Ein 13-jähriges Mädchen in Hongkong soll innerhalb weniger Monate 40.000 Euro als „Trinkgelder“ für Influencer auf der Social-Media-Plattform RedNote ausgegeben haben. Das Geld soll sie heimlich von ihren Eltern entwendet haben.
Das war die Situation: Laut einem Bericht von Headline Daily, einer Hongkonger Tageszeitung, soll eine 13-Jährige ihre Eltern über Monate bestohlen haben, um ihre liebsten Creator auf der Plattform Xiaohongshu (auch bekannt als RedNote) mit digitalen Geschenken zu unterstützen.
Wie konnte sie so viel Geld ausgeben? Das Mädchen, welches in Berichten als „Yao“ bezeichnet wird, soll zwischen April und Juni 2026 wiederholt einen Schlüssel zum Safe der Familie aus der Handtasche ihrer Mutter gestohlen haben. Die 13-Jährige soll dabei immer wieder nur kleinere Beträge genommen haben, sodass die Eltern lange nichts merkten. Insgesamt soll sie so 380.000 Hongkong-Dollar entwendet haben, umgerechnet etwa 40.000 Euro.
Als die Mutter das fehlende Geld bemerkte, konfrontierte sie die Tochter, welche alles gestand. Die Mutter kontaktierte daraufhin die Polizei. Die Beamten konnten die Transaktionen der 13-Jährigen verifizieren und nahmen sie daraufhin wegen Verdachts auf Diebstahl fest.
Wo gab sie das Geld aus? RedNote ist eine Art Mischung aus sozialem Netzwerk und Online-Marktplatz und erlaubt es Nutzern, Geld in eine eigene Währung umzuwandeln, mit der sie dann digitale Geschenke für Creator kaufen können. Eine ähnliche Monetarisierung gibt es auch bei Streams auf TikTok.
Eigentlich sollte es Minderjährigen nur mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten möglich sein, RedNote zu nutzen. Zudem verfügt die Plattform über einen „Teen Mode“, mit dem keine solchen „Trinkgeld“-Zahlungen möglich sein sollen.
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Der Fall zeigt gleich zwei moderne Probleme
Können die Eltern ihr Geld zurückbekommen? Das dürfte wohl die große Frage sein. 2023 gab es schon mal einen Fall in China, bei dem eine 13-Jährige 60.000 Euro von der Karte ihrer Mutter in Handy-Spiele steckte. Damals versuchte die Mutter, das Geld von verschiedenen Bezahl-Firmen zurückzuverlangen. Das soll jedoch nicht vollständig gelungen sein.
Auf Reddit spekulieren einige Nutzer, dass dies auch ein Faktor bei der drastischen Maßnahme gewesen sei, die eigene Tochter verhaften zu lassen. Möglicherweise haben die Eltern so bessere Chancen, das Geld zurückzufordern, wenn es einen offiziell dokumentierten Fall gibt. Das sind aber reine Mutmaßungen.
Warum ist das spannend? Der Fall zeigt gleich zwei Probleme auf, mit denen wir es in der heutigen Zeit zu tun haben. Zum einen das bereits angesprochene Phänomen, dass Kinder heimlich das Geld ihrer Eltern online ausgeben.
Auf Reddit finden jedoch viele Nutzer einen ganz anderen Punkt völlig unverständlich: dass die 13-Jährige das Geld gar nicht wirklich für sich selbst ausgegeben hat, sondern quasi weiterverschenkt hat.
So einem Fall liegt oft eine parasoziale Dynamik zugrunde, bei der Fans eine einseitige emotionale Bindung zu Prominenten oder eben Influencern entwickeln. Dadurch können sie verleitet werden, den Influencern immer wieder Geld zu geben, um Aufmerksamkeit von ihnen zu erhalten. So richtig schwierig wird es dann, wenn man dieses Geld eigentlich gar nicht hat und sich verschuldet oder, wie in dem Fall der 13-Jährigen, zu Diebstahl greift.
Einige Influencer möchten vor diesem Hintergrund auch gar keine solchen Donations von ihren Fans annehmen. So hat der deutsche Twitch-Streamer Trymacs die Donations auf seinem Kanal deaktiviert. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen: Trymacs findet es unpassend, Spenden von seinen Zuschauern auf Twitch zu bekommen: „Werde besser verdienen als der“
Der Beitrag 13-Jährige stiehlt 40.000 Euro von ihren Eltern, um Streamern zu spenden – Mutter ruft die Polizei erschien zuerst auf Mein-MMO.
