Wer an Filmadaptionen von Herr der Ringe denkt, dem fällt vermutlich als Erstes die Trilogie von Peter Jackson ein. Von einer anderen Version gibt es gleich mehrere Fassungen – eine davon werden wir vermutlich nie zu Gesicht bekommen.
Lange bevor die beliebte Trilogie von Peter Jackson ab Anfang der 2000er in die Kinos kam, gab es bereits eine bekannte Verfilmung von Herr der Ringe.
Der Regisseur Ralph Bakshi brachte 1978 seine Version als Zeichentrickfilm in die Kinos. Dabei erzählte er die Geschichte der drei Bücher nicht komplett, sondern deckte nur die Ereignisse aus „Die Gefährten“ und rund zwei Drittel aus „Die Zwei Türme“ ab. Der Film endet somit nach der Schlacht von Helms Klamm.
Das Besondere an dieser Version von Herr der Ringe: Es war kein gewöhnlicher Zeichentrickfilm. Dank einer speziellen Technik brachte er einen zweiten Film hervor, der bislang geheim geblieben ist – übriges nicht das einzige Mysterium um das Franchise.
Trailer zur kuriosen Verfilmung von “Herr der Ringe”
Autoplay
Ein einfacher Trick sorgt für Realismus
Was ist das für ein geheimer Film? Der Ursprung der geheimen Fassung liegt in der Art, wie Ralph Bakshi seinen Film drehte. Er nutzte das sogenannte Rotoskopie-Verfahren. Dabei wird eine Szene mit echten Darstellern aufgenommen und die Bilder anschließend, ähnlich wie beim Durchpausen, abgezeichnet.
Bei Herr der Ringe ging Bakshi sogar noch einen Schritt weiter. Im Gespräch mit It Came From beschrieb er den Prozess wie folgt:
Damals gab es noch keine Bewegungssteuerung; es gab keine Computer. [Rotoskopie] war eine großartige Methode, um Realismus in ein Bild zu bringen. … Bei Herr der Ringe stand ich unter enormem Termindruck. Ich entwickelte die Technik, dass ich, anstatt das Foto nachzuzeichnen, das eigentliche Foto [mit hohem Kontrast] direkt auf die animierte Zeichnung legte und es übermalte.
Das Ergebnis waren realistische Bewegungen der Charaktere, insbesondere in den Gesichtern. Aus diesem Grund wirkt der Film bis heute sehr detailliert animiert.
Es bedeutet aber auch, dass irgendwo die Originalaufnahmen der Schauspieler herumgeistern, quasi eine inoffizielle Version von Herr der Ringe. Dass wir diese „nackte“ Fassung sehen, war natürlich nie vorgesehen, es ist also unwahrscheinlich, dass sie so viele Jahre später noch veröffentlicht wird.
Für Fans von Zeichentrickfilmen und Herr der Ringe wäre es aber dennoch ein spannendes Extra.
Herr der Ringe von Ralph Bakshi ist gerade im Vergleich zu Peter Jacksons Version sehr viel schräger, kann aber durch seine Animationen bis heute überzeugen und ist ein Kunstwerk für sich. Habt ihr den Film gesehen? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare. Wie der Zeichentrickfilm gegenüber anderen Werken aus Mittelerde abschneidet, erfahrt ihr auf MeinMMO: Alle 9 Filme zu Herr der Ringe und der Hobbit im Ranking
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