… Was nicht viel ist, aber es ist kurios, dass es gleich zwei waren. MeinMMO-Redakteurin Lydia verbrachte das Wochenende mit zwei neuen Action-Spielen auf Steam.
Seit dem Erfolg von Vampire Survivors spawnen auf Steam ungefähr so viele wuselige Roguelites, wie Gegner in dem Indie-Liebling. Doch nur wenigen gelingt es, mit einer wirklich coolen Mechanik aus der Masse hervorzustechen. Umso erfreuter war ich, am Wochenende gleich zwei Titel zu entdecken, die zwar mit einem ähnlichen, dafür aber ziemlich coolen Twist um die Ecke kommen.
Vom Überleben in der verstrahlten Post-Apokalypse…
Ground Zero Hero: Trailer zum verstrahlten Roguelite im Stil von Rick and Morty
Autoplay
Ground Zero Hero stammt vom Solo-Entwickler Rowan Edmondson und bezeichnet sich selbst als „Vampire Survivors trifft Rick and Morty“. Nachdem ich die überarbeitete Demo auf Steam angezockt habe, würde ich vielleicht noch „mit einer Prise Fallout Shelter“ hinzufügen.
Das Spiel versetzt uns in eine radioaktiv-verseuchte Postapokalypse und hetzt uns massenweise mutierte Monster auf den Hals. Erlegen wir genug davon und sammeln ihre radioaktiven Überreste ein, können wir neue Mutationen freischalten. Der Clou: Diese Mutationen verleihen uns nicht nur neue Fähigkeiten, sondern verändern auch unser Aussehen. Plötzlich wächst uns ein Tentakel, um Gegner wegzuklatschen, oder ein drittes Bein, um ihnen davon zu sprinten.
Soweit so gewohnt, könnte man denken. Und dann wird es Nacht. Geht die Sonne unter, wird das Ödland plötzlich von Vampiren überrannt. Dann gilt es, schnell einen ungeöffneten Bunker ausfindig zu machen, in dem man heilen und die Nacht überdauern kann – oder die Jagd auf die Blutsauger zu eröffnen, um noch mehr radioaktiven Schleim zu farmen.
Mit seinem charmanten Comic-Look und abgefahrenem Humor könnte Ground Zero Hero vor allem Spieler abholen, die mit der minimalistischen Pixel-Optik von Vampire Survivors so gar nichts anfangen konnten. Dazu kommt ein launiger Sountrack, zu dem man beim Monster-Schnetzeln einfach viben kann.
Mir persönlich war die Spielfigur am Anfang noch ein bisschen zu träge unterwegs, weshalb ich meine gesammelten Kronkorken aus dem ersten Run auch direkt in ein permanentes Geschwindigkeits-Upgrade investiert habe. Auch meine ersten Mutationen konnten mich noch nicht ganz so überzeugen. Richtig gezündet hat es dann durch die „Bonkers“-Mechanik.
Wählt man eine Mutation oft genug, kann sie „bonkers“ gehen: Die Angriffe knallen dann mehr rein und belohnen euch mit riesigen Regenbogen-Zahlen. Auf Steam soll die absurde Post-Apokalypse schon demnächst starten, und ich bin bereits gespannt darauf, welche verstrahlten und übermächtigen Kombos in der vollständigen Version möglich sein werden.
… zur Evolution im Schnelldurchlauf
Everything is Crab: Das Animal Evolution Roguelite im Launch-Trailer
Mit Everything is Crab ist am 8. Mai ein weiteres Roguelite auf Steam gestartet, das mich direkt gepackt hat – und das nicht nur, weil die Prämisse auf dem evolutionsbiologischen Phänomen der Carzinisierung oder „Verkrabbung“ basiert, das einer meiner liebsten „Fun Facts“ ist.
Wir starten als blauer Blob und beginnen sofort, uns durch das Ökosystem zu futtern. Dafür können wir Jagd auf andere Kreaturen machen, oder uns an den reichlich vorhandenen Früchten bedienen. Haben wir genug gegessen, können wir aus einer Reihe von Anpassungen (oder eben Mutationen) wählen, die uns sowohl optisch als auch spielerisch weiterbringen – close enough, welcome back Spore.
Zur Wahl stehen Angriffe, um uns gegen die weniger friedlichen Kreaturen – und nach einer gewissen Zeit auftretenden Bosse – zur Wehr zu setzen, sowie Schutz-Mechanismen und allerhand Fähigkeiten, die uns das Leben einfacher machen: So können wir etwa länger in unwirtlichem Terrain ausharren, Nahrung schneller verputzen oder uns effizienter fortbewegen.
Wie in Ground Zero Hero gibt es auch einen Tag-Nacht-Zyklus, der hier die Sicht einschränkt und sich auf das Verhalten einiger Kreaturen auswirkt. Eine weitere Gemeinsamkeit: Es gibt Löcher im Boden, die den Bunkern ähneln, und in denen wir uns kurzzeitig vor Feinden verstecken können.
Everything is Crab kommt zusätzlich noch mit einem Feature daher, das ich schon bei Balatro cool fand: Challenges, die das Gameplay ziemlich auf den Kopf stellen können. Schade finde ich nur, dass sich hier überwiegend keine neuen Genetiken freischalten lassen.
Dass es aktuell nur eine Map gibt, hat mich dafür bislang nicht gestört, da man eher zwischendurch mal ein paar Durchläufe startet, als sich direkt für einen 8-stündigen Marathon hinzusetzen. Zumindest nicht absichtlich, denn der „Nur noch ein Run …“-Effekt schlägt natürlich gnadenlos zu.
Everything is Crab ist trotz Pixel-Optik und Roguelite-Tag übrigens kein typisches Survivor-Like: Angriffe werden manuell ausgelöst und ihr müsst zielen. Dafür gibt es aber auch nicht so überwältigende Horden von Gegnern. Das befriedigende „überpowert“-Gefühl gibt es dennoch, wenn ihr einen Gegner mit einem Haps zerlegt, vor dem ihr am Anfang noch weggerannt seid.
Ob es euch nun eher in die Post-Apokalypse zieht oder in den Gen-Pool: Die beiden Spiele zeigen, dass das Genre noch lange nicht am Ende ist, wenn man die richtigen Ideen (und ein, zwei Tentakel) hat.
Habt ihr eines der beiden Spiele schon angezockt oder landen sie auf eurer Wunschliste? Schreibt mir eure Roguelite-Empfehlungen in die Kommentare!
Apropos Roguelite. Vom Studio hinter dem originalen Vampire Survivors ist erst kürzlich das Spin-off Vampire Crawlers erschienen. Ich hielt den neuen Steam-Hit zunächst für billige Abzocke, dann fraß er mein Wochenende. Was es mit dem Spiel auf sich hat, könnt ihr hier auf MeinMMO nachlesen.
Der Beitrag Hätte ich 1 Euro für jedes Roguelite mit Mutations-Mechanik, das ich dieses Wochenende gespielt habe, hätte ich 2 Euro erschien zuerst auf Mein-MMO.
