Wenn ihr Kill Bill bei Minute 59:03 pausiert, entdeckt ihr eine Anspielung auf einen anderen Kultfilm von Tarantino

Kill Bill ist, wie die meisten Filme von Quentin Tarantino, ein sehr stylisches Werk. Nicht ganz unschuldig daran ist die Schauspielerin Lucy Liu, die beim Kostüm ihrer Figur ein Veto einlegte und so für eine kleine Anspielung sorgte.

Wen spielt Lucy Liu in Kill Bill? Die US-amerikanische Schauspielerin verkörperte in Tarantinos Rache-Epos die Figur O-Ren Ishii.

Die Killerin ist nicht nur Teil des Attentatskommandos „Tödliche Viper“, sondern wird dank ihrer unbarmherzigen Art auch Anführerin der Yakuza.

Lucy Lius Auftritte in Kill Bill bleiben in Erinnerung. Einerseits weil sie selbst für Tarantino-Verhältnisse unglaublich brutal, gleichzeitig aber auch gerissen und hochintelligent auftritt. Andererseits weil sie aufgrund ihres Looks schlicht cool aussieht.

Doch das sollte nicht immer so sein. Lucy Liu hat in einem Interview verraten, dass Quentin Tarantino ursprünglich ein ganz anderes Outfit im Sinne hat, als das, welches im fertigen Film zu sehen ist.

Eine Anspielung unter Gangstern

Was erzählt die Schauspielerin? Im Gespräch mit Vogue erinnerte sich Liu an die Entstehung von Kill Bill. Der Kimono, den sie als O-Ren Ishii trägt, wäre so eigentlich nicht geplant gewesen:

Ursprünglich wollte Quentin, dass ich etwas ganz anderes trage, und zwar diese Art kommunistisch graues [Outfit]. […] Ich sah etwas ganz anderes und erkannte einfach, dass [O-Ren] eine Eleganz und Weiblichkeit ausstrahlte, die ich beibehalten wollte.

Lucy Liu

Stattdessen schlug Liu ein Outfit vor, das mehr der japanischen Herkunft der Figur entsprach: einen Kimono. Den ersten Auftritt damit gibt es im Film bei Minute 53:09. In einer Szene, die O-Ren Ishii während eines Yakuza-Meetings zeigt, trägt sie den Kimono.

Und zwar in der Farbe Schwarz mit weißem Untergewand. Das ist kein Zufall. Liu erklärte im Interview, dass die Wahl der Farben sehr bewusst gefällt wurde. Sie hatte Tarantino vorgeschlagen, sich an Pulp Fiction zu orientieren.

Dort tragen die beiden Charaktere Jules und Vincent schwarze Anzüge mit weißen Hemden darunter. Genauso wie O-Ren Ishii sind sie ebenfalls Killer.

Die schlichte Kombination aus Schwarz und Weiß passte Liu zufolge auch zu ihrer Figur in Kill Bill und wäre gleichzeitig eine Anspielung auf Pulp Fiction. Und was noch dazu kommt: Auch die Hauptfigur im Film Lady Snowblood, der ein großes Vorbild für Kill Bill war, trägt einen Kimono.

O-Ren Ishii im schwarzen Kimono (Bildquelle: Lionsgate Movies auf YouTube)

Die Gangster aus Pulp Fiction (Bildquelle: Kinocheck Heimkino auf YouTube)

Tarantino ließ sich von dem Vorschlag überzeugen und so sehen wir O-Ren Ishii in diesen ersten Szenen in dem besagten Outfit. Später, wenn sie auf die „Braut“ (Uma Thurman) trifft, verändert sich der Look.

Schwarz und Weiß wechseln die Plätze – nun ist der Kimono selbst weiß und das Untergewand schwarz. Passend dazu findet der Kampf zwischen den beiden Frauen in einem idyllischen, verschneiten Garten statt.

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Lucy Liu ist der Meinung, dass die Wahl des Kimono die Auffassung der Figur verändert hat. Wie das ursprünglich angedachte Outfit ausgesehen hätte, kann man in Gestalt ihrer Komplizin und rechten Hand im Film, der Figur Sofie Fatale, sehen. Sie trägt das schlichte dunkelgraue Kostüm, das vermutlich anfangs auch für O-Ren Ishii angedacht war. Eine andere Schauspielerin durfte in Kill Bill nicht mitspielen, wie sie Tarantino zufolge zu gut war.

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