MeinMMO-Redakteurin Caro hat in dem neuen SciFi-Horror „Directive 8020“ für die PS5 und Steam bereits erste Stunden an Bord der Cassiopeia verbracht, der letzten Hoffnung der Menschheit. Als Horror-Enthusiastin freute sie sich auf besonders gruselige Momente, fand ihr wahres Grauen jedoch in etwas viel Schlimmerem: dem Gewicht ihrer Entscheidungen.
Als ich die Gelegenheit erhielt, bereits vorab in Directive 8020 reinzuschauen, war ich vorsichtig optimistisch. Ich bin zwar kein heftiger SciFi-Fan, doch liebe das Horror-Genre und besonders Body-Horror ist einer meiner Favoriten. Zu meinen liebsten Spielen zählen Scorn oder die letzten Resident-Evil-Teile. Nach dem ersten Blick auf Teaser und Trailer zu Directive 8020 war ich durchaus gespannt, was mich erwarten wird.
„Directive 8020“ ist der 5. Titel der „The Dark Pictures“-Anthologie von interaktiven, cinematischen Survival-Horror-Spielen, in denen vor allem die eigenen Entscheidungen und daraus resultierenden Konsequenzen eine wichtige Rolle spielen. Die Macher von Until Dawn und The Quarry schicken Spieler nun jedoch nicht in eine Berghütte oder ins Sommercamp, sondern ins All. Genauer gesagt, an Bord der Cassiopeia, die 12 Lichtjahre von der Erde entfernt die letzte Hoffnung der sterbenden Menschheit erkunden soll: den Planeten Tau Ceti.
Die Aufgabe der Crew ist es, die Bewohnbarkeit des Planeten aus der Umlaufbahn zu bestätigen und somit das darauffolgende Terraforming und die Besiedlung durch die Menschheit einzuleiten. Allerdings hätten wir nun kein SciFi-Horrorspiel, wenn das so problemlos funktioniert hätte, oder?
Denn nach einem kleinen Leck im Schiff geht einiges der Planung gehörig schief, was jedoch das geringste Übel der Belegschaft ist. Denn sie sind nicht mehr die einzige Lebensform an Bord. Eine außerirdische Materie, die Körper imitieren und verändern kann, sorgt für eine Menge Paranoia und leichte sowie schwere Entscheidungen, die mich weitaus mehr gestresst haben als sämtliche Jumpscares.
Hier seht ihr den Trailer zu Directive 8020:
Der Trailer zu Directive 8020 der Dark Pictures Anthology zeigt, dass die Crew nicht die einzige Lebensform auf ihrem Raumschiff ist
Autoplay
Bodyhorror schön und gut, aber diese blöde Verantwortung …
Das Spiel erfindet in Hinsicht auf vorherige Titel wie Until Dawn das Rad nicht neu. Ihr werdet eine geführte, aber dennoch interaktive Spielerfahrung vorfinden, bei der eure Entscheidung, so groß oder klein sie zunächst klingen mag, erhebliche Konsequenzen mit sich bringt. Dem ist man sich direkt von Anfang an bewusst, was mich schon bei meiner ersten Entscheidung komplett überforderte.
Es ist ein wenig peinlich zuzugeben, aber nach einem Beben im Schiff war ich nach meiner ersten Entscheidung, zunächst den Bordcomputer zu überprüfen, direkt paranoid. Was zunächst logisch klingt, rüttelt sofort andere Alarmglocken: Das dauert länger, wir werden die wahre Gefahr verpassen, irgendwas Außerirdisches wird rumlaufen, bevor wir es stoppen können – ich habe uns sicherlich zum Tod verdammt.
Direkt nach meiner ersten Entscheidung hatte ich so ein ungutes Gefühl, dass ich wie eine Memme neu laden musste, um mich umzuentscheiden. Wir machten uns also sofort auf den Weg zum Ort der Erschütterung … auch wenn es im Nachhinein wirklich wie die dümmere Idee klingt. BIS JETZT habe ich immer noch nicht herausgefunden, was im Endeffekt die klügere Entscheidung war.
Das ist dank der Wendepunkte innerhalb des Zeitstrahls mit möglichen Wegen ein eingebettetes Feature, dem ich als unsicheres Wrack wirklich dankbar war. Durch diesen Zeitstrahl kann man auch für zukünftige Playthroughs herausfinden, welche Wege man noch nicht gewählt hat, um möglichst verschiedene Enden und Geheimnisse aufzudecken.
Entsprechend meiner Unsicherheit könnt ihr euch vorstellen, wie ich in tatsächlichen Stresssituationen geschwitzt habe, um mich für den richtigen Weg zu entscheiden. Vor allem, wenn dieser wirklich über das Leben oder den Tod eines Crewmitglieds entscheidet.
