Heute erscheint die neue Box „Armageddon“ für Warhammer 40.000, die euch schlappe 240 Euro kostet. Verständlich, wenn man deshalb die darin enthaltenen Miniaturen nicht direkt ruinieren will. MeinMMO-Redakteurin Caro hat ein paar Tipps, wie ihr mit euren Minis zufrieden sein werdet – auch als blutige Anfänger.
Heute ist es soweit: Die 11. Edition von Warhammer 40.000 startet und mit ihr die neue Armageddon-Box. Diese beinhaltet unter anderem ein Grundregel-Heft, ein Lore-Buch, jeweils ein Missions- und Kampagnendeck, aber auch insgesamt 61 Miniaturen, darunter 23 Space Marines und 38 Orks.
(Bildquelle: Warhammer Community)
Diese 61 Miniaturen schreien buchstäblich danach, ihr graues Dasein hinter sich zu lassen und endlich in den Genuss eines bemalten Antlitzes zu kommen. Und das wollt ihr den kleinen Kerlen doch nicht vorenthalten, oder?
Bevor ihr euch jedoch sofort ans Malen begebt, möchten wir euch ein paar Tipps auf den Weg mitgeben, damit ihr diesen Eifer nach der ersten Miniatur nicht sofort bereut. Vor allem für Neulinge, für die die Box zu Warhammer 40.000: Armageddon die erste Erfahrung mit dem Spiel und dem Bemalen von Miniaturen bedeutet, können eine viel bessere Zeit haben und ein schickeres Ergebnis erzielen, wenn sie auf ein paar Dinge achten.
Deshalb möchte ich euch ein paar persönliche Tipps in die Box legen, damit ihr es nicht sofort bereut, den doch recht teuren Inhalt der Box schnell ruiniert zu haben.
Der Trailer zur 11. Edition von Warhammer 40.000 zeigt den Imperator überraschend lebendig
Autoplay
Investiert in einen ordentlichen Seitenschneider
Wenn ihr denkt: „Ach, ich hab ja noch einen Cutter oder ein starkes Küchenmesser“ – dann lasst das einfach. Wenn ihr mit einem Tool arbeitet, das kein ordentlicher Präzisionsseitenschneider ist, werdet ihr im Nachhinein traurig sein, dass ihr für euer 240-Euro-Set keinen Seitenschneider gekauft habt, der einen absoluten Bruchteil davon kostet.
Wenn ihr die Miniaturen nicht ordentlich aus dem Raster schneidet, kann euer Mal-Skill noch so heftig sein. Ihr werdet viele Unreinheiten haben, die entweder abstehen oder einfach aus der Miniatur rausgehöhlt wurden.
Für noch feinere Arbeit eignet sich übrigens ein Entgrater hervorragend. Das ist quasi einfach nur ein in Form gegossenen Stück Metall mit scharfen Kanten an einem Griff. Passende Entgrater bekommt ihr direkt im Warhammer-Laden, teilweise direkt als Set mit einem Seitenschneider.
Unreinheiten sind bei kampferprobten Kriegern definitiv erlaubt, aber schade ist es trotzdem, wenn diese einfach absolut nicht maßstabgetreu aus euren Minis ragen.
Primed alle Minis zusammen und nutzt den richtigen Primer
Nachdem ihr bereits mühsam und sorgfältig alle Minis aus dem Raster geschnitten und einzeln zusammengeklebt habt, ist das der erste (und einzige) Schritt, den alle Miniaturen gemeinsam erleben können – und sollten!
Anstatt jede Miniatur einzeln zu primen, könnt ihr diese gemeinsam in die Primerdusche schicken. Das spart nicht nur Zeit, sondern ist auch mit deutlich weniger Aufwand und Müll verbunden.
Ihr müsst nicht jede Miniatur einzeln und womöglich über Tage hinweg auf verschiedene Pappunterlagen stellen, besprühen und dann warten, bis diese getrocknet sind. Nehmt euch am besten einen Tag vor, an dem ihr wirklich alle Minis auf eine große (mit Papier oder Pappe) ausgelegte Fläche stellt und sprüht diese mit Abstand und mehreren kurzen Sprühstößen an.
Achtung: Nutzt einen solchen Sprühprimer aus der Dose am besten im Freien und mit Abstand zu anderen Personen, Mobiliar und Autos. Und achtet auf die Windrichtung. Wirklich.
Nutzt dabei am besten einen schwarzen Sprühprimer, da es sehr oft vorkommen kann, dass einige Stellen eurer Miniaturen kaum mit dem Pinsel zu erreichen sind. Ist die Farbe dort weiß oder grau, wird das recht sichtbar bleiben. Habt ihr jedoch mit Schwarz geprimed, sehen die unerreichbaren Stellen schlichtweg wie Schatten aus. Zielt ihr zudem auf das klassische Farbschema der Blood Angels ab, eigent sich eine dunkle Grundierung ohnehin besser.
