Mein Käpt’n wollte, dass ich schnell über Windrose schreibe, aber ich hab noch eine Runde auf meinem Schiff gedreht

Das neue Piratenspiel Windrose entert Steam mit fast 100.000 Spielern, die in See stechen. Mit einer Mischung aus Story, Sandbox-Gameplay und dem Freiheitsgefühl, das man als echter Pirat haben will, bekommt es reihenweise positive Reviews. MeinMMO-Redakteur und Freizeit-Freibeuter Benedict Grothaus hat sich angeschaut, woher der Trubel kommt – und konnte sich nur schwer wieder losreißen.

Aye, Landratten ahoy! Windrose ist da und hat mich vollkommen im Griff seiner polierten Hakenhand. Setzt die Segel und… okay, okay. Ich lasse diese dämlichen Wortspiele. Zumindest größtenteils. (Yarr!)

Aber im Ernst, das Sandbox-Spiel habe ich Anfang 2026 in der Demo angezockt, zumindest, bis ich nicht mehr auf den Server meiner Freunde kam. Entsprechend habe ich mich auf den Release von Windrose gefreut, der über 47.000 Spieler auf Steam angelockt hat – sogar fast 100.000 einen Tag später (laut SteamDB).

Hier auf MeinMMO bin ich vermutlich eher dafür bekannt, Wikinger, Survival und Warhammer zu vertreten. Piraten gehören jedoch zu meinen größten Interessengebieten, auch historisch. Einer der Gründe, warum mich Skull & Bones damals so enttäuscht hat, aber da will ich nicht weiter drauf einhacken.

Es gibt nur wenige Spiele, vor allem neuere, die das Piraten-Feeling gut umsetzen. Windrose ist ein solches Spiel und hat mich sogar dazu verleitet, etwas länger zu spielen, als ich sollte …

Meine Kapitänin – äh – Chefredakteurin Leya Jankowski wollte einen Anspiel-Bericht, und Redaktionsleiterin Lydia hat schon drauf gepocht, dass ich endlich anfange zu schreiben. Klar, ich hätte schneller fertig sein können, aber nachdem ich endlich mein Schiff hatte, wollte ich da erst mal nicht weg.


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Das Piraten-Survival-Game Windrose hat endlich einen Release-Termin, und der ist schon ganz nah am Horizont

Autoplay

Genug Schwein gehabt – Kniffliger Anfang, bei dem Erfahrung hilft

Der Start hat sich dabei erst einmal ziemlich gezogen, auch wenn er gut gemacht ist. Es gibt eine Story, der man im Verlauf des Spiels über Quests und NPCs folgt und die bereits zu Beginn mit einem eindrucksvollen Intro samt Comic umrissen wird.

Was dann folgt, ist erst einmal klassisches Sandbox-Gameplay:

Sammle Holz und Steine für eine Unterkunft.

Crafte Werkzeuge, Waffen und Ausrüstung.

Suche neue Materialien, namentlich Kupfer, um dich zu verbessern.

Erkunde die Welt und gehe da und da hin, um mehr zu entdecken.

Dazu gehört natürlich auch der Kampf gegen die Gegner, die so auf der Insel herumlaufen – vor allem Wildschweine. Die zählen zu den gefährlichsten Gegnern (was man ja schon mindestens seit Gothic weiß), sind aber für den Fortschritt wichtig wegen ihres Fells.

Kleiner Piraten-Fakt am Rande: Schweine spielen in der Geschichte eine wichtige Rolle. Die wurden als lebender Proviant aus der „alten Welt“ mitgeführt und auf karibischen Inseln ausgesetzt. Da sie dort oft keine Fressfeinde hatten, haben sie sich vermehrt und dienten den Seeleuten auf Fahrt als leicht zugängliche Nahrungsquelle.

Ein bisschen Dark Souls, ein bisschen Black Flag und sehr viel Enshrouded

Hier zeigt Windrose bereits eine seiner vielen Stärken: das Kampf-System. Verschiedene Waffen stehen zur Auswahl, mit unterschiedlichen Kampf-Stilen und Stat-Skalierungen.

Klingt wie Dark Souls? Spielt sich auch ähnlich, aber natürlich in der Light-Version. Trotzdem, wer in Soulslikes gut kämpfen, parieren, ausweichen und gegnerische Movesets lesen kann, hat in Windrose einen Vorteil, aber man kommt auch ohne zurecht. Besonders cool für Piraten-Fans wie mich: die Steinschlosspistolen fühlen sich genauso wuchtig an, wie sie sein sollen. Perfekt in Kombi mit dem Säbel!

