Dank Romestead weiß ich jetzt, warum Rom nicht an einem Tag erbaut wurde: extrem faule Bürger

Ein Survival-Spiel im antiken Rom und dann auch noch für eine müde Mark? Fast schon ein Traum für MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus, der sich dank Romestead auf Steam nun erfüllt hat. Und obwohl er mit dem Spiel bisher viel Spaß hatte, steht ihm genau das im Weg, was Rom schon damals zu Fall brachte: die Dekadenz seines Volkes.

Schon zu der Demo auf Steam damals hat mich Romestead überrascht und damit stehe ich in der Redaktion nicht alleine. Allein der wenige Content damals hat gereicht, um Lust auf mehr zu machen. Entsprechend aufgeregt war ich, als uns ein Key zum Testen angeboten wurde.

Die Prämisse des Spiels ist recht simpel: eine Katastrophe hat Rom heimgesucht, Untote streifen durch die Länder und das Reich ist mehr oder weniger untergegangen. Als einer der letzten Römer suchen wir nach anderen Überlebenden und versuchen, zu überleben und langsam wieder alles aufzubauen.

Dabei legt Romestead nicht nur auf den Aufbau-Aspekt viel wert, auch wenn sammeln und craften den größten Teil der Zeit ausmacht, sondern kommt dazu mit einem innovativen Skill-System und sogar kurzweiligem Kampf-Gameplay daher.

Beim Testen hat mich das Spiel 15 Stunden lang absolut gefesselt und es wäre sicherlich mehr geworden, hätte Conan Exiles nicht plötzlich ein fettes Update rausgehauen, das mich seitdem beschäftigt. Ich sehe mich aber bald schon mehr am Wiederaufbau Roms arbeiten. Mit Betonung auf „arbeiten.“


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Romestead: Sandbox-Survival im antiken Rom nach einer Zombie-Apokalypse

Autoplay

Ora et labora … sehr viel labora

Romestead bietet von Anfang an viel zu tun. Bereits die erste Quest – ja, auch die gibt’s, hier von der Göttin Minerva – erfordert mehrere Schritte zur Erfüllung:

Eigentlich soll ich nur eine Eule töten und ihr Auge besorgen.

Den Kampf schaffe ich aber nicht ohne Ausrüstung.

Für Equip brauche ich eine Schmiede und jemanden, der für mich Waffen herstellt.

Die Person will aber auch irgendwo wohnen, also brauche ich ein Haus.

Um all das überhaupt irgendwie zu verwalten, muss ich natürlich erst mal Holz, Steine, Kohle und Kupfer besorgen… und natürlich Essen für meine Bürger.

Und das sind nun nur die ersten paar Minuten des Spiels, wobei sich dieses „ständig etwas zu tun haben“ bisher durch die ganze Erfahrung zieht. Als Schwabe mit der „schaffe schaffe Häusle baue“-Mentalität ein wahrer Segen.

Was mich jedoch deutlich mehr an der ganzen Sache begeistert, ist das Fortschritts-System. Neue Rezepte gibt’s nicht einfach so, sondern eben durch Quest-Belohnungen oder von den Göttern. Die wissen nämlich selbst nicht mehr so recht, wer sie sind, schließlich betet niemand mehr zu ihnen.

Entsprechend schalte ich neue Optionen frei, wenn ich den Göttern Opfer darbringe und ihre Aufgaben erfülle, wodurch sie langsam an Stärke gewinnen und mir ihre Segen erteilen. Natürlich will jeder dabei etwas haben, das zu ihm passt: Diana mag Dinge der Jagd, Mars schätzt Krieger und Ceres belohnt fleißige Bauern. Ein simples, aber sehr einnehmendes Skill-System.

Per aspera ad astra aspera

„Einnehmend“ ist hier allerdings auch das ausschlaggebende Wort, denn mit jedem Fortschritt, den ich erziele, gibt mir Romestead neue Hürden zum Überwinden und das ständig. Egal, was ich erreicht habe: der nächste Schritt ist schon ganz klar vor mir.

Was nun vielleicht klingen mag wie eine nie endende Sisyphos-Aufgabe, ist für mich das genaue Gegenteil – weil Sisyphos schließlich eine griechische Legende ist, keine römische. Sorry, das musste sein …

Aber im Ernst, gerade in Sandbox-Spielen fehlt mir oft der „Leitfaden“, etwas, das mir anzeigt: Da hinten geht’s weiter. Romestead schafft es, mir immer klar das nächste Ziel zu geben, ohne mich dazu zu drängen. Ich kann trotzdem nebenher bequem erkunden, Dungeons und Bosse erlegen, oder eben bauen. Denn genau das muss ich auch tun.

