Ein Postwagen mit über 60 USB-Geräten war einst der Schrecken der Entwickler von Windows bei Microsoft

In einem Interview auf YouTube berichtet der langjährige Microsoft-Entwickler Raymond Chen davon, wie Windows 98 für die Nutzung von USB-Geräten fit gemacht wurde. Durch den USB-Wagen des Todes, ausgestattet mit 64 in Reihe geschalteten USB-Geräten, waren Bluescreens auf den Test-Systemen an der Tagesordnung.

USB-Geräte begleiten unseren Alltag. Sei es die Maus, Tastatur oder der USB-Stick zum schnellen Datentransfer. Doch dies war nicht immer der Fall. Erst zur Jahrtausendwende wurde die Technik langsam zum Standard für PC-Systeme. Warum der Stecker nur auf einer Seite funktioniert, erfahrt ihr hier.

Diesen Trend erkannte auch Microsoft und ergriff Maßnahmen, damit das hauseigene Windows 98 problemlos mit USB-Geräten zusammenarbeitete. In dieser Situation erschuf der Software-Hersteller den USB-Wagen des Todes. Ein Büro-Postwagen, beladen mit USB-Geräten, um Entwickler und ihre Systeme herauszufordern. Nicht jeder Rechner überlebte diese Begegnung.

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Raymond Chen im Interview bei Dave’s Garage

Microsofts USB-Wagen des Todes zwang Windows 98 in die Knie

Wofür gab es diesen Wagen voller USB-Geräte? Vor der Jahrtausendwende war USB noch kein etablierter Standard, um Geräte mit dem Windows-Betriebssystem zu verbinden. Die Einrichtung war umständlich und nicht immer von Erfolg.

Nahezu jedes Produkt mit USB-Anschluss benötigte einen eigenen, individuellen Treiber, der installiert werden musste. Heutzutage müssen wir uns zusätzlich mit unterschiedlichen Farben bei USB-Anschlüssen herumschlagen.

Geräte mit USB-Anschluss drängten auf den Markt und zwangen Microsoft zum Handeln. Der Software-Hersteller war also gezwungen, sein damaliges Betriebssystem Windows 98 für den reibungslosen Betrieb von USB-Geräten fit zu machen.

Also entschied sich Microsoft dazu, einen Büro-Postwagen umzufunktionieren und mit USB-Geräten unterschiedlicher Art zu beladen. Mit diesem Konstrukt wurden Windows 98-Systeme konfrontiert und „überlebten“ das Aufeinandertreffen in der Regel nicht.

Die Folge waren Bluescreens und Abstürze der Rechner. Chen sagte dazu: „Man steckte diesen einen Stecker in die Testmaschine und die gesamte USB-Infrastruktur würde durchdrehen“.

Wie gingen die Entwickler dabei genau vor? Der Wagen wurde über ein einziges USB-Kabel an eine Test-Station angeschlossen. Das installierte Windows 98 kam mit der Flut an Geräten, die sich mit dem System verbinden wollten, nicht klar und quittierte den Dienst. Bluescreens und Abstürze waren die Folge.

Danach waren die Entwickler an der Reihe und mussten die Fehler im Programmcode finden und beseitigen. Das Spiel wiederholte sich so lange, bis das Betriebssystem stabil lief.

Um das Debugging (Fehlersuche im Quellcode) auf die Spitze zu treiben, wurde die Verbindung zum USB-Wagen auch teilweise nach wenigen Sekunden unterbrochen und das Kabel einen Augenblick später wieder eingesteckt. Schon damals gab es USB-Kabel mit einem dicken Plastikteil, das eine wichtige Funktion hat.

Blieb ein Rechner ohne Absturz oder Bluescreen, wurden die angeschlossenen USB-Geräte auf ihre Funktion hin getestet. Auf diese Weise wurden Fehler nach und nach behoben, bis ein stabiler Zustand erreicht wurde. Raymond Chen sagte zu diesem langen Testprozedere amüsiert: „Herzlichen Glückwunsch, es ist aus einem anderen Grund abgestürzt.“

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Mit was für Geräten war der Wagen beladen? Um die USB-Schnittstelle komplett auszulasten, zu können, wurden 3 USB-Hubs in Reihe geschaltet. So wurden insgesamt 64 Produkte per USB angeschlossen. Dazu gehörten mehrere Mäuse, Tastaturen, Drucker, Laufwerke und andere Peripherie-Geräte.

Auch ein USB-Lenkrad fand seinen Platz auf dem Wagen und war gleichzeitig eine unterhaltsame Möglichkeit den USB-Wagen des Todes zu manövrieren. Diesem Vehikel haben wir es also zu verdanken, dass sich USB als Standard in Windows 98 etablieren konnte.

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