ARC Raiders in der Krise: Die Spielerzahlen auf Steam stürzen ab und die „Rettung“ erfordert große Veränderungen

Die Spielerzahlen von ARC Raiders sinken immer weiter. Jetzt steht zwar das nächste größere Update bevor, aber kann das wirklich den Extraction-Shooter retten? Das große Problem steckt tiefer und erfordert viel Arbeit, damit das Blatt gewendet werden kann.

Das ist der aktuelle Stand: Seit einigen Wochen sinken die Spielerzahlen von ARC Raiders stetig. Schaut man sich jeweils den täglichen Höchstwert an, so war dieser Ende März noch bei etwa 145.000-158.000 gleichzeitig aktiven Spielern. In der vergangenen Woche lag der Peak „nur“ noch bei 116.000, teilweise sogar nur bei 80.000 bis 90.000.

Im Durchschnitt spielten ARC Raiders:

im Januar 241.000

im Februar 171.000

im März 112.000

in den vergangenen 30 Tagen 80.000

Zudem kommen stetig mehr negative Spieler-Rezensionen auf Steam hinzu und auch in den sozialen Netzwerken kippt die Stimmung. Auf Steam sind nur 69 % der Reviews positiv, die im April geschrieben wurden. Zum Vergleich: Die Gesamtzahl aller Reviews seit Release ist mit 85 % deutlich besser.

Grundlegende Probleme vertreiben immer mehr Spieler

Schaut man sich in der Community von ARC Raiders um, so werden einige Kritikpunkte besonders oft genannt:

Cheater

Content Mangel

Belangloser Loot

PvE vs. PvP

ARC Raiders hat – wie viele Shooter – haufenweise Cheater und Embark bekommt sie nicht in den Griff. Streamer leiden zudem stark unter Stream-Snipern und kehren dem Spiel vermehrt den Rücken – wodurch jede Menge öffentliche Wahrnehmung wegfällt.

Viele reguläre Spieler wechseln separat zu anderen Games, weil ihnen der Content ausgeht bzw. sich das Spiel zunehmend repetitiv anfühlt. Das liegt vor allem am schwachen Endgame des Extraction-Shooters. Viele Spieler haben inzwischen einen Punkt erreicht, an dem es nur noch wenig (Neues) zu tun gibt. Man besitzt alles und spielt nur noch für den Grind oder des Spielens wegen – so lange, bis man daran endgültig die Lust verliert.

Ein Problem beim Endgame ist etwa der auffindbare Loot, der im späteren Verlauf nahezu belanglos ist – besonders von den ARCs. Im PvE wird der Fortschritt dadurch schnell banal, da Spieler für die starken, gut gepanzerten ARCs teure Ausrüstung benötigen/mitbringen sollten, die ARCs aber kaum lohnenswerte Items droppen. Das Risiko, die Ausrüstung zu verlieren – egal ob durch ARCs oder andere Spieler – übersteigt den Nutzen.

Insgesamt ist die Community weiterhin stark gespalten. Es gibt einen starken Kontrast zwischen den Bedürfnissen der PvE- und der PvP-Spieler und Embark hat Probleme, beiden Seiten mit Änderungen und neuen Inhalten den Spielspaß zu erhalten – und verliert beim Versuch beide Seite.


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ARC Raiders hat unfassbar friedliche Community – Selbst die Entwickler sind überrascht

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Ein Update reicht nicht, um ARC Raiders zu „retten“

Die große Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Was muss Embark tun, um den Abwärtstrend aufzuhalten und ARC Raiders zu retten? Die Antwort darauf ist gleichermaßen simpel und höchst komplex.

Das Cheater-Problem ist nahezu unlösbar. Wenn ihr irgendeinen Shooter startet und auf relativ hohem Niveau spielt, trefft ihr auf Cheater. Tiefgreifende Anti-Cheat-Systeme, die auf Kernel-Level arbeiten oder Secure Boot und TPM 2.0 sind Technologien, die beim Kampf gegen Cheater helfen, aber das Problem niemals vollends beheben können.

Zudem haben vergangene Updates gezeigt, dass viele Spieler nur vorübergehend zurückkehren. Neue Gegner und die neue Map, die am 28. April kommt, werden wahrscheinlich kurzzeitig zu einem Anstieg der Spielerzahlen führen. Aber sobald auch die neuen Inhalte sich repetitiv anfühlen, verlieren die zurückgekehrten Spieler wieder die Lust. Damit sie bleiben, muss das System grundlegend überarbeitet werden.

Alle neuen Inhalte von ARC Raiders in der ÜbersichtMonatNeuerungNovember 2025– Stella Montis (neue Map)
– Neue ARC-Gegner (Matriarch, Shredder)
– Neue Map-Conditions (Electromagnetic Storm, Hidden Bunker und Night Raid)
– Einführung des Duo-Modus
– Neue Community-Events & QuestsDezember 2025– Neue Map-Condition (Snowfall)
– Event Flickering Flames (Candleberry Banquet)
– Neues Raider Decks (Goalie Deck)Januar 2025– Permanente Map-Condition (Bird City)
– Einführung neuer Epic Augments;
– neuer Spielmodus (Solo vs Squads)Februar 2026– Neue Map-Condition (Hurricane)
– Neue ARC-Gegner (Firefly & Comet)
– Map-Erweiterung (Controlled Access Zone)März 2026– Neue Waffen (Dolabra & Canto)
– Neues Deployable (Surge Coil)
– Neuer ARC-Gegner (Vaporizer)
– Neue Map-Condition (Close Scrutin)
– Shredder sind nun global auf allen Maps aktiv.

