Das Studio Owlcat aus Zypern arbeitet aktuell an Dark Heresy, einem neuen Rollenspiel in der düsteren Welt von Warhammer 40.000. Die Beta könnt ihr ab heute, dem 21. Mai, selbst spielen. MeinMMO-Redakteur und Warhammer-Experte Benedict Grothaus konnte schon vorab reinschauen und ist empört über so viele Details, die ihn vom Spielen abhalten.
Im Moment verfolge ich kaum ein Spiel so aktiv wie Dark Heresy – einer der Gründe, warum ich mich schon anderthalb Stunden mit dem Chef über die Lore unterhalten habe. Mit Owlcat sind echte Experten am Werk, sowohl für Warhammer als auch für Rollenspiele.
Als im Dezember 2025 die Alpha erschienen ist, habe ich bereits gezockt und festgestellt, dass man Dark Heresy nicht einfach auf Autopilot spielen kann, das Spiel erfordert eine gute Portion Denken und Deduktion.
Kein Wunder, denn Kern des Spiels ist so etwas wie eine Detektiv-Mechanik. Als Mitglied der Inquisition müsst ihr hier Fälle lösen, Schuldige finden und Urteile sprechen – auch dann, wenn die Faktenlage nicht eindeutig ist. Das wird schlicht von eurem Charakter erwartet.
Jetzt startet die Beta des Spiels und jeder, der eines der Founders Packs gekauft hat (zu finden auf der offiziellen Website), darf mitmachen. Die Beta läuft bis zum Release des Spiels, der noch aussteht. Ich habe mir die Inhalte bereits angesehen und mehr Zeit an Nebensächlichkeiten verbracht, als ich zugeben will – denn so sehr ich dieses Spiel und das Warhammer-Universum auch liebe, so sehr kann ich mich in Details verlieren. Und Dark Heresy hat verdammt viele davon.
Warhammer 40.000: Dark Heresy im Announcement-Trailer
Autoplay
Dark Heresy hat jetzt einen Charakter-Editor, der meine Zeit frisst
Der größte Unterschied zur Alpha damals ist, dass ihr euch diesmal einen eigenen Charakter erstellen könnt. Geschlecht, Aussehen, Herkunft, Klasse – alles davon ist nun anpassbar, auch wenn ich nicht genau sagen kann, ob das schon dem endgültigen Zustand entspricht.
Ich fürchte allerdings nicht, denn Owlcat ist bekannt für recht… ausführliche Auswahl-Optionen, wenn es darum geht, einen Charakter zu bauen. Dark Heresy ist dabei etwas „übersichtlicher“ als die Vorgänger-Spiele des Studios, allen voran Rogue Trader.
Gerade was Klassen und Skills angeht, gibt es nun eine Art Baukasten an die Hand. Fähigkeiten sind unterteilt in verschiedene Kategorien, denen man entweder mehr oder weniger blind folgen, oder sich eben eine eigene, komplexere Klasse bauen kann. An Archetypen stehen zur Auswahl:
Kämpfer – Spezialisten für den Nahkampf und „Tanks“
Soldat – Experten im Umgang mit Boltern und anderen Schusswaffen
Offizier – Support-Charaktere mit starken Buffs
Agent – Grob: Scharfschützen
Psioniker – die Magier der Welt
Obwohl die Menge an Klassen sehr übersichtlich ist, hat mich allein die Wahl fast 2 Stunden gekostet – und das nicht, weil die so komplex wären, sondern weil die darauffolgenden Anpassungs-Optionen mich als Fan total hin- und hergerissen haben.
Wer bin ich und wenn ja, wieso dauert das so lange?!
Nach der Klassenwahl kommt nämlich noch die Auswahl der Herkunft, die – außer beim Psioniker, der immer „sanktionierter Psioniker“ sein muss – verschiedene Optionen bietet, die sich dann noch einmal aufteilen.
Um euch mein Dilemma kurz zu umreißen: Eigentlich wollte ich einen Kommissar spielen, aber den habe ich zuletzt in Rogue Trader gezockt. Also habe ich mich für einen Psioniker entschieden, dann aber gesehen, dass eine der Origin-Optionen das Astra Militarum ist.
Eine der Unter-Optionen hier sind die Tempestus Scions. Allein den Namen zu lesen hat mich schon jauchzen lassen. Für alle Uneingeweihten: Tempestus Scions sind so etwas wie die Elite der Elite der ohnehin schon besten Soldaten des Imperiums. Anders als der 08/15-Soldat ziehen die mit besonderen Lasergewehren, deutlich besserer Rüstung und guter Ausbildung in die Schlacht.
Dann stehen auch noch Adlige zur Auswahl in verschiedenen Dynastien und gerade einen adligen Kommissar zu spielen, ist in Warhammer-Spielen einfach wunderbar. Nur wenig fängt die Überheblichkeit der Welt so gut ein.
