielern den Spielspaß zu nehmen, obwohl es sich als Plattform präsentiert, die gegen Griefing ist.
Die Markierungen, die den Kopfgeldern gegeben werden können, sind dabei besonders fragwürdig:
„Gibt sich als freundlich aus, aber fällt euch dann in den Rücken.“
„Stiehlt euren Loot, wenn ihr einen verschlossenen Raum öffnet.“
„Killt Teammates am Extraktions-Punkt.“
Einige der Kopfgeld-Begründungen haben nichts mit Griefing zu tun, sondern sind Teil des Spiels. PvP, Verrat und das Stehlen von Loot sind feste Bestandteile von Extraction-Shootern wie ARC Raiders – auch wenn der leidtragende Spieler natürlich frustriert aus der Runde geht.
Kritisch ist jedoch speziell die Jagd auf Streamer, denn Stream-Sniping ist ohnehin ein Problem des Shooters, das bereits dazu führte, dass Spieler wie shroud und Ninja die Lust an dem Spiel verloren. Ob man diese Streamer unterhaltend findet oder nicht, ist egal, sie helfen dem Spiel, indem sie durch ihre Inhalte Aufmerksamkeit generieren.
Solche Twitch-Größen aus ARC Raiders zu vertreiben, ist kein Gewinn für den Shooter und das Kopfgeld-System ermutigt Spieler zum Stream-Snipen – vor allem, wenn sogar Blaupausen oder Ähnliches als Belohnung winken.
Außerdem ist der Großteil der gejagten Streamer durch das aggressionsbasierte Matchmaking des Extraction-Shooters ohnehin meistens in Lobbys, in denen vorwiegend PvP gespielt wird. Die grobe Funktionsweise des Matchmakings haben uns die Entwickler ja bereits vor Monaten erklärt: Wenn ihr in ARC Raiders ohne Vorwarnung schießt, könnt ihr sicher sein, dass euch das auch passiert
Der Beitrag Spieler haben in ARC Raiders so wenig zu tun, dass sie jetzt Jagd auf Twitch-Streamer machen erschien zuerst auf Mein-MMO.
