Die Jobaussichten für junge Menschen sind dank Künstlicher Intelligenz unsicherer denn je. Doch statt der Technologie den Rücken zu kehren, nutzt die Gen Z Tools wie ChatGPT jetzt für etwas Unerwartetes: Spirituelle Lebensberatung und Tarot-Karten.
The San Francisco Standard berichtet über eine seltsame Dynamik, die sich gerade auf TikTok, Reddit und Threads abspielt. Junge Menschen stehen vor dem Berufseinstieg und blicken in eine ungewisse Zukunft. Die Arbeitslosenquote unter College-Absolventen steigt, und die Angst, dass KI bald Einstiegsjobs frisst, ist riesig.
Die absurde Reaktion darauf? Genau diese KI zu fragen, wie es im Leben weitergeht.
Die 19-jährige Studentin Shikha Iyer bringt das Dilemma auf den Punkt:
„Du sprichst über die Zukunft mit genau dem Grund, warum du dir überhaupt Sorgen um die Zukunft machst.“
ChatGPT als Wahrsager: „Ich wollte eine Bestätigung“
Das Phänomen zieht sich durch die Tech-Welt. Die 19-jährige Juliet Zou stand vor der schweren Entscheidung, welches College sie wählen soll. Statt die KI einen Bewerbungs-Essay schreiben zu lassen, fütterte sie ChatGPT mit ihrem Geburtsdatum, der Uhrzeit und dem Ort. Das Ziel: Eine astrologische Analyse der Wunsch-Universität. Die KI gab ihr das nötige Quäntchen Zuversicht – heute studiert sie erfolgreich im ersten Jahr.
Der Markt hat diesen Trend längst gerochen:
Apps & Features: Plattformen wie Sanctuary bieten Hybrid-Lösungen aus KI-Tarot und echten Medien.
Große Brands: Spotify analysiert eure „Audio-Aura“, während die Astro-App Co-Star Horoskope aus NASA-Daten generiert.
Skurrile Startups: Das Unternehmen TarotPunk hat ein Kartendeck entwickelt, das sich speziell an Tech-Gründer richtet, die Antworten auf ihre nächste Finanzierungsrunde suchen.
Sogar Profi-Hexen sind überrascht, aber…
Kann ein Algorithmus ohne Seele überhaupt spirituellen Beistand leisten? Selbst absolute Profis auf dem Gebiet zeigen sich zögerlich beeindruckt.
Leslie Schaffer (45) liest seit 30 Jahren in San Francisco professionell Karten. Für ein Experiment ließ sie ChatGPT ein komplexes 9-Karten-Legesystem interpretieren. Ihr Urteil: „Ich hasse es, das zu sagen, aber es ist nicht schlecht. Aber es atmet nicht. Es ist nicht dasselbe.“
Andere menschliche Tarot-Kartenleger sind da deutlich strenger. Für sie geht durch den KI-Trend genau das verloren, was das Ganze überhaupt magisch macht: die menschliche Verbindung, das gemeinsame Grübeln und das Zwischenmenschliche.
Warum funktioniert das überhaupt?
Für viele Jugendliche bietet die KI einen geschützten Raum, den ihnen die echte Welt oft verwehrt. Chatbots urteilen nicht, sie haben keine Vorurteile, sind rund um die Uhr erreichbar und verlangen keine Gegenleistung.
Manche nutzen ChatGPT mittlerweile nicht nur für Tarot, sondern sogar als Ersatz für eine Gesprächstherapie, um über Beziehungsstress oder Probleme mit dem Mitbewohner zu quatschen. In einer Welt, die sich durch den rasanten Tech-Wandel immer kälter anfühlt, suchen sich junge Menschen ihre Zuflucht eben dort, wo sie sie kriegen können – selbst wenn sie aus dem Serverraum kommt.
Was denkt ihr darüber? Würdet ihr euch von einer KI die Zukunft vorhersagen lassen oder eure Sorgen mit ChatGPT teilen? Schreibt es uns in die Kommentare!
Die Sorgen sind jedenfalls verständlich: Die Gen Z ist gerade erst ins Berufsleben gestartet und wird jetzt schon in einer Branche von KI ersetzt
Der Beitrag Angst vor der Zukunft: Warum die Gen Z ausgerechnet die KI für Wahrsagungen benutzt, die ihre Jobs bedroht erschien zuerst auf Mein-MMO.
