Nur wenige schalten das WLAN ab, wenn sie ihr Haus verlassen, dabei gefährdet es die Sicherheit eures Handys

Schaltet ihr euer WLAN aus, wenn ihr das Haus verlasst? Kaum jemand macht das wirklich, dabei kann das der Schlüssel zur Sicherheit eures Handys sein.

Das WLAN mal bewusst auszuschalten, passiert eigentlich nur in zwei Fällen: Entweder daheim ist gerade Internet-Ausfall, oder man sitzt gerade im Flugzeug in den Urlaub. Dabei kann ein Handy, das die ganze Zeit nach offenen Netzwerken sucht, zum echten Sicherheitsrisiko werden.


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Handys verbinden sich automatisch

Wo liegt das Problem? Wenn man das Zuhause verlässt und das WLAN aktiviert bleibt, sucht das Smartphone die ganze Zeit nach Netzwerken. Findet es ein bekanntes Netzwerk, verbindet es sich direkt damit, um euch ins WLAN einzuloggen. Das kann praktisch sein, zum Beispiel, wenn man nach Hause kommt oder gerade den zehnten Iced-Matcha-Latte im Lieblings-Café trinkt und nicht beim Pilates ist.

Doch nicht alle Netzwerke sind gut für euer Handy. Angreifer können durch Tricks eurem Gerät vorgaukeln, ihr würdet euch gerade in ein offenes WLAN einloggen, zum Beispiel das eures Cafés oder das Gratis-WLAN beim Bäcker um die Ecke. Ohne dass ihr es merkt, surft ihr dann über einen fremden Router, der dadurch verschiedene Angriffe durchführen kann.

Zwar ist das direkte Hacken eines Handys dank moderner Verschlüsselung heute längst nicht mehr so einfach, wie oft behauptet, aber andere Tricks funktionieren weiterhin: Zum Beispiel kann euch ein fremder Router ohne euer Wissen auf eine täuschend echt aussehende, aber gefälschte Website von Amazon leiten. Meldet ihr euch dort an, schnappt sich der Angreifer eure Log-in-Daten. So etwas nennt man dann eine Man-in-the-Middle-Attack.

Ich bin nur mit meinem Heim-WLAN verbunden, was soll’s? Selbst wenn ihr euch nie in fremde Netze einloggt, hinterlässt euer Handy Spuren. Es fragt ständig bei den Netzwerken in der Umgebung an, ob sie das Heimnetzwerk sind (sogenannte Probe-Requests).

Das führt zwar nicht gleich zu einem filmreifen Hacker-Angriff oder gar einem Einbruch in die eigene Wohnung, aber es ist ein gefundenes Fressen für Datensammler. Wie Sicherheitsforschungen zeigen, können diese ständigen Funksignale von Dritten ganz einfach mitgehört werden, um Bewegungsprofile zu erstellen.

Kaufhäuser oder Werbefirmen können diese Signale beispielsweise nutzen, um völlig unbemerkt zu tracken, wie oft man an einem bestimmten Geschäft vorbeigeht, welche Routen man nimmt oder wie lange man sich in einer Shopping-Mall aufhält. Aus der bloßen Bequemlichkeit, das WLAN immer anzulassen, wird man so schnell zum gläsernen Passanten.

Wie wahrscheinlich ist das? Öffentliche Netzwerke bergen reale Risiken, doch gleichzeitig passieren gezielte Angriffe viel seltener, als man denkt. Dass ein Hacker im Café sitzt und gezielt eine einzige Person ins Visier nimmt, ist extrem unwahrscheinlich. Die echte Gefahr liegt heute eher im unsichtbaren Datensammeln und im automatisierten Tracking.

Gleichzeitig loggt man sich häufig nur deshalb überall ein, weil man Angst hat, den eigenen 99-Cent-Handytarif mit seinem knappen 1 GB Datenvolumen zu verbrauchen. Dabei verbrauchen ein paar WhatsApp-Nachrichten oder das Checken des Wetters fast keine Daten. Dafür müsst ihr wirklich nicht in jedes unsichere Gratis-WLAN rennen.

Damit das Handy nicht auf Schritt und Tritt funkt, welche Netzwerke ihr kennt und wo ihr euch aufhaltet, sollte man sich angewöhnen, das WLAN unterwegs einfach mal auszuschalten. Das schont nicht nur den Akku, sondern schützt auch effektiv eure Privatsphäre.

Zwar nutzen moderne Smartphones heute standardmäßig zufällige MAC-Adressen, um dieses Tracking im Vorbeigehen zu erschweren. Doch die Werbeindustrie schläft nicht: Sobald man sich einmal in ein Gratis-WLAN, z. B. im Einkaufszentrum, einloggt und die AGB akzeptiert, schwindet dieser Schutz dahin.

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Schaltet ihr euer WLAN aus, wenn ihr das Haus verlasst? Schreibt es gerne in die Kommentare! Hackerangriffe können euch aber sogar auf Steam passieren, obwohl die Plattform eigentlich als sicher gilt: Zehntausende nutzen täglich eine beliebte App auf Steam, im ärgerlichsten Fall habt ihr euch damit Malware geholt

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