Mein kleines Dorf bei Nacht.

Ein weiterer Teil der Mini-Stadt.

Sogar eine Schule gibt’s nun!

Gegner gibt’s… haufenweise. Buchstäblich.

Durch Ofpergaben schalte ich Gunst und damit Rezepte und Buffs frei.

Einen Charakter-Skilltree gibt’s separat.

Besonders gut haben mir die Bosskämpfe gefallen – mit Phasen und Mechaniken.

Menschen, genannt Romanes, bauen das Haus – Oder eben auch nicht

Mein vermutlich größter Kritikpunkt an Romestead ist die unfassbare Faulheit der NPC-Bürger. Ich weiß nicht, ob das ein Wink zur römischen Dekadenz ist, einfach nur Pech oder ein Problem, das während des Early Access ausgebügelt wird, aber die Leute machen gar nichts, außer ich sage es ihnen explizit. Und dann könnte ich’s genauso gut selbst machen:

Zwar habe ich einen Holzfäller, aber wenn sein Lager voll ist, macht er einen faulen Lenz. Das gleiche mit dem Steineklopfer.

Der Zimmermann baut wenigstens selbständig Gebäude, die ich vorher platzieren muss, nimmt sich dazu aber ausschließlich Material aus dem Lager… das ich befüllen muss. Danke dafür.

Und mein größtes Problem: mein Bauer produziert Unmengen an Korn, ich habe eine wasserbetriebene Mühle und zwei Bäcker. Aber glaubt ja nicht, dass die sich um irgendwas kümmern.

Gerade die Nahrung war lange Zeit mein Problem, da die Bewohner teilweise mit Nachteilen wie erhöhtem Nahrungsbedarf kommen. In solchen Momenten renne ich 2-3 Spieltage lang nur vom Bauern zur Mühle, mahle Korn, bringe Mehl zu den Bäckern und lasse die Brot backen – maximal 10 auf einmal auch noch – um das dann selbst zum Nahrungs-Lager zu bringen. Dass das faule Pack sich immerhin eigenständig am Büfett bedient, ist fast schon ein Wunder.

Immerhin kann ich aussuchen, worüber mein Philisoph nachdenkt.

Ewig weit weg von der Stadt, dann kommt ein Überfall …

Anfangs muss ich Korn noch manuell mahlen und um den Stein herum laufen. Ja, wirklich.

Ernüchternde Erkenntnis: Nicht alle Wege führen nach Rom

Meine Siedlung zu erweitern ist so irgendwann ein kniffliges Zeit-Management aus der Versorgung meiner Bürger und dem Beschaffen neuer Materialien, die zuweilen ziemlich weit weg liegen. Da kann es schon mal einen Spieltag dauern, um neues Erz zu finden… wenn ich auf dem Weg nicht sterbe oder meine Siedlung mal wieder angegriffen wird.

Die Welt ist prozedural generiert, wodurch wichtige Punkte, vor allem aber Ressourcenknoten teilweise zufällig verteilt sein können. Entsprechend kann es schwierig werden, überhaupt das richtige Biom und die passenden Rohstoffe zu finden.

Immerhin: dank eines ziemlich coolen Systems mit Wägen, die man ziehen und aneinander ketten kann, ist das Beschaffen von Ressourcen eine angenehme Abwechslung zur ständigen Gewichts-Verwaltung aus anderen Survival-Games.

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Habt ihr Romestead schon gespielt? Wie findet ihr das Spiel oder die grundlegende Idee? Schreibt mir gerne einen Kommentar.

Romestead stammt von einem kleinen Studio und ist mit einem Preis von 13,99 regulär nicht einmal im AA-Segment. Zum Early-Access-Release gibt’s sogar noch Rabatt bis zum 8. Juni. Hier findet ihr Romestead auf Steam(LINK).

Gerade für den Preis würde ich nicht meckern, auch wenn ich das Spiel zum Testen gestellt bekommen habe. Schon zwischen Demo und Early Access hat sich Vieles verbessert und ich tippe darauf, dass in den kommenden Wochen und Monaten noch mehr passiert. Spielbar ist das Spiel im Übrigen alleine oder im Koop mit bis zu 8 Spielern, was einige meiner Probleme vermutlich beseitigen würde. Und wenn ich dann mal wieder in Rom verschwinde, kann Kollege Karsten in Ruhe das Land der Verbannten erkunden: Boomer trifft in Conan Exiles auf die Gen Z, die Spielerfahrung könnte nicht unterschiedlicher ausfallen

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