Bau und Survival sind dagegen eine ziemlich direkte Mischung aus Valheim und Enshrouded. Neue Rezepte gibt’s, indem neue Ressourcen aufgehoben werden. Eine verbesserte (und hübschere) Basis gibt stärkere Buffs, genau wie Nahrung, die spätestens im Kampf gegen Piraten-Lager Pflicht wird.

Jetzt will ich aber endlich von dem Feature sprechen, das mich dazu gebracht hat, meine Chefin anzuflunkern: Seefahrt!

Klischeehaft, aber der Drip rockt.

Der Intro-Comic setzt die Stimmung.

Let me YARR her!

Das kleine Boot kann noch nicht viel …

Da ist sie, meine Ketsch!

Hallooo Baby!

Pistolen und Degen – So müssen Piraten sein!

Drink up me hearties, yo ho!

Anker lichten und Segel in den Wind, wir gehen auf Plünderfahrt! Naja, fast. Bereits früh bekomme ich ein winziges Boot, mit dem ich quälend langsam andere Inseln ansteuern soll. Und ehrlich: das Ding fühlt sich so unsicher an, dass ich selbst als seefester Pirat mit meinem Magen kämpfe. Jede kleine Welle dient als Rampe für einen Monsterstunt.

Nach grob drei Stunden und einigen Story-Quests werde ich endlich zu meinem ersten Schiff geführt, einer stolzen Ketsch! Das ist der Moment, den ich auf jeden Fall erreichen wollte, ehe ich diesen Text hier verfasse – und es hat sich gelohnt, denn die Schifffahrt fühlt sich nach genau dem an, was ich in einem Piratenspiel haben will: Freiheit.

Als Kapitän stehe ich am Steuerrad und gebe meinen Matrosen Befehle. Segel setzen für mehr Fahrt, reffen zum Wenden und natürlich Shantys singen, damit es auf der Fahrt nicht langweilig wird. Genau diese Shantys waren es übrigens, die ich erst noch etwas genießen wollte, ehe ich endlich der Aufforderung der Chefs nachgekommen bin.

Dieser kleine Ungehorsam lässt sich aber sicherlich mit dem Piratenkodex vereinbaren … schließlich habe ich auch schon mal einen Befehl schlicht verweigert. Das war keine Meuterei, ehrlich!

Die Seefahrt fühlt sich in Windrose fast exakt so an wie damals in Assassin’s Creed: Black Flag. Wer sich, wie ich, damals viele Stunden auf See aufgehalten hat, kann seine Ketsch in Windrose locker durch jede Meerenge steuern.

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Windrose hat einen so guten Start, dass ich gar nicht weiterspielen will

Das Piratenspiel hat mich bereits in den ersten Stunden so sehr fasziniert, dass ich eigentlich gar nicht aufhören wollte. Und genau das ist sein Problem. Denn Windrose ist noch im Early Access und entsprechend nicht fertig.

Allein was die Schiffe angeht, ist die Auswahl zwar „da“, aber noch recht klein:

Es gibt drei Schiffstypen, die Ketsch, eine Brigantine und eine Fregatte.

Für jeden Schiffstypen gibt es drei Varianten mit unterschiedlichen Stats.

Ikonische Schiffstypen wie die Galeone fehlen (noch) – ob und wann sie kommen, ist noch nicht bekannt.

Ich habe ein wenig Angst davor, dass ich die Inhalte von Windrose zu schnell durch habe und dann mit einem leeren Gefühl vor meiner Steam-Bibliothek sitze und mich frage, was ich jetzt tun soll.

Trotzdem zieht es mich schon wieder zur See … und deswegen werde ich auch noch ein wenig weiterspielen. Zumindest ein paar von Blackbeards Schiffen will ich mit meiner Ketsch (oder später meiner Fregatte) auf den Meeresgrund schicken!

Windrose zu spielen, hat mich wünschen lassen, wieder ein wenig mehr von dem Freiheits-Gefühl zu haben, das Piratenspiele und -Filme so ausmacht. Vielleicht muss ich mal wieder in Black Sails reinschauen, die Serie habe ich mir schließlich extra auf Blu-Ray gekauft: Die beste Piraten-Serie gibt’s bei keinem großen Streaming-Dienst gratis – Mit einer kleinen Ausnahme

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