Charaktere in House of the Dragon sind ehrenhaft, korrupt, bösartig, gierig … aber nur einer von ihnen ist so schmierig und mit den richtigen Überlebensinstinkten ausgestattet, dass er sogar das Game of Thrones überleben würde. Dabei geht er MeinMMO-Redakteurin Sophia Weiß gehörig auf die Nerven.
Die erste Folge der dritten Staffel von House of the Dragon hat uns einige mehr oder weniger fröhliche Wiedersehen mit den noch lebenden Charakteren aus der vorherigen beschert. Ganz ohne groß zu spoilern:
Wir wissen, dass Daemon mit seiner Kampagne in den Flusslanden Erfolg hat. Alicent hat eine ungewollt intime Begegnung mit einem ihrer Söhne. Rhaenyra indes kämpft mit ihrem pubertierenden ältesten Kind und dessen Dickschädel. Normaler Targaryen-Alltag also.
Es gibt aber auch ein Wiedersehen mit den Drachensaaten, den drei ganz frischen Reitern der Feuerspeier Vermithor, Seerauch und Silberschwinge. Im Auftrag von Rhaenyra campen Hugh Hammer, Addam aus Holk und Ulf der Weiße unter freiem Himmel, das Kommen der Widersacher Aemond und Vhagar erwartend.
Und hier beweißt ausgerechnet der schmierigste unter ihnen, dass er die richtigen Überlebensinstinkte hat, einen Horror-Film zu überleben. Oder gar das Game of Thrones.
House of the Dragon zeigt im finalen Trailer zur 3. Staffel den immer weiter eskalierenden Konflikt der Targaryens
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Nur einer hat den Instinkt, Westeros zu überleben
In der ersten Folge der dritten Staffel warten die drei Drachensaaten in Rhaenyras Diensten darauf, dass sich Aemond und sein Drache Vhagar bei Harrenhal blicken lassen. Es ist ein recht undankbarer Job: Das Wetter ist wirklich grauenhaft nass-kalt und auf das Eintreffen einer monströsen Mördermaschine zu warten ist vermutlich wenig motivierend.
Besonders frustriert von der ganzen Situation ist Ulf der Weiße. Er grummelt die ganze Zeit vor sich hin und freut sich auf ein Schloss, das er angeblich als Belohnung bekommt. Die Laune wird nicht besser, als ihm Addam und Hugh mitteilen, dass es vermutlich kein Schloss sondern eher ein Pferd wird.
Das Faß zum überlaufen bringt die unhöfliche Unterbrechnung von Hughs Naturtoilettenbesuch: Alys Rivers und ein menschenähnlichen Lebewesens mit Hörnern und Hufen verschrecken ihn komplett. Dann outet sich Alys auch noch als Hexe und für Ulf ist die Mission gelaufen:
Es ist nass. Es ist kalt. Er riskiert sein Leben für ein Pferd und jetzt tauchen auch noch Hexen auf? Nein danke, denkt er sich vermutlich und packt seine Sachen.
Einfach abhauen ist schon richtig feige. Aber kann man es ihm verübeln? Nicht wirklich. Und dieser Überlebensinstinkt macht den schmierigen Emporkömling zu der einen Person, die den Krieg sogar überleben könnte.
Da sitzt Ulf wie ein begossener Pudel. Wie viel Pech kann ein Mann auf einmal haben? Ja.
Er geht mir auf die Nerven – Aber den Charakter find ich gut!
Ich kann Ulf so gar nicht leiden. In Staffel 2 hat er sich schon mehrfach der einzig wahren Königin Rhaenyra gegenüber im Ton vergriffen. Warum Silberschwinge, ein unglaublich eleganter Drache, ausgerechnet diesen Unsympathsbolzen als Reiter haben wollte verstehe ich überhaupt nicht.
Leider ist das so und jetzt könnte der Herr sich wenigstens auch reinknien, wenn er denn schon eine lebende Atombombe steuern darf. Drachenreiter ist immerhin nicht jeder!
Aber nein. Ulf beschwert sich lautstark über alles, er benimmt sich komplett daneben und dann sucht er auch noch das Weite, wenn es brenzlig wird. Genau das könnte ihm aber im Krieg zwischen den Grünen und den Schwarzen das Leben retten:
Natürlich wäre Ulf gerne reich und mächtig. Aber noch viel lieber ist er am Leben. Wenn es also ihm also zu brenzlig wird, fliegen alle Loyalitäten aus dem Fenster. Wer will oder würde ihn auch aufhalten wollen oder gar können, so mit Silberschwinge an seiner Seite.
Ulf als Person finde ich einfach widerlich. Er verstößt gegen alle mir wichtigen Prinzipien und das mehrfach. Gefühlt hat er sogar Spaß daran. Ich unterstelle das jetzt einfach mal.
Als Charakter finde ich ihn aber faszinierend und möchte meinen Hut vor ihm ziehen: Westeros ist eine unbarmherzige Welt. Auf sich selbst zu schauen, aus egal welchen niederen Gründen auch immer, ist die beste Strategie, um nicht wie so manch ein Kronprinz in letzter Zeit zu enden.
Ehre, Ruhm und Loyalität sind wirklich tolle Eigenschaften. Gleichzeitig sind es auch die Gründe, warum so manch ein Held frühzeitig über den Jordan geht.
Dicke Kudos also von mir an Ulf: Schau auf dich selbst, bleib am Leben und mach dein Ding. So arschig ich auch finde, dass es ist. Du hast die besten Chancen, lebend aus diesem ganzen Schlamassel raus zu kommen. Also mach genau so weiter. Auch, wenn ich dich dafür am Ende hassen werde.
Wer sich mit den Büchern beschäftigt hat, weiß natürlich schon, wie es mit Ulf ausgehen wird. Allerdings hat die Serie jetzt schon so einige Änderungen am Plot vorgenommen. Lasst in den Kommentaren gerne mal eure Einschätzung da, ob Ulf nach Staffel 4 noch auf zwei Beinen stehen wird. Eine größere Änderung ist das Finale der ersten Folge, in der der zweite Kronprinz aus Westeros 2026 das zeitliche segnet. Aber wer ist eigentlich daran Schuld? Nun: House of the Dragon hat einen neuen Drachen und der sollte alle daran erinnern: Die Targaryens kontrollieren sie nicht
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