Zocken war nicht immer die Mainstream-Aktivität, die es heute ist. Vor über 10 Jahren war es noch wesentlich weniger weit verbreitet und einige Spieler können sich noch erinnern, dass es schwierig sein konnte, das Hobby vor seinen Eltern zu rechtfertigen. Genauso ging es MeinMMO-Tech-Autor Jan Hartmayer, der aber mittlerweile sogar seinen Vater vom Gegenteil überzeugen konnte.
Früher debattierte ich oftmals mit Eltern darüber, dass ich zu viel Zeit am Rechner verbringe – wie vermutlich die meisten von euch. Heute weiß ich aber, dass meine Eltern nur zu meinem Schutz so skeptisch gegenüber dem Zocken waren. Mittlerweile verstehen sie aber ebenfalls besser, was Gaming bedeutet und vor allem, wie wichtig es für mich und meinen Beruf ist.
Der Grund dafür ist, dass mein Dad mittlerweile selbst zockt – und das dank mir. Das war aber ein langwieriger Prozess und keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Kombination aus mehreren Dingen: Einerseits waren meine Eltern offen für Neues und haben sich Zeit genommen, mir zuzuhören, und andererseits benötigte es auch einiges an Überzeugungskraft meinerseits. Zum Schluss half sicherlich eine kräftige Portion Glück und dass ich den richtigen Köder für Papa gefunden habe.
Wir packen die Switch 2 aus: Das ist im Karton
Autoplay
Nintendo sei Dank
Dieser Köder kam in Form von Mario Kart, denn mein Dad liebt es mittlerweile, mit mir, meinem Bruder und meiner Freundin gemeinsam mit dem Lenkrad vor dem Fernseher herumzufuchteln.
So kam ich auf die riskante Idee, meinem Boomer-Dad eine Switch 2 zum Renteneinstieg zu kaufen, ausgestattet mit einigen Spielen und jeder Menge Zubehör. Riskant deshalb, weil mich mein Vater dadurch entweder besser versteht und ein neues Hobby dazu gewinnt, oder das Geschenk steht nutzlos herum und ich habe eine Menge Geld sinnlos ausgegeben. Schlimmer noch, vielleicht gefällt ihm die Switch gar nicht.
Aber es hat funktioniert! Nur wenige Tage nach dem Überreichen der Konsole berichtete mein Papa mir stolz, wie er seine ersten Solo-Runden in Mario Kart absolvierte. Das Beste daran war, mit wie viel Enthusiasmus und Freude er davon erzählte. Es war ein so schöner Moment, dass ich mir das Grinsen nicht verkneifen konnte.
Das tägliche Zock-Equipment meines Vaters ist schlicht aber effizient.
Gaming bringt uns einander näher
Mittlerweile ist es bei uns Tradition geworden, sich regelmäßig über die neuesten Gaming-Erfolge auszutauschen. So erzählt mein Vater mir zum Beispiel, wie er die ersten Sektionen von Batman Arkham Asylum meistert, während ich berichte, wie ich die gleichen Abschnitte vor 10 Jahren zum ersten Mal erlebt habe.
Auch die technische Seite stellt kaum ein Problem dar. Mein Dad hat sich schnell eingefunden und bedient die Switch 2 ohne Probleme. Da habe ich selbst mehr Schwierigkeiten: Ich bin das Xbox-Layout von Controllern gewohnt und verwechsle öfter die A- und B-Tasten.
Somit habe ich mit dem Geschenk meinem Vater nicht nur eine Freude bereitet, sondern ihn in einen waschechten Gamer verwandelt, mit dem ich jetzt stundenlang über Gaming-Themen philosophieren kann.
Das hat uns nicht nur einander nähergebracht, sondern ich merke auch, wie viel Spaß und Freude er dabei hat, in diese neuen Welten einzutauchen. Deswegen könnte ich nicht glücklicher sein. Vielen Dank, Dad, dass es dich gibt. Du bist der Beste! Gezeichnet, dein Bua! Aber nicht nur ich habe schöne Gaming-Erfahrungen mit meinem Vater gesammelt: Vater spielt mit 5-jährigen Sohn zum ersten Mal Minecraft, wird zum Helden, als die Creeper kommen
Der Beitrag Ich bin leidenschaftlicher Gamer und habe meinen Boomer-Dad von meinem Hobby überzeugt – So habe ich das geschafft erschien zuerst auf Mein-MMO.
