Das beliebteste MMORPG auf Steam sollte ein Reboot erhalten, unser Experte ist sich sicher: Heute würde es dominieren

In einem Interview spricht James Ohlen (Baldur’s Gate 2, Dragon Age: Origins) über sein Ende bei BioWare und verrät, was Star Wars: The Old Republic damit zu tun hat. Wir hätten fast ein Star Wars: Knights of the Old Republic Online erhalten …

Was verrät James Ohlen? Kurz nach seinem Weggang von Archetype, wo derzeit das SciFi-RPG Exodus entsteht, sprach der Entwickler-Veteran über harte Crunch-Phasen, Burnout und seine 22 Jahre bei BioWare. Dort hatte James Ohlen in leitenden Positionen unter anderem an Baldur’s Gate 2, Neverwinter Nights, Dragon Age: Origins und Star Wars: The Old Republic gearbeitet.

Besonders spannend sind Ohlens Aussagen zum Star-Wars-MMORPG, für das er von den BioWare-Bossen Ray Muzyka und Greg Zeschuk seinerzeit die Leitung über das neue Studio in Austin überreicht bekommen hatte. Ohlen gibt zu, dass er mit „Massen-Mehrspieler-Spielen“ eigentlich nichts anfangen kann, letztlich nahm er die Aufgabe aber aus Loyalität gegenüber Muzyka und Zeschuk an.

Schnell stellte sich heraus, dass alle außer Ohlen eine Art „WoW im Weltraum“ bauen wollten. Er hätte indes viel lieber „Knights of the Old Republic Online“ gemacht, mit einer fokussierten, 60 Stunden langen Story-Kampagne. Es gelang ihm jedoch nicht, das Projekt in diese Richtung zu lenken. Das Ergebnis war ein aus seiner Sicht gigantisches, verwässertes 200-Stunden-Monster mit 8 verschiedenen Klassen-Geschichten.


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Star Wars: The Old Republic zeigt Grafikupdates im Trailer

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Der Traum von Knights of the Old Republic Online

Der Plan eines Neustarts: James Ohlen wollte sich von seiner Vision aber noch nicht verabschieden. Um 2015 herum arbeitete er etwa 6 Monate lang an einem Reboot des MMORPGs, das den Namen „Star Wars: The New Republic“ tragen und einige hundert Jahre vor dem Fall der Republik spielen sollte.

Für das Projekt erstellte der Entwickler ein Design-Dokument, Präsentationen und sogar einen Konzept-Trailer: „Es war die Chance, Knights of the Old Republic Online umzusetzen; die Chance, alles wiedergutzumachen, von dem ich gesagt hatte, dass wir es vermasselt hatten.“

Und die Idee kam an. Mit Kathleen Kennedy und Dave Filoni überzeugte er die wichtigsten Entscheider bei Disney und Lucasfilm, wenn es um Star Wars geht. Sogar der ehemalige Chef von Electronic Arts, Patrick Söderlund, der Star Wars: The Old Republic eigentlich hasst, war mit an Bord. Ohlen blickt darauf besonders stolz zurück: „Das war einer der größten Erfolge meiner Karriere.“

Am Ende scheiterte es nur an einem klaren „Nein“ des EA-Vorstands. Der Entwickler erinnert sich:

Wir hätten fast ein Star Wars: The New Republic bekommen, bis der Vorstand von EA ins Spiel kam, der sich noch genau an den Start von Star Wars: The Old Republic und die 300 Millionen Dollar Kosten erinnerte. Sie fragten sich: ‚Warum zum Teufel sollten wir noch einen Haufen mehr ausgeben?‘

James Ohlen im Interview mit PCGamer

Rein rational konnte Ohlen diese Entscheidung nachvollziehen. Die Abfuhr fühlte sich jedoch entmutigend an und markiert für ihn bis heute den Anfang seines Weggangs von BioWare.

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Das Potenzial? Es kommt darauf an …

Wie bewertet MeinMMO-Redakteur Karsten Scholz den Reboot? Ganz grundsätzlich ist die Vorstellung eines modernen Star-Wars-MMORPGs mit einem etwas anderen Fokus natürlich super spannend. Die große Frage ist für mich aber, ob der Reboot wie bei Final Fantasy XIV die ursprüngliche Version hätte ersetzen oder ob „The New Republic“ neben „The Old Republic“ hätte existieren sollen.

Erstgenannte Variante wäre aus meiner Sicht ein großer Fehler gewesen. SWTOR hat sich trotz eines schwierigen Starts und der enormen Entwicklungskosten als erfolgreiche und verlässliche Cash-Cow erwiesen, die bis heute eine passionierte Fan-Basis besitzt. Kein anderes MMORPG kommt auf Steam aktuell auf eine bessere Bewertung.

Ein zweites Star-Wars-MMORPG, dessen Entwicklung so richtig vielleicht 2017 oder 2018 angelaufen wäre, könnte genau jetzt indes auf einen Markt einschlagen, der schon seit vielen Jahren kein ambitioniertes MMORPG mehr aus dem Westen gesehen hat.

Ein Online-Rollenspiel mit so einer starken Lizenz im Rücken dürfte locker die starken Launch-Zahlen von Lost Ark und New World pulverisieren – und sich schnell als finanzieller Erfolg erweisen. Aufgrund des zunehmenden Alters der etablierten MMORPGs hätte „The New Republic“ sogar das Zeug dazu gehabt, sich als neuer König im Westen auf den Genre-Thron zu setzen.

Notwendig dafür ist aber natürlich, dass die Entwicklung bis zum Ende erfolgreich verläuft (und, dass das Spiel am Ende Spaß macht und regelmäßig neue Inhalte erhält). Die meisten MMO-Projekte schaffen es bekanntlich aber nicht einmal über die Ziellinie.

Wenn mich jemand nach einem Wunsch-Reboot fragen würde, wäre zudem sicherlich nicht Star Wars: The Old Republic das erste Online-Rollenspiel, das mir einfallen würde. SWTOR ist auch heute noch gut spielbar und macht Laune. Für mich persönlich spannender wären Neuauflagen von Warhammer Online oder Herr der Ringe Online, oder ganz neue MMOs für die beiden Universen. Wie seht ihr das? Verratet es mir gern in den Kommentaren!

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Für die beiden IPs gab’s bekanntlich auch Projekte, an denen jahrelang gearbeitet wurde. Das Warhammer-MMORPG von Jack Emmert hat es vergangenes Jahr zerlegt. Beim MMORPG zu Herr der Ringe von Amazon Games stehen die Zeichen seit einiger Zeit ebenfalls schlecht: Kein neues MMORPG zu Herr der Ringe: Amazon entfernt letzten Hinweis auf das Projekt

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