Mein wahrer Horror in Directive 8020 war daher, mit den Konsequenzen meiner eigenen Entscheidungen leben zu müssen, und mein Ziel: nicht zu der nervigen Figur eines Horrorfilms zu werden, bei deren Entscheidungen man als Publikum nur die Augen rollen will.
„Das Ding” im All
Apropos Horror: Bereits in der ersten Folge der episodischen Geschichte von Directive 8020 erhält man einen Hinweis darauf, dass an Bord etwas wirklich Schlechtes gelandet ist, das man nicht ignorieren sollte: eine lebendige und ziemlich fleischige Materie, die sich nicht nur in die Wände des Schiffes frisst, sondern dem Anschein nach auch in die Psyche der eigenen Kollegen.
Als die beiden Spezialisten für die Überwachung des Hypersleeps auf die Quelle der Erschütterung stoßen und ein Loch mit einem verdächtigen Sekret finden, sind die beiden mir einfach zu entspannt.
Die außerirdische Lebensform zeigt sich nämlich nicht nur in fleischiger und körperkorrumpierender Monstrosität, sondern auch in der Form der eigenen Verbündeten. Und da beginnt der Body-Horror, den ich so liebe.
Der Body-Horror in Directive 8020 trifft einfach meinen Sweet Spot! Es erinnert mich an John Carpenters „The Thing”, aber halt in einem SciFi-Setting gemischt mit der etwas ernsthafteren Version einer Runde Among Us.
Aber trotzdem ist der visuelle Horror des Spiels wirklich ein wahrer Pluspunkt für mich. Allein die Ausdrücke in den Gesichtern machen es perfekt:
Ständige Unsicherheit
Das Misstrauen der Crew gegenüber wird durch einfache Textnachrichten im Spiel verstärkt. Als ich einer verdächtigen Person hinterherschlich, hielt ich es für den besten Plan, meine Crew mit Nachrichten zu informieren, wo ich mich aufhalte und was ich gesehen habe. Doch dann kamen die Zweifel: Was, wenn die Person nicht auf meiner Seite ist? Wenn sie nun weiß, dass ich ihnen fast auf die Schliche gekommen bin? War das Oversharen gerade wirklich schlau?
Tatsächlich sind mir die zunächst eher archetypisch wirkenden Charaktere des Spiels mit den ersten paar Folgen doch sympathischer geworden, als ich erwartete. Die Schauspieler sind stark und sobald man mehr über das bisherige Leben der Crew erfährt, wird es einem auch wichtiger, ob einer von ihnen überlebt oder abkratzt. In einem solch von der Narrative getragenen Spiel kann das ein wahrer Killfaktor sein, weshalb ich wirklich erleichtert bin. Ich war wirklich motiviert, zumindest die meisten des Teams am Leben zu halten … die meisten.
Mein Fazit nach 4 Stunden
Nach meinen ersten Stunden im Spiel und anfänglicher Sorge, dass ich mich mit dem SciFi-Setting trotz des Horrors nicht anfreunden kann, will ich unbedingt weiterspielen! Das Game hat mir mittlerweile so viele Mysterien versprochen, die es noch zu entdecken gilt, als dass ich es einfach liegen lassen könnte. Vor allem jetzt, wo der Horror so richtig in Fahrt kommt.
Da das Spiel in 8 Episoden aufgebaut ist, kann man selbst entscheiden, ob man es wie eine Serie durchbinged oder in kürzeren Einheiten erleben will. Die Enden der Folgen sind gut gesetzt, um die folgende Spannung aufzubauen und für Abschnitte zu sorgen, die auch trotz Pausen in Erinnerung bleiben.
Ich bin auch sehr neugierig, wie sich Directive 8020 gemeinsam erleben lässt, denn auch das ist durch den „Filmabend-Modus” auch im Koop möglich. Dafür muss ich aber noch meine eher Horror-abgeneigte Freundin von ihrem Glück überzeugen.
Ich freue mich, dass der Horror aus Directive 8020 so spannend gestaltet ist, dass ich sogar dem SciFi-Genre eine Chance gegeben habe. Auch wenn mich die Last meiner miesen Entscheidungen sicherlich einige Lebensjahre gekostet hat.
Directive 8020 erscheint mit einer FSK 18 am 12. Mai 2026 für die PlayStation 5, Xbox Series X/S und für den PC auf Steam.
Die Schicksale in Directive 8020 können wirklich bescheiden ausfallen, wenn man die Crew nicht vor einem wirklich schrecklichen Ende bewahrt. Das ist jedoch wie so oft in Horrorgames sowie Filmen für das Genre typisch. Die wirklich schlimmsten Schicksale aus Horrorfilmen stellen wir euch in dieser Liste vor: Die 10 schlimmsten Schicksale in Horrorfilmen
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