Die wichtigste Baustelle ist das Endgame bzw. die Langzeitmotivation. Das ist leicht gesagt, aber Embark muss grundlegende Veränderungen vornehmen, damit die Spieler langfristig bleiben oder zurückkehren. Das Fortschrittssystem muss überarbeitet werden, damit sich der Grind auch für Spieler lohnt, die hunderte Stunden investiert haben.

ARC Raiders benötigt mehr Abwechslung und bessere Belohnungen, damit Spieler einen Anreiz haben, das Spiel zu spielen. Mit dem aktuellen Quest-System, dem Skilltree und dem belanglosen Loot können Spieler mit hunderten Stunden wenig anfangen.

Die Quests geben nur Items, die niemand benötigt und die sofort recycelt werden

Für die Prüfungen gibt es oft nur einen Skin statt guten Loot.

Die Boni der Expeditionen verlieren mit jeder Expedition an Reiz, weil der Vorteil so gering ist, dass man die Lust verliert, dafür alles nochmal zu erspielen.

Verschiedene Builds zu bauen, lohnt sich nicht. Es gibt Meta-Waffen und davon abzuweichen, ergibt keinen Sinn.

Ein Gamer zeigte, dass sich hier der Blick auf The Division 2 lohnen kann. Der Loot-Shooter hat im Endgame ein so ausgeprägtes Fortschrittssystem, dass es für Spieler nahezu immer etwas zu tun gibt, das den Charakter stärkt. ARC Raiders hat diesbezüglich Lücken und sollte bei der Build-Vielfalt und bei der Charakter-Progression nachlegen.

Insgesamt fehlt es in ARC Raiders an lohnenswerten Anreizen. Hierbei dürfen die PvP-Spieler jedoch nicht vergessen werden. Embark sagte in der Vergangenheit, dass sie keine PvP-Leaderboards wollen, aber auch PvP-Spieler sind ein Teil der Community. Ein Ranked-Modus oder Ähnliches könnte ihnen einen neuen Anreiz zum Grinden geben und gleichzeitig eine Umgebung schaffen, die auf PvP ausgelegt ist. Das hätte gegebenenfalls sogar den Vorteil, das dadurch PvE-Spieler im „normalen“ Matchmaking gegebenenfalls weniger zu PvP gezwungen werden.

In der Vergangenheit haben Spiele auch schon mit Spielmodi experimentiert, die Extraction-Shooter und Battle Royale mischen. Dort kann immer nur ein Team extrahieren. So etwas könnte als besondere Map-Begebenheit eingeführt werden und seltenen Loot oder Punkte auf einem Leaderboard bieten.

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Eine Rettung ist (noch) gar nicht nötig

Ja, ARC Raiders verliert seit Monaten stetig Spieler. Ein Aspekt wird bei der Thematik aber oft vergessen: ARC Raiders war ein unfassbarer Erfolg, der als Hit auf allen Plattformen viel mehr Spieler hatte, als sich die Entwickler selbst erträumt haben.

Viele Spiele starten mit deutlich mehr täglichen Spielern, als sie über Jahre halten können. Das ist völlig normal. Die Spielerzahlen pendeln sich mit der Zeit auf einem bestimmten Wert ein.

Helldivers 2 ist beispielsweise von durchschnittlich 274.000 Spielern im Release-Monat Februar 2024 auf knapp 25.000 Spieler im August gefallen. Trotzdem wird der Shooter weiterhin seitens der Entwickler unterstützt und hat eine feste Community die das Spiel regelmäßig spielt. Im Februar 2026 spielten nach einem größeren Update sogar wieder 76.000 Spieler im Durchschnitt.

Wenn ARC Raiders langfristig zwischen 25.000 und 70.000 Spieler allein auf Steam halten kann, ist das zwar deutlich schlechter als die Zahlen zum Release, aber trotzdem kein Misserfolg. ARC Raiders konnte einfach sehr viele Spieler anziehen, die eigentlich keine Extraction-Shooter spielen. Viele von ihnen werden irgendwann aufhören zu spielen, und andere finden neue Games, die sie interessieren.

Ich selbst bin in ARC Raiders noch nicht an dem Punkt angekommen, an dem ich das Spiel nicht mehr sehen kann. Ich zocke es eher gelegentlich, zur Abwechslung von kompetitiven PvP-Shootern und genieße die Interaktionen mit anderen Spielern, statt Fortschritt zu grinden. Denn egal, was für Updates das Spiel zukünftig bekommt, die besten Situationen entstehen mit anderen Menschen – etwa, wenn man ihnen absurde Fragen stellt: Ich habe Leute gefragt, ob ich sie in ARC Raiders abknallen darf und die Antwort empört mich als professionellen Schwitzer

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