Alle hielten CD Projekt Red für verrückt: Cyberpunk 2077 mied genau die Tricks, die Witcher 3 so besonders machten

Die zwei wichtigsten Spiele für den polnischen Entwickler CD Projekt Red sind Witcher 3 und Cyberpunk 2077, doch sie unterscheiden sich nicht nur durch ihr Setting.

Wo liegt der Unterschied? Die Art und Weise, wie Witcher 3 den Spielern die Geschichte erzählt und wie Cyberpunk 2077 es tut, unterscheidet sich wesentlich und das hat bereits bei der Entwicklung für Kopfschütteln gesorgt.

Witcher 3 war für viele Spieler ein Meisterwerk der Erzählung, die perfekt inszenierten Szenen, in denen Gerald mit den anderen Charakteren im Spiel interagiert. So sehen das auch die Entwickler, die in einem Interview von Voice Actor Luke Dale auf YouTube darüber sprechen. Hier sagt Maciej Pietras, der zuständige Animation Director:

Für mich war die Entwicklung von „The Witcher 3“ wie die Inszenierung eines Theaterstücks. In gewisser Weise hat man eine Bühne, auf der viele Dinge passieren können oder auch nicht. Und wir möchten, dass sich die Spieler auf das konzentrieren, was sie sehen, aber nur innerhalb dieses bestimmten Rahmens. Wir möchten, dass etwas Bestimmtes passiert, und gleichzeitig „blenden“ wir andere Dinge [die für die Handlung weniger relevant sind] aus.

Maciej Pietras auf YouTube

Doch obwohl genau diese Inszenierung Witcher 3 so groß und gut gemacht hat, haben die gleichen Entwickler in Cyberpunk 2077 alles ganz anders gemacht.

Hier könnt ihr den Trailer von Cyberpunk 2077 sehen:

Weg vom Theaterstück

Was haben die Entwickler geändert? In Cyberpunk 2077 ändert sich, wie die „Cutscenes“ ablaufen. Der Spieler behält die Kontrolle über seinen Charakter und kann die NPCs auch begutachten, wenn sie aus dem Bild schon verschwunden sind oder gleich in der „Szene“ auftauchen.

Das ändert vollkommen die Art und Weise, wie das RPG erzählt wird, und stellte die Entwickler damals noch vor eine viel größere Herausforderung beim Erschaffen der Szenen. Entsprechend anspruchsvoll war auch die Arbeit der Entwickler.

Wie Maciej Pietras im Interview erklärt, haben damals andere Branchenkollegen die Entwickler von „Red“ für verrückt gehalten, als sie gehört haben, man wolle das ganze RPG aus der Ego-Perspektive erzählen.

Warum haben die Entwickler diese Methode gewählt? Obwohl Witcher 3 bereits einen Erfolg mit der üblichen Erzählweise hatte, wollten die Entwickler bei Cyberpunk 2077 alles noch immersiver machen. Die Spieler sollten durch die durchgängige Perspektive also noch tiefer in die Geschichte eintauchen können.

Ein Problem war aber auch das Finden von Vorbildern, die gut zeigen konnten, wie man ein solches Spiel überhaupt umsetzt. So gab es nur wenige Filme und Spiele, die diese Technik gut umgesetzt hatten und als Vorlage dienen konnten.

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