Relativ unerwartet ist Kena: Bridge of Spirits vor wenigen Wochen für die Nintendo Switch 2 erschienen, nachdem das visuell beeindruckende Abenteuer lange Zeit nur für die Konkurrenzkonsolen und den PC erhältlich war. Für ein Interview mit den Kolleginnen und Kollegen von Nintendo Everything stand kürzlich Josh Grier zur Verfügung, der als Geschäftsführer bei Ember Lab die entscheidenden Fäden in der Hand hält – und demnach auch einige interessante Details zu erzählen hatte.
Zunächst bestätigte Grier erneut, dass ursprünglich auch eine Portierung für die erste Nintendo Switch nicht nur angedacht war, sondern auch für kurze Zeit daran gearbeitet wurde. Aufgrund fehlender Ressourcen wurde es dann aber nicht weiter verfolgt. Das deckt sich auch mit der Aussage aus einem früheren Interview, das wir hier bereits gecovert haben. Die Zusammenarbeit mit Nintendo für die dann aber noch einmal aufgenommene Portierung für die Nintendo Switch 2 beschreibt Grier aber grundsätzlich als positiv. Man habe vor allem starke Unterstützung bei der Einrichtung der Entwickler-Konsolen erhalten.
Trotz stärkerer Hardwareleistung der aktuellen Hybridkonsole war es laut Grier weiterhin eine große Herausforderung, die Grafik des Titels zu optimieren, ohne dabei den charakteristischen Artstyle zu verlieren. Dabei komme nun auch DLSS-Upscaling zum Einsatz – Grier beschreibt, dass Entwicklerinnen und Entwicklern hierfür verschiedene Presets zur Verfügung stehen und man jene gewählt habe, die die beste Balance aus Bildqualität und Performance lieferten. Die Portierung läuft auf der NIntendo Switch 2 derzeit mit 30 Bildern pro Sekunde. Ein 40-FPS-Modus, wie ihn andere Titel auf der Hybridkonsole bieten, sei zwar in der Theorie möglich – das aber nur mit deutlichen grafischen Abstrichen, sodass sich Ember Lab bewusst dagegen entschieden habe.
Künftige Updates und Retail-Fassung? Zumindest nicht ausgeschlossen
Ob das Spiel in Zukunft noch mit weiteren Updates versehen werde, sei zumindest nicht ausgeschlossen. Das Team würde derzeit vor allem das Feedback der Spielenden beobachten. Aktuell noch fehlende Features wie Aiming per Gyro-Sensor könnten in Zukunft also noch folgen. Auch eine physische Version des Spiels sei noch nicht ganz vom Tisch. Laut Grier wisse das Studio, dass großes Interesse daran besteht, eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.
Die Veröffentlichung des Spiels für die Hybridkonsole ist auch im Zuge der Ankündigung des Nachfolgers, Kena: Scars of Kosmora, erfolgt. Der Hoffnung, dass auch dieser Titel für Nintendos aktuelle Konsole erscheinen könnte, schob Grier aber einen temporären Riegel vor. Derzeit befände sich die Fortsetzung nur für die PS5 sowie den PC in Entwicklung. Auf der anderen Seite würde sich Grier aber freuen, wenn die Zusammenarbeit mit Nintendo auf andere Weise weitergehen könnte. Vor vielen Jahren hat Ember Lab nämlich mit Majora’s Mask: Terrible Fate einen Fan-Film zum legendären The Legend of Zelda-Spiel produziert – „ein echtes Herzensprojekt“, so Grier. Auch heute wäre Ember Lab noch sehr daran interessiert, an einem offiziellen Zelda-Projekt mitzuwirken.
Das vollständige englischsprachige Interview findet ihr hier. Seid ihr mit der technischen Performance auf der Hybridkonsole zufrieden?
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