World of Warcraft ist verwirrend. Einer von den Rocket Beans zeigt, wie unübersichtlich eine einzige Klasse im Kern sein kann.
Für manche ist World of Warcraft viel zu leicht geworden, für andere viel zu komplex, um überhaupt den Einstieg zu finden. Die Wahrheit scheint aber wohl irgendwo in der Mitte zu liegen. Neulinge kommen mit der Komplexität nicht zurecht, während Veteranen eben Systeme nutzen, die über 20 Jahre gewachsen sind und die sie nahezu perfekt auswendig kennen. Ein Streamer zeigte mit einer flotten Zeichnung, welches Problem dem zugrunde liegt.
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Wer ist das? Florentin Will ist Teil der Rocket Beans und auch aus anderen Formaten bekannt. Er hatte zum Beispiel Auftritte beim Neo Magazin Royale oder arbeitete für Funk auf dem YouTube-Kanal „Gute Arbeit Originals“. Was jedoch von ihm weithin bekannt ist: Er ist ein ziemlicher Warcraft-Fan und spielt gerade WoW schon seit vielen Jahren, schaut zumindest zum Start einer neuen Erweiterung immer wieder rein. Von ihm stammen so schöne Zitate wie:
Wir spielen World of Warcraft nicht, um Erfolge zu feiern, sondern um irgendwelchen unangenehmen sozialen Anlässen aus dem Weg zu gehen.
Und da wird ja wohl jeder WoW-Fan sagen: Stimmt ein bisschen. Manchmal auch mehr.
Das Prioritätensystem in WoW ist extrem komplex
Was beschreibt Florentin? In einem Stream vor einigen Tagen schaute er in die neue Erweiterung Midnight rein und setzte sich dabei mit dem Nebelwirker-Mönch auseinander – einen Heiler, den er schon seit Jahren spielt und mit dem er nun wieder Dungeons besuchen wollte.
Um alle Zuschauer abzuholen, erklärte er den Werdegang des Fähigkeiten-Systems in World of Warcraft und wie es sich im Laufe der Zeit geändert habe.
Die Anfänge: Zu Anfang gab es im Grunde pro Klasse oft nur eine Fähigkeit, die im Kampf wiederholt benutzt werden musste, etwa der Frostblitz beim Magier. Das wurde eintönig.
Rotation: Später gab es Rotationen. Also feste Abläufe von 2 oder mehr Fähigkeiten mit unterschiedlichen Abklingzeiten, die man mehr oder minder in fester Reihenfolge abarbeiten konnte.
Prioritäts-Systems: Aktuell (und schon eine ganze Weile) gibt es das Prioritäts-Systems, bei dem man Fähigkeiten nicht nur anhand der Abklingzeiten verwendet, sondern auf Basis von komplexen Interaktionen, temporären Verstärkungen und miteinander verzahnten Effekten.
Was für langjährige WoW-Fans zum Alltag gehört und oft als „gar nicht so komplex“ angesehen wird, wirkt auf Neulinge vollkommen überladen und verwirrend. Florentin zeigt das ziemlich eindrucksvoll, indem er die verschiedenen Systeme einfach mal mit einer flotten Paint-Zeichnung erklärt – wer dabei nicht den Faden verliert, spielt WoW mindestens schon 10 Jahre. Die entsprechende Passage könnt ihr ab Minute 06:46 sehen und dann die folgenden 6 Minuten lang:
Wer am Ende der Präsentation noch genau weiß, was welche Fähigkeit macht und wie das miteinander interagiert, wird wohl keine Schwierigkeiten in WoW haben.
Cortyn meint: Auch wenn die Darstellung von Florentin Will ein bisschen abstrakt ist, beschreibt sie doch im Kern ziemlich gut, wie komplex und verzahnt die verschiedenen Fähigkeiten von World of Warcraft sind. Gerade Neulinge dürften dabei schnell den Überblick verlieren und sich fragen, ob das intensive Studium einer Klasse den Aufwand überhaupt wert ist.
Genau diese Überlegungen dürften auch zur Einführung des „1-Button-Assistant“ geführt haben, bei dem man exakt über diese komplexen Zusammenhänge gar nicht mehr so genau nachdenken muss und sich einfach auf den Rest des Spiels – also die Positionierung im Kampf oder die Bossmechaniken – konzentriert. Das Feature ist allerdings für Heiler und Tanks nur bedingt geeignet, sodass gerade diese Rollen nicht drumherumkommen, sich in die Details tief einzugraben oder auf Guides zu vertrauen.
Wie findet ihr das Fähigkeits-System in World of Warcraft? Wünscht ihr euch eine einfache Zeit, wie in „Vanilla“ zurück, wo man oft nur ein oder zwei Fähigkeiten benutzt hat? Mochtet ihr das System mit den festen Rotationen? Oder ist die Komplexität des aktuellen Systems genau das Richtige für euch?
An manchen Stellen wird WoW auch deutlich leichter. So haben Tanks nun Hilfe, wenn sie mit Mythisch+ anfangen wollen.
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