Ein weiterer Tipp: Klebt sie am besten mit ein bisschen Tesafilm an eure Unterlage fest. Der Wind mag vielleicht nicht die Minis umhauen, kann aber sehr schnell Zeitungspapier zum Fliegen bringen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Alle Spacemarines aus Warhammer 40.000: Armageddon (Bildquelle: Warhammer)
Achtet beim Malen darauf, dass Metall und Haut zwei zutiefst unterschiedliche Oberflächen haben
Wenn man die Armageddon-Box betrachtet, fallen besonders folgende Texturen auf: Metall, Stoff und Haut. Und das sind allesamt unterschiedliche Oberflächen, die unterschiedlich beschmutzen, reflektieren und Gebrauchsspuren zeigen.
Wenn ihr eure Orks und Spacemarines bemalt, solltet ihr euch bewusst sein, dass der Workflow für eine Rüstung anders sein wird als der für einen Banner. Ja, beim Bemalen gibt es Prozesse, die immer vorkommen, allerdings wollt ihr keinen Stoffpanzer sehen und keine metallischen Köpfe. (Versteht mich nicht falsch, das klingt spannend, aber nur, wenn ihr das auch wirklich wollt.)
Schaut euch dementsprechend verschiedene Tutorials an. Nicht nur das dreißigste Maltutorial, sondern etwas genauer. Auf YouTube findet ihr eine Menge Hilfestellung von talentierten Miniatur-Künstlern, die sich explizit auf Panzer, Rüstungen, Waffen, Banner und Gesichter fokussieren. Meine persönliche Empfehlung ist Zumiko Miniatures auf YouTube.
Denen solltet ihr definitiv die Zeit widmen, um das Meiste aus euren Fähigkeiten und dementsprechend euren Miniaturen herauszuholen.
Alle Orks aus Warhammer 40.000: Armageddon (Bildquelle: Warhammer)
Zu guter Letzt: Lasst euch Zeit und gönnt euren Minis genug Liebe und Geduld
Ihr bemalt nicht nur eine Miniatur, sondern ganze 61 Stück, wenn ihr es komplett durchzieht. Das braucht nicht nur seine Zeit, die verdient es auch.
Wenn ihr zuvor auch nur eine Miniatur bemalt habt, dann wisst ihr bereits ungefähr, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt. Nun rechnet das auf all die Minis hoch, unter denen sich auch noch echt detaillierte Kracher befinden.
Natürlich könnt ihr selbst bestimmen, mit welcher Reihenfolge ihr vorgeht. Ich persönlich kann auch sehr gut nachvollziehen, dass man sich direkt den Schätzchen wie dem Land Speeder der Space Marines oder dem Mekboss-Dakkastapfa der Orks widmen will.
Ich empfehle jedoch, bei beiden Armeen mit den etwas generischen und „unspektakuläreren“ zu starten. Das gilt vor allem für diejenigen, dich noch nicht so viel Erfahrung mit dem Bemalen von Minis gemacht haben.
Mit der Zeit und mit jeder Miniatur versteht ihr die Farben besser, ihr werdet sicherer im Umgang mit dem Pinsel und das Verständnis für Orks und Spacemarines wird wachsen. Wenn ihr direkt zu Beginn mit den Flagschiffen der Armageddon-Box startet, werdet ihr es später bereuen, wenn ein simpler Orkboy ein besseres Painting aufweist, als das Ketta-Angriffsfahrzeug.
Wollt ihr ganz sicher gehen, besorgt euch vorher noch die kostenlose Miniatur des Monats und probiert euch an dieser aus. Übt, probiert herum, findet einen Workflow und Techniken, die bei euch funktionieren. Und wenn ihr euch sicher genug fühlt, könnt ihr euch den Brechern des Sets stellen.
Habt ihr euch die Armageddon-Box vorbestellt? Wollt ihr sie euch noch kaufen? Oder setzt ihr dieses Set aus? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!
Am Tag, an dem die Box zu Warhammer 40.000: Armageddon zum Vorbestellen freigegeben wurde, war auch ich im Laden, wo bereits viele Fans in der Schlange standen. Allerdings war ich gar nicht für das neue Set da, sondern für einen Dino. Und dank dem habe ich vieles in Bezug auf Warhammer gelernt: Ich dachte, Warhammer-Fans sind absolute Gatekeeper – Jetzt war ich im Laden und schäme mich für meine Vorurteile
Der Beitrag Die neue Box für Warhammer 40.000 kostet 240 Euro – so stellt ihr sicher, dass die 61 Miniaturen gut aussehen erschien zuerst auf Mein-MMO.