Beim Level-Up sind Fähigkeiten nun einfacher auszuwählen.
Skills zeigen nun klar an, wie sie sich verändern.
Welcher Moral der Inquisitor folgt, bestimmt ihr selbst.
Diese Archetypen stehen gerade zur Auswahl.
Die Origins klingen alle gut.
Bei den Details zu den Origins habe ich mich direkt in die Details verliebt.
Unser Patron, Inquisitor Zerbe.
Es gibt jetzt eine Welt-Map mit verschiedenen Zielen.
Einer der neuen Begleiter: Touma.
Das Investigations-System ist das Herzstück des Spiels.
Catachan, Schola Progenium und Tempestus Scions – Details, in die ich mich direkt verliebt habe
Später im Spiel sind mir noch mehr solcher kurzen Erwähnungen aufgefallen, die vermutlich niemandem etwas sagen, der die Welt nicht kennt und liebt. Für alle Fans wie mich, ein paar Schmankerl aus meinen knapp 10 Stunden im Spiel:
Die Heimatwelten des Charakters haben Einfluss auf seine Fähigkeiten – leider ohne Namen. Vielleicht kommt das noch, schließlich gibt es genug wichtige Planeten in Warhammer 40.000.
Ein namentlich erwähnter Planet ist allerdings die grausame Todeswelt Catachan, die als Heimat eines der Begleiter fungiert und auch sonst im Spiel Erwähnung findet.
Von den Begleitern wurde zudem einer aus der Schola Progenium ausgewählt, so etwas wie ein Elite-Internat für Waisen. Die berühmten Adepta Sororitas rekrutieren ihre Soldatinnen von dort.
Und wo ich schon bei den Sororitas bin: In den neuen Inhalten dreht sich eine ganze Story um diese fanatischen Krieger-Priesterinnen, weswegen ich… vielleicht mal wieder bis 4 Uhr wachgeblieben bin. Aber Sororitas sind eben meine Lieblings-Fraktion und die beste Darstellung von dem, was Warhammer 40.000 ausmacht.
Die Beta bietet ein neues Kapitel und gleich drei neue Begleiter
Dass Sororitas eine gewisse Rolle spielen, wusste ich schon vorher, nur das Ausmaß jetzt ist neu. Wie erwähnt gibt es neue Inhalte, darunter ein wenig „Prolog“ und ein komplettes Kapitel, das es in der Alpha noch nicht zu spielen gab.
Ihr könnt nun auswählen, ob ihr euch erst in die Intrigen des Adels im „Lucid Palace“ verstricken lasst, oder direkt in die Slums der Stadt reist. Die Auswahl hat Auswirkungen, denn die Zeit im jeweils anderen Bereich läuft natürlich weiter, während ihr Rätsel woanders löst.
Vermutlich habe ich noch nicht alle neuen Inhalte entdeckt, aber kann schon sagen: es gibt mindestens drei weitere Begleiter, die ich schon rekrutiert habe. Allzu viel will ich hier nicht verraten, nur dass:
einer von ihnen einem extrem mächtigen Stand des Imperiums angehört
ein weiterer sehr affin mit Technik ist und nach älteren Aussagen vermutlich eine Romanzen-Option wird
und der dritte eigentlich ein Kontrahent ist, oder zu sein scheint, der aber ein Zweckbündnis mit euch eingeht
Alle Begleiter kommen mit einzigartigen Fähigkeiten, die auf ihrer Herkunft aufbauen, was nicht unbedingt dabei geholfen hat, meine detailbefeuerte Schnappatmung zu beruhigen. Dazu kommt, dass die Inhalte nun teilweise vertont sind und bereits im Hauptmenü eine Geschichte erzählt wird – etwas, das ich zwar von Baldur’s Gate 3 kenne, aber in Dark Heresy nicht erwartet habe.
Was haltet ihr bisher von dem, was ihr zu Dark Heresy wisst? Werdet ihr die Beta spielen oder wartet ihr auf den Release? Welches Detail begeistert euch am meisten? Schreibt gerne einen Kommentar.
Dass die Beta von Dark Heresy heute startet, hat Owlcat im Rahmen der Warhammer Skulls verraten, dem größten Event des Jahres für Videospiele explizit zum Warhammer-Universum. Was es dort noch alles zu sehen gab und was angekündigt wurde, findet ihr hier: Heute ist Weihnachten und Ostern zugleich für Warhammer-Fans – Alle Infos zur Warhammer Skulls
Der Beitrag Ich liebe Warhammer 40.000: Dark Heresy für seine Inhalte, aber ich hasse es für seine Liebe zum Detail erschien zuerst auf Mein-MMO.
