Gut geschriebene Romanzen mit interessanten Figuren können die Story eines RPGs gehörig aufleveln. Warum dies aber gar nicht so leicht ist, erklärt Owlcat Games – das Studio hinter Spielen wie Warhammer 40.000: Rogue Trader und Pathfinder: Wrath of the Righteous.
Wer sind die Owlcats? Owlcat Games ist ein im Jahr 2016 gegründetes Studio mit Hauptsitz in Zypern, das sich auf die Entwicklung klassischer Rollenspieler fokussiert. Bekannte Spiele Owlcat sind etwa die beiden Pathfinder-Spiele Kingmaker und Wrath of the Righteous (kurz WotR).
Mit Rogue Trader hat Owlcat Games sogar ein Rollenspiel im Universum von Warhammer 40.000 veröffentlicht. Das aktuelle Projekt des Studios spielt ebenfalls in dieser Welt und heißt Warhammer 40.000: Dark Heresy. Das ist schon in einer Alpha-Version spielbar, für Rogue Trader gibt es aber trotzdem noch einen DLC.
Hier seht ihr übrigens einen Trailer zur „Game of the Year“-Edition von Pathfinder: Wrath of the Righteous:
Pathfinder: Wrath of the Righteous – Trailer zur „Game of the Year“-Edition auf Steam
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Fast wären alle weiblichen Romanzen in WotR Kannibalen gewesen
Wie steht das Studio zu Romanzen in Rollenspielen? Auf einer Skala von Obsidian (geringen Fokus auf Romanzen) bis Larian (großer Fokus auf Romanzen), liegt Owlcat eher bei Larian. In jedem ihrer Spiele gibt es mehrere Figuren, mit denen Spieler eine Romanze eingehen können.
In Pathfinder: Kingmaker könnt ihr sogar eine echte polyamorösen Beziehung eingehen – glaubwürdige Romanzen zu erschaffen, ist dem Team also wichtig. In einem Blog-Post geht das Studio etwas näher darauf ein, wie es Romanzen schreibt. Dieser ist sehr umfangreich, in voller Länge könnt ihr ihn auf Steam nachlesen.
„Eine gute Romanze richtet sich immer an die Person, deren Herz sie erreichen soll“, erklären die Entwickler in diesem Blog-Eintrag. Daher überlege man sich schon beim Schreiben, für wen eine Romanze gedacht ist – Im besten Fall gibt es Optionen für unterschiedliche Vorlieben. „Wir haben immer im Hinterkopf, dass sie einige Leute lieben, andere aber hassen werden“, heißt es da weiter.
Die einzige Alternative dazu wäre eine Durchschnittsfigur „für alle und niemanden“, so die Entwickler. Hin und wieder sei so ein „Standard-Romantikcharakter“ aber auch dringend nötig – sonst würden Spieler früher oder später denken, von verrückten Leuten umgeben zu sein.
Dieses Problem hatten die Entwickler zu Beginn der Produktion von Wrath of the Righteous. Denn beim Versuch, solch eine Durchschnittsfigur zu vermeiden, sei man bei den Frauen im Spiel etwas übers Ziel hinausgeschossen.
Irgendwann fiel uns auf, dass wir drei weibliche Romantikcharaktere hatten, die allesamt Kannibalen waren.
Daraufhin schrieb man die Charaktere noch einmal um: Bei Arueshalae, einem Sukkubus auf dem Weg der Besserung, wurden sämtliche Verweise auf Kannibalismus entfernt. Sie wurde schlussendlich zur „netten Durchschnittsfreundin“, aber auch nicht ganz.
Bei der Druidin Camellia und der Spinnen-Mutantin Wenduag reichte es, sie von diesen Aspekten abzugrenzen. So sollten die Unterschiede zwischen den beiden Charakteren besser zur Geltung kommen.
Kann ein Spiel zu viele kannibalistische Waifus haben? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Owlcat Games entwickelt Rollenspiele übrigens nicht nur selber, sondern übernimmt für kleinere Studios auch die Rolle des Publishers. So zum Beispiel für Another Angle Games, welches derzeit ein cRPG entwickelt, das in Japan spielt: Die Macher von Rogue Trader lassen euch in einem neuen RPG auf Steam um die Zukunft Japans kämpfen
Der Beitrag „Alle drei waren Kannibalen“ – Owlcat spricht über eine der größten Schwierigkeiten mit Romanzen in RPGs erschien zuerst auf Mein-MMO.
